Profi-Radsport

"Testergebnisse eine Farce"

Wino geht und fabuliert von Ehre

07.12.2007 - (sid/Ra) - Alexander Winokurow hat am Tag nach seiner vom kasachischen Verband gegen ihn verhängten einjährigen Dopingsperre offiziell seinen Rücktritt erklärt. "Ich höre auf. Ich will mit diesem Sport nichts mehr zu tun haben. Ich schlage die Tür zu und gehe", sagte der 34-Jährige am Freitag auf einer Pressekonferenz in der kasachischen Hauptstadt Astana.

"Es ist schade, dass meine Karriere so endet, aber ich will meine Ehre wiederherstellen. Ich will beweisen, dass ich unschuldig bin und die Testergebnisse eine Farce sind", führte Winokurow aus, der am Vortag wegen Blutdopings überraschend nur für ein Jahr bis Ende Juli 2008 gesperrt worden war. Damit wäre der 34-Jährige bei den Olympischen Spielen im August in Peking startberechtigt gewesen. Der Weltverband UCI hatte sich von dem milden Urteil überrascht gezeigt und will das Urteil prüfen.

Winokurow war nach der 13. Etappe der diesjährigen Tour de France Fremdblut-Doping nachgewiesen worden, woraufhin er von seinem Rennstall Astana entlassen und die komplette Mannschaft aus der Rundfahrt zurückgezogen worden war. Winokurow selbst hatte bislang vehement bestritten, jemals gedopt zu haben. Seinen positiven Befund hatte er mit teils absurden Ausreden zu erklären versucht.

Winokurow wurde im Jahr 1998 Profi beim französischen Rennstall Casino. Nachdem der Kasache 1999 unter anderem die Dauphiné Libéré gewonnen hatte, wechselte er zum damaligen Team Telekom. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurde der dreifache Vater im Straßenrennen Zweiter hinter seinem damaligen Teamkollegen Jan Ullrich, im Jahr darauf gewann er die Deutschland-Tour.

Im Jahr 2002 gewann der Allrounder die Frühjahrs-Fernfahrt Paris-Nizza. Nach einem Etappensieg bei der Tour de Suisse wurde ein bis dahin namenloser Berg "Piz Winokurow" gennant. In seinem erfolgreichsten Jahr 2003 gewann Winokurow erneut Paris-Nizza, das Amstel Gold Race, die Tour de Suisse und wurde Dritter bei der Tour de France.

Nach zwei eher durchwachsenen Jahren wechselte "Wino" im Jahr 2005 zum spanischen Liberty Seguros-Rennstall von Manolo Saiz. Als diese in Folge des Dopingskandals um den Arzt Eufemiano Fuentes zerbrach, organisierte Winokurow selbst in seiner kasachischen Heimat neue Geldgeber, mit deren Unterstützung das Team Astana aus dem Boden gestampft wurde.

Wegen der Verwicklung mehrerer Fahrer in den Fuentes-Skandal wurde das Team allerdings von der Tour de France 2006 ausgeschlossen. Im darauf folgenden Herbst feierte Winokurow den größten Erfolg seiner Karriere, als er in überlegener Manier die Vuelta a Espana gewann. Zur Tour de France 2007 trat Winokurow mit zwei Etappensiegen bei der Dauphiné Libéré im Rücken als einer der großen Favoriten an. Nach zwei Etappensiegen ging Winokurow, der in der Gesamtwertung allerdings schon weit zurücklag, den Dopingfahndern ins Netz.