“Ich hätte gerne das Podium geschafft“

Bissegger mit bester Leistung zum zweitbesten Roubaix-Ergebnis

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Bissegger mit bester Leistung zum zweitbesten Roubaix-Ergebnis"
Stefan Bissegger (Decathlon - CMA CGM) zeigte seine bisher beste Leistung bei Paris-Roubaix. | Foto: Cor Vos

14.04.2026  |  (rsn) – Beim 123. Paris-Roubaix (1.UWT) verpasste Stefan Bissegger (Decathlon - CMA CGM) sein bisher bestes Ergebnis um eine Position: Nachdem es 2025 zu Rang sieben bei der “Königin der Klassiker“ gereicht hatte, überquerte der Schweizer diesmal als Achter die Ziellinie im berühmten Velodrome André Petrieux.

“ “Ich hätte gerne mehr gemacht, ich bin nicht hierhergekommen, um Siebter oder Achter zu werden. Ich hätte gerne die Top 5 oder das Podium geschafft, ich hab‘s probiert, aber es war nicht mehr drin“, bilanzierte Bissegger gegenüber cyclingmagazine.de nach seiner bisher wohl stärksten Vorstellung beim dritten Monument des Jahres.

Diesen Eindruck bestätigen auch die Zahlen. Bei seinem letztjährigen siebten Platz kam Bissegger in der zweiten Verfolgergruppe 3:46 Minuten hinter Sieger Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) an. Diesmal hielt er sich bis ins Velodrome hinein in der ersten Gruppe hinter dem Duo Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), das sich rund 54 Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe mit Bissegger gelöst hatte und den Sieg unter sich ausmachte.

Den Belgier und den Slowenen konnten die Verfolger trotz des relativ geringen Rückstands nicht mehr einfangen - und als Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step) attackierte, war auch der letzte freie Platz auf dem Podium vergeben. Im Sprint hatte Bissegger erwartungsgemäß keine Chance und wurde Letzter seiner Gruppe – mit nur 20 Sekunden Rückstand zu Sieger van Aert und sieben zum erhofften Podestplatz.

“Es war super hart, wie wir es bei dieser Windrichtung (Rücken- und Seitenwind, d. Red.) erwartet hatten. Es war ein sehr aggressives Rennen und Vollgas ab dem Arenberg. Ich glaube, alle waren am Limit und es ging viel ums Überleben“, sagte er zu Eurosport im Ziel, wo er sich dann doch auch mit dem Resultat zufrieden zeigte: “Ich habe alles gegeben und bin stolz. Es ist ein gutes Ergebnis.”

“Ab Arenberg ist jeder an seinem Limit“

Freude bei Paris-Roubaix empfinden konnte der 27-Jährige aber auch bei seiner mittlerweile fünften Teilnahme nicht. “Ich bin zwar gut in dem Rennen, aber es macht nie wirklich Spaß, weil es ultra weh tut“, sagte Bissegger und fügte erklärend an: “Wenn man vorne fährt, vergisst man es ein bisschen. Die Schmerzen sind aber da, ab Arenberg ist jeder an seinem Limit und die letzten 100 Kilometer fährst du auf der letzten Rille und keiner kann mehr. Da muss jeder leiden.“

Bisseggers Leiden endete diesmal nach 5 Stunden und 36 Sekunden, ganze sieben Sekunden trennten ihn vom Podium. Das dürfte Ansporn genug sein, auch beim 124. Paris-Roubaix wieder alle Schmerzen auf dem Kopfsteinpflaster zu ertragen.

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