Profi-Radsport

Tour: Kapitänsfrage bei Astana geklärt

Armstrong findet sich mit Rolle als Edelhelfer ab

02.12.2008 - Teneriffa (dpa/rsn) - Lance Armstrong als Edelhelfer: Der siebenfache Toursieger will sich im kommenden Jahr offenbar mit einer Nebenrolle bei der Tour de France abfinden. „Ich bin verpflichtet, für unseren besten Jungen zu fahren“, sagte der 37 Jahre alte US-Amerikaner mit Blick auf seinen spanischen Mannschaftskollegen Alberto Contador der Nachrichtenagentur „AP“. Die seit Monaten offene Kapitänsfrage beim kasachischen Rennstall ist damit wohl endgültig zugunsten Contadors geklärt.

Das kommt wenig überraschend, ist doch Armstrongs Rennkalender im Frühjahr 2009 so voll wie noch nie zuvor in seiner Karriere. Der Texaner startet bereits im Januar bei der Tour Down Under, danach stehen einige Frühjahrsklassiker im Programm des Rückkehrers. Und vor der Tour der France, die am 4. Juli mit einem Zeitfahren in Monaco beginnt, will Armstrong beim Giro d`Italia (9. bis 31. Mai) um den Sieg mitfahren.

“Wenn man drei oder vier Jahre lang weg war, wäre es für jeden töricht zu glauben, man könne da anschließen, wo man aufgehört hat“, sagte Armstrong, der auf Teneriffa mit seinem Astana-Team in das Training eingestiegen ist. „Ich kann zwar sagen, dass ich mich momentan so stark fühle wie nie an einem 1. Dezember. Wie es dann aber im Rennen aussieht, muss man abwarten.“ Armstrong hatte nach seinem siebten Toursieg im Juli 2005 seinen Rücktritt erklärt.

In Frankreich hat man Armstrongs Absicht, bei der Tour an den Start zu gehen, derweil ohne große Aufregung zur Kenntnis genommen. Seit Armstrongs Comeback-Erklärung im September habe sich an der Sachlage nicht viel verändert, erklärte Tour-Sprecher Christophe Marchadier, „die Situation ist nach wie vor dieselbe“. Auch Tour- Chef Christian Prudhomme wird sich laut Marchadier dazu nicht äußern, „denn er will sich nicht wiederholen“.

Auf der Kanaren-Insel präsentierte sich Armstrong unterdessen bereits hochmotiviert: „Mental fühle ich mich wie vor zehn Jahren.“ Allerdings betonte der Amerikaner, dass er sich wie alle seine Teamkollegen an denselben Grundsatz halte: „Obwohl wir alle gewinnen wollen, ist der Radsport ein Mannschaftssport.“ Contador dürfte Armstrongs Aussagen derweil mit Genugtuung vernommen haben, hatte der Tour-Champion von 2007 doch mehrfach mit einem Teamwechsel geliebäugelt, sollte er die Kapitänsbinde an Armstrong verlieren.

Der will bei seinem Auftaktrennen am 18. Januar in Australien zudem sein eigenes Anti-Doping-Programm starten. Dazu hat Armstrong den anerkannten Dopingexperten Don Catlin ins Boot geholt. Catlin soll ein umfangreiches und transparentes Testprogramm durchführen und dessen Ergebnisse im Internet veröffentlichen. Über die Planungsphase ist das Programm allerdings noch nicht herausgekommen, wie Armstrong und Catlin zugeben mussten

Armstrong erklärte aber, sich in diesem Jahr schon mehreren Anti-Doping-Tests unterzogen zu haben. Er habe seit seinem Wiedereintritt in die Programme der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA und des Weltverbandes UCI bereits sieben Tests abgegeben.

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