Team-Vorstellungen 2016

Katusha - bleiben Kristoff und Rodriguez die Erfolgsgaranten?

Von Daniel Brickwedde

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Katusha bei der Team-Präsentation | Foto: Tim de Waele / Katusha

02.02.2016  |  (rsn) – Mit großen Hoffnungen starten die Teams in die neue Saison. In einer Serie stellt radsport-news.com alle 18 Mannschaften der WorldTour, die  Zweitligisten Bora-Argon 18 und Stölting Service Group aus Deutschland sowie das Team Roth aus der Schweiz vor.

Heute: KATUSHA

Nach dem erfolgreichsten Jahr der Teamgeschichte will Katusha in der Saison 2016 nachlegen. Für Siege sollen in erster Linie wieder ein Sprinter aus Norwegen und ein Routinier aus Spanien sorgen. Aber auch zwei prominente Neuzugänge könnten ihren Teil beitragen.

Land: Russland
Hauptsponsor: Itera, Gazprom, Russische Unternehmensgruppe
Branche: Gas
Teamchef: Wlatscheslaw Jekimow
Radausrüster: Canyon
Fahrer im Aufgebot: 28
WorldTour-Ranking 2015: 2

Rückblick 2015: 39 Siege gelangen der russischen Equipe – so viele wie nie zuvor in der Teamgeschichte. Alleine 20 davon gingen auf das Konto von Alexander Kristoff, der damit nach Siegen zum erfolgreichsten Profi der Saison aufstieg. Den Höhepunkt bildete in einem beeindruckenden Frühjahr sein Sieg bei der Flandern-Rundfahrt. Ein weiterer Erfolg bei den Klassikern gelang durch Luca Paolini bei Gent-Wevelgem. Der Italiener war jedoch auch für die negativen Schlagzeilen verantwortlich: Während der Tour de France wurde er positiv auf Kokain getestet. Wenig später folgte mit Giampaolo Caruso der nächste Dopingfall – die Probe stammte aus dem Jahr 2012.

Erfreulicher verlief die Tour de France mit zwei Etappensiegen durch Joaquim Rodriguez. Ein Sieg bei einer Grand-Tour blieb dem spanischen Routinier aber auch 2015 verwehrt: Bei der Vuelta a Espana belegte Rodriguez in der Endabrechnung mit 57 Sekunden Rückstand Platz zwei hinter Fabio Aru. Gesamtsiege verbuchte das Team bei der Tour de Romandie durch Ilnur Zakarin und der Tour de Suisse durch Simon Spilak.

Ausblick 2016: Höchste Priorität genießen die Frühjahrsklassiker. Mit Kristoff hat das Team einen der ganz großen Favoriten für die Monumente Mailand-Sanremo, Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix in seinen Reihen. Im Anschluss soll Joaquim Rodriguez für Erfolge bei den Ardennen-Klassikern sorgen. Der 36-jährige Spanier steht vor seiner möglicherweise letzten Saison – seine Zukunft ließ er jüngst offen. Bei der Spanien-Rundfahrt wird Rodriguez versuchen, im vielleicht letzten Anlauf doch noch seine erste Grand-Tour zu gewinnen. Zuvor soll er mit Kristoff bei der Tour de France für Etappensiege sorgen. Bei einwöchigen Rundfahrten ist Katusha mit Spilak, Zakarin oder Tiago Machado ebenfalls gut aufgestellt.

Wichtigste Neuzugänge: Zwei namenhafte Profis konnte die Teamleitung verpflichten. Jurgen Van Den Broeck verließ Lotto Soudal, nachdem das belgische Team mit dem Ergebnissen des 33-Jährigen nicht mehr zufrieden war. Der Belgier konnte die Tour de France bereits zwei Mal unter den ersten fünf beenden – allerdings mangelte es zuletzt an guten Resultaten. Van Den Broeck könnte Katusha beim Giro d’Italia anführen. Anders sieht das bei Rein Taaramäe aus. Der Este wurde 2015 bei Astana zum Siegfahrer – und verließ das kasachische Team nach einer Saison in Richtung Katusha. Taaramäe gewann 2015 unter anderem das Arctic Race of Norway und die Murcia-Rundfahrt. Katusha wird nun auf ähnliche Erfolge hoffen.

Wichtigste Abgänge: Seit 2011 bildete Daniel Moreno mit Joaquim Rodriguez ein erfolgreiches und unzertrennlich scheinendes Tandem. Besonders bei den Klassikern und der Spanien-Rundfahrt sorgten beide mehrfach für Furore. Zum Ende der Saison 2015 trennten sich allerdings die Wege des Spaniers und des russischen Teams - Moreno ist künftig für Movistar unterwegs. Zum deutschen ProContinental-Team Bora-Argon 18 zog es Rüdiger Selig 2016. Der Berliner verließ Katusha nach vier Jahren, in denen er sich als Helfer einen guten Ruf erwarb. Außerdem beendete der zweifache Vizeweltmeister Alexandr Kolobnev mit 34 Jahren seine Karriere.

Aufgepasst auf … … Ilnur Zakarin. Plötzlich war er da: Der Russe war bis zum vergangenen Jahr nur Insidern ein Begriff, ehe er 2015 plötzlich innerhalb eines Monats mit der Tour de Romandie sein erstes WorldTour-Rennen und wenig später eine Etappe beim Giro d’Italia gewann. Der 26-Jährige hat sein Potenzial sowohl für Zeitfahren als auch für Bergetappen angedeutet - wohin die Entwicklung führt, bleibt abzuwarten. In dieser Saison wird Zakarin sich wahrscheinlich erneut auf einwöchige Rundfahrten spezialisieren und bei den Grand Tours auf Etappenjagd gehen. Vielleicht auch bei der Tour de France.

Das Katusha-Aufgebot im Überblick

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