Brite sieht Dumoulin als Favoriten des WM-Zeitfahrens

Froome: Die Physis stimmt, reicht es mental?


Chris Froome sieht Tom Dumoulin als Favoriten für das WM-Zeitfahren. | Foto: Cor Vos

19.09.2017  |  (rsn) – Der Kampf um die Goldmedaille im Einzelzeitfahren der Männer bei der Weltmeisterschaft in Bergen könnte zum großen Duell zwischen Chris Froome und Tom Dumoulin werden. Beide werden als die großen Favoriten gehandelt und können jeweils auf eine überragende Saison zurückblicken: Der Niederländer gewann den Giro d’Italia und am Sonntag die Goldmedaille im Mannschaftszeitfahren, der Brite die Tour de France und zuletzt die Vuelta a Espana. Wem gelingt das i-Tüpfelchen beim letzten Saisonhöhepunkt?

Zugleich ist es das erste Mal, dass sie seit den Olympischen Spielen im vergangenen Sommer in Rio in einem Einzelzeitfahren aufeinandertreffen. Damals holte Dumoulin Silber, Froome Bronze – die Goldmedaille ging an Fabian Cancellara, der danach seine Karriere beendete. Die Favoritenkarte schob Froome vor dem 31 Kilometer langen Zeitfahrprüfung in Bergen jedoch seinem niederländischen Konkurrenten zu.

"Er war weder bei der Vuelta noch bei der Tour am Start und ich denke, er hat sich vollkommen auf dieses Event fokussiert. Er wird der große Favorit sein“, äußere der 32-Jährige sich gegenüber cyclingnews.com. Wirkliche Erwartungen habe er nicht an das Zeitfahren, er wolle nur alles geben, bemühte sich Froome weiter in Understatement und bezeichnete sich sogar als "Außenseiter. Es gibt einige bessere Zeitfahrspezialisten als mich, die sich schon länger auf dieses Ereignis vorbereitet haben“, lautete seine Erklärung.

Die Entscheidung am Mittwoch wird der 3,4 Kilometer lange Schlussanstieg zum Mount Fløyen bringen; eine Rampe von durchschnittlich 9,1 Prozent Steigung und eine echte Tortur auf dem Zeitfahrrad. Die Beine dazu habe er, erklärte Froome. "Physisch fühle ich mich immer noch gut, da ich auch spät in die Saison gestartet bin“, erzählte der Sky-Kapitän, der vielmehr ein anderes Problem ausmachte: "Mental ist dagegen eine andere Sache. Ich bin ziemlich müde und freue mich auf die Zeit mit meiner Familie.“

Einen letzten Auftritt muss er noch bewältigen – und dabei könnte er sogar noch Historisches vollbringen. Vor ihm konnten nun Eddy Merckx und Stephen Roche zwei große Rundfahrten und einen WM-Titel in einem Jahr gewinnen. Sollte er  entgegen seinen eigenen Bekundungen am Mittwoch dennoch Gold holen, hätte er ein weiteres Kapitel Radsport-Geschichte geschrieben. Dann würde Froome  den Urlaub doppelt genießen können

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