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06.07.2026 | (rsn) – Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) war der gefeierte Sieger am Ende der 2. Etappe der 113. Tour de France von Tarragona nach Barcelona. Doch rund 61 Kilometer vor dem Tagesziel durchlebte der Mexikanische Meister einige Schreckmomente der kuriosen und auch folgenreichen Art:
Als er wegen eines Defekts rechts am Straßenrand stoppen musste, fuhr sein Teamfahrzeug an ihm vorbei und hielt erst mehrere 100 Meter später ebenfalls an. Im TV-Bild war zu sehen, dass ein Mechaniker des UAE-Teams daraufhin mit Del Toros Ersatzrad entgegen der Fahrtrichtung zurückfuhr, um dem 22-Jährigen helfen zu können.
Dafür wurde der Mann später von der UCI wohl bestraft. Im Jury-Communique heißt es, der slowenische Mechaniker Bostjan Kavcnik vom Team UAE – Emirates – XRG bekomme eine Geldstrafe in Höhe von 500 Schweizer Franken und eine Gelbe Karte aufgrund des Punktes 4.9 mit der Bezeichnung "unzulässige Hilfe eines Fahrers im selben Team" im Strafenkatalog unter UCI-Regel 2.12.007. ___STEADY_PAYWALL___
Ob Del Toro, der dem Mechaniker bereits auf einem Rad entgegenkam, mit jenem Mechaniker das Rad getauscht hat oder wie die Hilfe letztlich aussah, konnte man im TV-Bild nicht erkennen. Klar ist nur: Als er wieder ins Bild kam und am TV-Motorrad vorbei die Straße hinaufspurtete, tat er das auf einem UAE-Colnago ohne Startnummer, also seinem Ersatzrad.
Andrej Hauptmann, Sportlicher Leiter beim UAE-Team, sagte Eurosport im Ziel lediglich: "Wir wussten, dass er (Del Toro) ein Problem hat. Dann sind wir im Konvoi vorbeigefahren. Aber wir haben ihn nicht gesehen bei der Menschenmenge. Das war sehr stressig!"
Spannend wurde es aber auf der Sieger-Pressekonferenz, als Del Toro selbst sich zu seinem Defekt äußerte. "Unser Begleitfahrzeug hatte mich schon überholt und deshalb haben mir dann andere Teamfahrzeuge weitergeholfen", sagte der Mexikaner da nämlich, nannte die Teams Visma - Lease a Bike und Netcompany - Ineos und bedankte sich ob der Solidarität im Peloton. Von seinem zurückgeeilten Mechaniker sprach er nicht.
Doch der Dank an die Konkurrenz war brandgefährlich! Denn während Artikel 2.12.007-4.9 im UCI-Reglement für die Strafe an seinen Mechaniker sorgte - wahrscheinlich wegen des Fahrens entgegen der Fahrtrichtung – so hätte Artikel 2.12.007-4.1 auch noch eine saftige Strafe für Del Toro selbst parat. Denn die "unzulässige mechanische Unterstützung eines Fahrers durch ein anderes Team" sorgt bei Etappenrennen eigentlich für 100 bis 500 Schweizer Franken Geldstrafe und eine Zeitstrafe von zwei bis zehn Minuten.
Einen berühmten Präzedenzfall dazu gibt es auch: Der damalige Sky-Kapitän Richie Porte wurde beim Giro d'Italia 2015 mit einer zweiminütigen Zeitstrafe belegt, weil er nach einem Plattfuß das Vorderrad seines Landsmannes Simon Clarke vom Team Orica – GreenEdge bekam und damit weiterfuhr.
Offenbar hatten die UCI-Kommissäre nun in Spanien aber nicht gesehen, dass Del Toro sich von einem anderen Team helfen ließ – und TV-Bilder gab es davon, zumindest in der Live-Übertragung, auch keine. Einzig die unbewusste und in der Sache ungenaue – wie sah die Fremdhilfe eigentlich aus? - 'Selbstanzeige' Del Toros auf der Pressekonferenz hätte wohl als belastend herangezogen werden können und wurde das – zumindest Stand Sonntagabend – glücklicherweise nicht. Ein in den sozialen Medien aufgetauchtes Video zeigt, dass die Autos von Visma und Ineos stoppen und ein Visma-Mechaniker zu Del Toros Rad läuft - mehr aber ebenfalls nicht.
Isaac del Toro a Olesa de Bonesvalls #tdf2026 pic.twitter.com/i8iPq8Vxrx
— Magí P (@magipons) July 5, 2026
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