Niederländer positiv auf EPO

Dekker: Alter Verdacht mit neuen Methoden bestätigt


Thomas Dekker (Silence-Lotto)

Foto: ROTH

01.07.2009  |  (dpa/rsn) – Thomas Dekker ist dank neuer Analysemethoden den Dopingfahndern ins Netz gegangen und wird nicht bei der Tour de France starten. Die Urin-Nachkontrolle einer bereits im Dezember 2007 abgegebenen Probe hatte zu einem positiven Ergebnis geführt. Die neue Kontrolle war auf Initiative der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA im Mai mit verbesserten Methoden wegen auffälliger Blutwerte des Niederländers vorgenommen worden.

Der Weltverband UCI bestätigte am Mittwochnachmittag die positive EPO-Probe. In einer Pressemitteilung der UCI hieß es, dass im Rahmen einer erneuten Überprüfung einer Urinprobe vom Dezember 2007 am 30. Juni beim 24-jährigen Niederländer „rekombinantes EPO (Dynepo)“ festgestellt worden sei. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Anti-Dopinglabor in Köln.

Die UCI hat den Monegassischen Verband – Dekker lebt in Monte Carlo - bereits aufgefordert, ein Dopingverfahren gegen den Fahrer einzuleiten. In ihrer Begründung stützt sich die UCI nicht nur auf die positive Probe, sondern auch auf Dekkers hämatologisches Profil, das „überzeugende Beweise für die Verwendung einer verbotenen Methode zur Verbesserung der Sauerstoff-Übertragung“ erbracht habe.

Dekker, der beim belgischen Team Silence-Lotto unter Vertrag steht, wurde nach Informationen seines Teamchefs Marc Sergeant aus dem Kader für die am 4. Juli beginnende Tour de France gestrichen. „Wir sind total entsetzt. Zwar ist der Fall passiert, als Dekker noch für Rabobank fuhr. Dennoch sind wir geschockt“, erklärte der Belgier.

Um den 24-jährigen Allrounder, der lange als größte niederländische Hoffnung auf einen großen Rundfahrtsieg galt, hatte es immer wieder mehr oder weniger konkrete Dopingspekulationen gegeben. Unter anderen soll er Kunde der „Wiener Blutbank“ gewesen sein. Dekker hatte alle Dopingbeschuldigungen vehement zurückgewiesen und vor allem deutsche Medien für ihre Berichterstattung hart kritisiert.

Dekker war schon im Vorjahr mehrfach mit anomalen Blutwerten aufgefallen und von seinem damaligen Team Rabobank nach einer entsprechenden Warnung des Welt-Radsport-Verbandes UCI für die Tour 2008 nicht berücksichtigt worden. Als offizielle Begründung war damals „Formschwäche“ angegeben worden, doch wenige Wochen später wurde der niederländische Zeitfahrmeister von 2004 und 2005 von Rabobank gefeuert. Zunächst waren die Proben vom Dezember 2007 ohne Auffälligkeiten geblieben, doch verbesserte Analysemethoden führten zum aktuellen Ergebnis.

Dekkers Team Silence-Lotto stellt mit dem zweifachen Tour-Zweiten Cadel Evans einen der Top-Favoriten der am Samstag beginnenden Frankreich-Rundfahrt. Zu seinen Teamgefährten gehört auch der Erfurter Sebastian Lang. Als Ersatz für den suspendierten Dekker wurde der Brite Charles Wegelius nominiert.

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour du Faso (2.2, 000)
  • Tour of Hainan (2. HC, CHN)

Newsletter:

DATENSCHUTZ    |    KONTAKT    |    IMPRESSUM