Bei der Vuelta auf Etappenjagd

Van Aert sieht in Bestform WM-Chance gegen Pogacar

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Van Aert sieht in Bestform WM-Chance gegen Pogacar"
Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) | Foto: Cor Vos

04.08.2026  |  (rsn) – Nach seinem starken Comeback mit drei Etappensiegen und dem Gewinn der Gesamtwertung der Dänemark-Rundfahrt (2.Pro) blickt Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) nun zuversichtlich auf seine letzten beiden Highlights dieser Saison, die Vuelta a Espana (22. August – 13. September) sowie am 27. September das WM-Straßenrennen von Montréal, bei dem er sich Chancen auf das Regenbogentrikot ausrechnet.

“Es ist eine anspruchsvolle Strecke, die mich an meine Grenzen bringen wird. Aber ich bin in Montreal schon Zweiter geworden. In Bestform habe ich dort definitiv eine Chance“, sagte der Belgier gegenüber Het Laatste Nieuws. Mit dem zweiten Platz meinte van Aert den GP Montréal des Jahres 2022, als er sich auf dem Rundkurs, auf dem auch das WM-Straßenrennen ausgetragen wird, im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe nur Tadej Pogacar (UAE – Emirates) hatte geschlagen geben müssen. 

Auf den zweimaligen Weltmeister wird der 31-Jährige auch bei den kommenden Titelkämpfen treffen – und mit ihm wird auch sein Landsmann Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe), Weltmeister von 2022) in Montréal um WM-Gold kämpfen. Das WM-Rennen wird mit seinen 272 Kilometern rund 50 Kilometer länger sein als der damalaige Grand Prix und auf zwölf Runden rund 3.800 Höhenmeter aufweisen. Im Gegensatz zu Pogacar und Evenepoel fehlt van Aert noch ein WM-Titel in seiner Sammlung. 

Bei seiner bisher letzten Teilnahme wurde er 2023 in Glasgow Zweiter hinter Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech), bereits 2020 hatte er sich in Imola hinter Julian Alaphilippe (Tudor) mit Silber begnügen müssen. Bei Evenepoels Sieg in Wollongong verpasste er als Vierter das Podium, in den beiden vergangenen Jahren musste van Aert in Folge eines Sturzes bei der Vuelta respektive einer besonders fordernden Saison 2025 jeweils verzichten.

Vor Montréal wird van Aert noch die Spanien-Rundfahrt bestreiten, bei der er ebenfalls auf Pogacar treffen wird. Während der Slowene dort seine Grand-Tour-Titelsammlung komplettieren will, wird diesjährige Roubaix-Gewinner auf Etappenjagd gehen.

Das Rote Trikot ist dennoch ein Ziel für van Aert, der es gleich im neun Kilometer langen Auftaktzeitfahren von Monaco ins Visier nehmen will. “Ja, definitiv. Ich will von Anfang an so nah wie möglich dran sein“, sagte er gegenüber HLN. Aber auch danach sieht er zahlreiche Chancen. “Die ganze erste Woche sieht übrigens vielversprechend aus – wir peilen Etappensiege an“, kündigte er an.

Belgische Gravel-Meisterschaft “ideale Vuelta-Vorbereitung“

Bei seiner bisher einzigen Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt gewann van Aert im Jahr 2024 drei Etappen und war auf dem besten Weg zum Punktetrikot, bevor er auf der 16. Etappe stürzte und mit einer schweren Knieverletzung ausschied.

Zwischen Dänemark und Monaco hat van Aert aber noch ein weiteres Rennen geplant: Am 16. August wird er bei der Belgischen Gravel-Meisterschaft in Grobbendonk dabei sein, die “nur fünf Kilometer von meiner Haustür entfernt“ stattfindet und die er als ideal für seine unmittelbare Vuelta-Vorbereitung bezeichnete. “Am Start sind einige Trainingspartner. Ich wollte letztes Jahr schon teilnehmen, war aber nach der Tour de France körperlich völlig erschöpft“, sagte er und fügte an: “Jetzt will ich unbedingt dabei sein. Gravel macht sowieso Spaß, ist aber auch ein hartes Training. Es passt perfekt in meine Vorbereitung auf die Vuelta.“

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