Interview mit André Greipel

„Armstrong wird uns bestimmt weh tun“


André Greipel (Columbia)

Foto: ROTH

17.01.2009  |  (rsn) – Titelverteidiger André Greipel (Columbia) bereitet sich schon seit mehr als einer Woche in Australien auf die am Sonntag mit einem Kriterium beginnende Tour Down Under vor. Im Interview mit Radsport News spricht der 26-jährige Sprinter über seine Chancen und nennt seine Favoriten für das erste ProTour-Rennen der Saison. Auch Rückkehrer Lance Armstrong traut Greipel, der einen Etappenerfolg anpeilt, den Sieg zu.

Sie sind seit einer Woche schon in Australien. Haben Sie den Jetlag gut verdaut?

Greipel: Ja, sehr gut sogar. Bernhard Eisel und ich konnten super trainieren und die Form stimmt.

Ihr Sportlicher Leiter Allan Peiper traut Ihnen auch 2009 den Gesamtsieg zu. Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Greipel: Ich denke es wird schwer, aber ein Etappensieg ist drin. Die Mannschaft ist stark und wir haben alle Chancen, die Rundfahrt zu gewinnen. Auch wenn der Kurs schwerer geworden ist.

Ihr Team hat in Australien einen Sprinterzug trainiert. Wie gut funktioniert der?

Greipel: Wir haben ihn tatsächlich schon mal geprobt, aber ob er wirklich funktioniert, werden wir dann während der Rundfahrt sehen. Die Mannschaft ist jedenfalls in einer guten Verfassung, um mir den Sprint vorzubereiten.

Wie klappt das Zusammenspiel mit Ihrem Anfahrer Mark Renshaw, der ja neu im Team ist?

Greipel: Wir waren ja vorher Gegner, deswegen gibt es noch kleine Abstimmungsprobleme, aber ich denke, wir harmonieren schon ganz gut.

Werden Sie alleiniger Kapitän sein oder mit Rogers eine Doppelspitze bilden?

Greipel: Das werden wir nach der 2. Etappe sehen, die sehr anspruchsvoll ist. Ich erwarte von niemanden im Team, dass er auf mich am Berg wartet. Rogers, Adam Hansen und George Hincapie haben ganz klar ihre Freiheiten, um am Berg agieren zu können.

Wo oder wann wird Ihrer Meinung nach die Entscheidung in der Gesamtwertung fallen?

Greipel: Vielleicht schon auf der 2. Etappe. Da geht es die letzten sieben Kilometer berghoch, zwar nicht allzu steil, aber es gibt immer wieder Rampen mit acht Prozent. Diesen Berg müssen wir viermal in vier Runden bewältigen.

Wen sehen Sie als Ihre schärfsten Konkurrenten?

Greipel: Ganz bestimmt alle Australier. Allrounder sind klar im Vorteil. Ich denke an Stuart O'Grady, Allan Davis, Michael Rogers, Adam Hansen oder Luis Leon Sanchez. Die erwarte ich in der Gesamtwertung ganz vorne, da sie auch gut klettern können.

Wie sehr wird das Comeback von Armstrong das Rennen verändern?

Greipel: Er wird sicherlich nicht nur mitfahren wollen bei seinem Comeback. Er wird uns bestimmt das eine oder andere Mal weh tun.

Was bekommen Sie vom Wirbel um Armstrong mit?

Greipel: In Adelaide herrscht Ausnahmezustand. Armstrong hat Polizeischutz und sein Hotel ist komplett von Securitykräften abgeriegelt.

Glauben Sie, dass Armstrong um den Sieg mitfahren kann?

Greipel: Das denke ich schon. Alles, was ich jetzt in der Zeitung mitbekommen habe, lässt darauf schließen, dass er sehr fit ist. Das ist unser Team aber auch…

Die Fragen an André Greipel stellte Matthias Seng.

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