Weil Junioren und Masters gemeinsam starten

Paul Voß: "Die Bundesliga hat an Wert verloren"

Foto zu dem Text "Paul Voß:
Paul Voß | Foto: Cor Vos

28.03.2017  |  (rsn) - In diesem Jahr starten Junioren (U19) und Masters (Ü40) gemeinsam in der Bundesliga. Dabei sollen laut Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bis zu 100 Masters pro Rennen zugelassen werden und sowohl als Einzelfahrer als auch in Teams mit je sechs Teilnehmern an den Start gehen.Das findet nicht überall Zustimmung.

radsport-news.com hat bei Paul Voß nachgefragt, der nach seinem Karriereende nun das von ihm gegründete Paul Voss Development Team leitet, das in der Bundesliga starten wird.

Junioren und Ü40 in einem Rennen - macht das Sinn?
Paul Voß:  Es macht für mich momentan keinen Sinn.

Was spricht Ihrer Meinung nach dafür?
Voß:  Dafür spricht, dass es größere Starterfelder gibt und dies sicherlich auch finanziell besser ist für die Veranstalter.

Was dagegen?
Paul Voß: Dass die Senioren eine andere Übersetzung fahren. Es ist eine Verzerrung der eigentlichen erbrachten Leistung der Junioren, da sie so viel mehr im Windschatten "mitschwimmen“ können. Für mich ist es nicht mehr wirklich nachvollziehbar, wie sich ein Junior renntaktisch verhält, da es keinen direkten Vergleich mehr geben wird. Man kann davon ausgehen, dass, wenn ein Junior und Senior zusammen auf die Zielgerade kommen, der Junior auf Grund der Übersetzung unterliegen wird.  Mir ist klar, dass Sie getrennt gewertet werden, aber hier geht es auch um das Gefühl, bei einem Rennen als Erster über die Ziellinie gefahren zu sein. Die mentale Komponente darf man hier nicht unterschätzen.

Was bedeutet diese Regelung konkret für Ihr Junioren-Team?
Paul Voß:  Was die direkten Auswirkungen sind, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber sicherlich hat damit die Bundesliga an Wert verloren.

Ist das eine Wettbewerbsverzerrung?

Paul Voß:  Keine Frage, dass ist es auf jeden Fall.

Welche Regelung hätten Sie bevorzugt?
Paul Voß:  Ich hätte eine Startberechtigung für ausländische Junioren gut gefunden, da hierdurch auch der direkte internationale Vergleich möglich gewesen wäre. Ob es dann wirklich Probleme mit der UCI gegeben hätte, kann ich nicht einschätzen, aber es ist ja auch so schon möglich, dass ausländische Fahrer bei Juniorenrennen teilnehmen, ohne dass diese UCI-Rennen sind.

 

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