Profi-Radsport

Achter Toursieg ist das Ziel

Armstrong kommt zurück

09.09.2008 - Austin (dpa) - Lance Armstrong kehrt in den Profi-Radsport zurück und strebt einen achten Triumph bei der Tour de France an. «Ich komme wieder», sagte der 2005 zurückgetretene Amerikaner in einem Interview der «Vanity Fair». «Ich werde versuchen, eine achte Tour de France zu gewinnen», erklärte der 36-Jährige auf der Internetseite des Magazins. Zuvor hatte Armstrongs Sprecher Mark Higgins die Tour 2009 als «Ziel» bezeichnet. Sein Anwalt Bill Stapleton sagte der Nachrichtenagentur AP: «Wir werden nicht versuchen, Zweiter zu werden.» Bei welchem Rennstall er sein Comeback feiern werde und welche anderen Rennen er bestreiten wolle, sei noch offen.

Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, der Rennstall Astana halte eine Tür für Armstrong offen. Dieser hatte sich im August bei der US-Anti-Doping-Agentur angemeldet, was Voraussetzung für die Aufnahme des Rennbetriebes ist. Von den Plänen des im September 37 Jahre alt werdenden Texaners hatte zuvor das amerikanische Fachmagazin «VeloNews» berichtet. Armstrongs früherer Teamchef und Mentor Johan Bruyneel, jetzt Manager der Andreas Klöden-Mannschaft Astana, sagte am Dienstag am Rande der Vuelta: «Wenn er es ernst meint, kann ich nur sagen: Ich habe ein Team und kann mir nur schwer vorstellen, Lance bei einem Rennen in einem CSC- oder Rabobank-Trikot zu sehen.»

Ein direkter Kontakt soll aber noch nicht zustande gekommen sein. «Wenn an den Gerüchten etwas dran ist, müssen wir wissen, was seine Motivation ist und dann werden wir reden», sagte Bruyneel in Saragossa. «Im Moment sind wir wirklich weit weg von alledem.»

Astana-Sprecher Philippe Maertens hatte zuvor erklärt: «Das Gerücht kam vor etwa drei Wochen auf. Soweit ich weiß, will Lance in der kommenden Saison nur Cross- oder Mountainbike-Rennen fahren. Aber wenn es eine Möglichkeit gäbe, ihn zu verpflichten, würden wir natürlich darüber nachdenken. Er wäre willkommen. Johan und Lance stehen zwar immer locker in Verbindung, in letzter Zeit hatten sie aber keinen Kontakt.» Das von der kasachischen Industrie finanzierte Team war in diesem Jahr wegen seiner Doping-Vergangenheit nicht zur Tour zugelassen worden.

Ein Indiz für die Ernsthaftigkeit der Pläne des siebenfachen Tour- Rekordsiegers war die Anmeldung im Pool der US-Anti-Doping-Agentur - Voraussetzung für die Aufnahme des Rennbetriebes. Armstrong sei in das Testprogramm für Kontrollen außerhalb des Wettkampfes aufgenommen worden, bestätigte Erin Hannan, eine Sprecherin der Anti-Doping- Agentur. «VeloNews» meldete, dass er seine Blutwerte im Internet veröffentlichen werde, «um totale Transparenz zu gewährleisten und zu zeigen, dass er ein sauberer Athlet ist».

Durch seine Anmeldung im Anti-Doping-Pool könnte Armstrong vom 1. Februar 2009 an internationale Rennen bestreiten. Die Tour of California, die laut «VeloNews» neben der Frankreich-Rundfahrt, Paris-Nizza, Dauphiné Libéré und der Georgia-Rundfahrt zu Armstrongs Programm 2009 gehören soll, beginnt im kommenden Jahr am 14. Februar.

«Wenn er zurückkommen will, hat er jedes Recht dazu», sagte Weltverbands-Präsident Pat McQuaid, der vermutet, dass Armstrong unter den Doping-Anschuldigungen der Vergangenheit, die «niemals bewiesen wurden», leidet. Das neu installierte Anti-Dopingprogramm mit der Einführung biologischer Pässe der Fahrer könnte Armstrong bei einer Rückkehr nach den Worten des Iren helfen, «zu beweisen, der Athlet zu sein, der er nach seinen Beteuerungen immer war».