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07.02.2008 - (Ra/dpa) - Der Kampf um die Macht im Radsport zwischen dem Weltverband UCI und den großen Rundfahrten unter Führung des Tour-de-France-Ausrichters ASO strebt einem neuen Höhepunkt zu. In einem Interview mit dem britischen Magazin Cycling Weekly fordert UCI-Präsident Pat McQuaid: „Die ASO hat die Wahl: Entweder folgt sie den Regeln der UCI oder sie muss aus dem Weltverband austreten. Es geht nur das eine oder das andere.“
Die UCI-Statuten garantieren sämtlichen ProTour-Rennställen ein Startrecht bei den drei großen Landesrundfahrten Tour de France, Giro d'Italia und und Vuelta a Espana. Die neue Stufe der Eskalation wurde durch die Nicht-Einladung der ProTour-Teams Astana und High Road zum Giro d’Italia in diesem Jahr erreicht. Allem Anschein nach testen hier die Rennveranstalter, ob das ProTour-Reglement auch juristisch Bestand hat. Denn sowohl Astana als auch High Road haben mit dem Lösen der Lizenz die Berechtigung erworben, an allen ProTour-Rennen teilzunehmen. Als sie die 250.00 Euro zahlten, gehörten Giro, Tour und viele Klassiker noch zum Paket. Es ist wahrscheinlich, dass sie oder die UCI versuchen werden, die Teilnahme vor Gericht zu erstreiten.
Vor diesem Hintergrund geht Pat McQuaid in Stellung. Er fordert, dass Astana und High Road beim Giro Startplätze bereitgestellt werden müssen. "Es gibt keinen Grund, warum Astana nicht eingeladen werden sollte", sagte McQuaid im Gespräch mit "Cycling Weekly." Der Tour-Veranstalter ASO müsse sich an das UCI-Regelwerk halten und sämtlichen 18 ProTour-Teams Startrecht gewährleisten, so der Ire. Genau dieses Regelwerk erkennen die großen Rundfahrten aber nicht mehr an. Die Dopingvergangenheit der beiden Teams als Begründung ist wohl nur eine vorgeschobene Begründung für die Start-Verweigerung.
Die lässt McQuaid auch nicht gelten. Er gibt zwar zu, dass der Ruf der Tour de France im vergangenen Jahr durch das Verhalten verschiedener Teams „beschmutzt wurde. Aber nach unserem Gipfeltreffen in Paris im letzten Oktober und der Entscheidung, den biologischen Pass einzuführen, hat sich die Zahl der Doping-Tests von 1.000 auf 8.000 erhöht. Die Fahrer der 18 ProTour-Teams sind die am meisten getesteten Athleten der Welt. Deshalb gibt es keinen moralisch vetretbaren Grund, eine Mannschaft der dem anderen vorzuziehen“, so McQuaid.
Astana hat nach Ansicht des UCI-Präsidenten mit dem Skandal-Team der letzten Jahre nur noch den Namen gemein. McQuaid: „Das Astana-Team ist eine komplett neue Mannschaft. Der Kasachische Verband hat zugestimmt, die Strukturen in der Teamleitung zu ändern und dem Team eine Anti-Doping-Philosophie zu verordnen. Man kann das neue Management nicht für das verantwortlich machen, was in der Vergangenheit passierte. Astana unternimmt alles, was nötig ist – und sogar mehr als das. Deshalb sollte man das Team zur Tour einladen.
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