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14.01.2026 | (rsn) – Derek Gee-West, prominenter Neuzugang bei Lidl – Trek, wird das seit dieser Saison mit deutscher Lizenz ausgestattete Team beim diesjährigen Giro d’Italia anführen. Wie der letztjährige Gesamtvierte in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Pais ankündige, peile er bei der am 8. Mai in Bulgarien beginnenden ersten Grand Tour des Jahres das Podium an.
Lidl – Trek wird aller Voraussicht nach mit einem sehr stark besetzten Team antreten: Vorgesehen sind nach jetzigem Stand auch noch der Tour- und Giro-Bergkönig Giulio Ciccone, Topsprinter Jonathan Milan sowie der Belgier Thibau Nys.
In Vorbereitung auf die Italien-Rundfahrt wird Gee-West drei Etappenrennen bestreiten: die Algarve-Rundfahrt Ende Februar, die Katalonien-Rundfahrt einen Monat später sowie als Giro-Generalprobe Ende April die Tour of the Alps, bei der er im vergangenen Jahr den dritten Gesamtrang belegt hatte, ehe er schließlich bei der 108. Italien-Rundfahrt Vierter wurde. Bei den nach dem Giro anstehenden Kanadischen Meisterschaften will der 28-Jährige seinen 2025 errungenen Titel verteidigen.
Gegenüber El Pais äußerte sich Gee-West auch zu den Querelen um seine Person, nachdem er im August 2025 angekündigte hatte, seinen damaligen Rennstall Team Israel – Premier Tech trotz eines noch bis Ende 2028 gültigen Vertrags mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Dagegen reichte das Team beim Radsportweltverband UCI Klage ein und drohte Gee nach dessen Angaben mit Schadensersatzforderungen in Höhe von 30 Millionen Euro.
So weit kam es dann zwar nicht, die Reaktion von Israel – Premier Tech hatte für Gee-West aber “sehr stressige Monate“ zur Folge. “Ich habe wirklich dunkle Tage durchgemacht, an denen ich dachte, dass ich mit dem Radsport sehr wahrscheinlich würde aufhören müssen, besonders wenn ich so viel Geld hätte zahlen müssen. Die bittere Realität ist, dass ich mich – ohne etwas Illegales oder Verbotenes getan zu haben – im System gefangen fühlte“, sagte er.
Gee-Wests Haltung zum damals mit großer Brutalität geführten Gaza-Krieg hatte zu einem Konflikt mit der Teamleitung geführt, wie er nun erklärte. “Es gibt keinen guten Weg, seine politische Meinung zu äußern, ohne Kritik zu ernten. Ich wollte die Situation in Gaza nicht als Ausrede benutzen, um aus meinem Vertrag auszusteigen. Das hätte sich nicht fair angefühlt“, sagte der Kanadier, dem es auch “schwer“ fiel, die teils heftigen Proteste während der Vuelta von außen zu beobachten.
“Man kann den Demonstranten zustimmen und gleichzeitig hoffen, dass die Kollegen in Sicherheit sind", sagte er. Ursprünglich war er von seinem Team sogar als Vuelta-Kapitän vorgesehen worden, statt über seinen Einsatz in Spanien wurde dann aber über die von ihm öffentlich gemachte einseitige Vertragsaufkündigung berichtet.
"Fühle mich endlich wieder wie ein Radrennfahrer"
Die größte Belastung kam laut Gee-West aber erst nach Saisonende, als die Ungewissheit über seine berufliche Zukunft immer größer wurde. Anfang Januar schließlich einigten sich Lidl – Trek und NSN, wie sein ehemaliges Team mittlerweile heißt, dann aber auf einen vorzeitigen Wechsel, mit dem sich für ihn alles zum Besseren wendete.
“Ich fühle mich endlich wieder wie ein Radrennfahrer und könnte nicht glücklicher sein. Außerdem komme ich in ein ideales Umfeld, mit einem Kapitän wie Ayuso, den ich in allem unterstützen möchte – sein Potenzial ist unbestreitbar höher als meines – und mit einem Rennkalender, der perfekt auf meine Fähigkeiten zugeschnitten ist“, betonte Gee-West.
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