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07.08.2026 | (rsn) – Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM) hat als Siegerin am Mont Ventoux das Gelbe Trikot der Tour de France Femmes erobert. Die Polin setzte sich im berühmten Schlussanstieg der 7. Etappe von Marlen Reusser (Movistar) und Demi Vollering (FDJ United – Suez) ab und gewann mit 1:16 Minuten Vorsprung vor der Niederländerin. Die schüttelte im Schlusskilometer noch die Frau in Gelb ab, die sogar noch hinter Elisa Longo Borghini (UAE – Emirates – XRG) zurückfiel und Vierte wurde.
Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) blieb den größten Teil des Anstieg in der Gruppe um Longo Borghini. Die Rosenheimerin wurde vier Sekunden hinter der Italienerin, zwei hinter Reusser und 1:48 Minuten nach der Siegerin Tagessechste und verteidigte das Weiße Trikot.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM / Siegerin / Ziel-Interview): “Ich fühle so viel Dankbarkeit. Dieser Sieg ist für so viele Leute, die an meiner Seite waren auf dieser langen Durststrecke ohne wirklich großen Sieg. Ich will einfach allen Danke sagen. Es war auch etwas kurios: Als wir in den Anstieg zum Mont Ventoux reingefahren sind, habe ich nach rechts geschaut und meine Eltern gesehen. Das war eine Überraschung. Ich habe meinen Vater weinen gesehen. Ich dachte mir einfach, ich muss sie stolz machen. Also ist dieser Sieg für meine Familie, meine Freunde, mein Team, meinen Mann Taylor und meinen Trainer. Speziell auch an meinen Teamchef Ronny (Lauke). Sie alle wissen, wie viel ich für diesen Sieg investiert haben.“
Elisa Longo Borghini (UAE – L‘IMAD / Dritte / Eurosport): “Das Tempo lag von Beginn an hoch. Chapeau für Kasia. Sie ist einen fantastischen Anstieg gefahren. Ich fuhr mein eigenes Tempo und habe nicht zu sehr auf die anderen geachtet. Ich habe sehr gut mit Paula (Blasi) zusammengearbeitet. So haben wir Marlen noch zurückgeholt. Ich habe eine ganz ordentliche Platzierung eingefahren. Ich kann mich nicht beschweren. Wir haben wieder gezeigt, dass wir ein Team sind. Ich habe den Berg genossen – obwohl es heute wirklich ‘Ventoux‘ war. Der Anstieg benötigt Geduld. Man muss hier mit dem Hirn und den Beinen fahren.“
Marlen Reusser (Movistar / Vierte / Mixed): “Ich glaube, wir haben uns in diesem Moment zu lange angeschaut. Wir haben beide nicht reagiert, weil wir uns angeschaut haben. Dann hat Demi immer wieder sehr hart attackiert. Dann wollen wir beide natürlich nicht fahren. Ich habe zu ihr gesagt, lass uns gemeinsam fahren. Aber sie hat einfach weiter attackiert. Dann sind wir beide aber Vollgas gefahren. Sie hat sich am Ende etwas aufgehoben. Ich hatte aber schon länger das Gefühl, dass sie sich etwas zurückhält. Ich denke wirklich, dass das alles dumm war. Und ich denke vor allem, dass Kasia einen superguten Job gemacht hat.“
Cedrine Kerbaol (EF Education - Oatly / Siebte / Eurosport): “Das Team ist fantastisch gefahren. Max (Magdeleine Vallieres) fuhr als Ablenkung eine Attacke. Dann hat mich Noemi (Rüegg) an die Spitze gebracht und dort ein Tempo angeschlagen, dass mir gut gepasst hat. Als Kasia oder Demi attackiert haben, wollte ich nicht mitgehen. Dafür war der Tempo-Unterschied zu groß. Der Plan war, mit unserem Tempo da wieder hinzufahren, was am Ende fast geklappt hätte. Es war schön, dass ich mit zwei Mädels von UAE zusammen war, mit ihnen konnte ich gut zusammen arbeiten. So war ich nicht die ganze Zeit im Wind. Andere waren heute stärker. Ich habe alles gegeben.“
Dominika Wlodarczyk (UAE – L’IMAD / Achte / Eurosport): “Es war ein superbrutaler Tag. Ich bin sehr stolz auf meine Leistung. Ich habe gemacht, was ich konnte. Es ist natürlich immer etwas traurig, weil es nicht genug war, aber ich bin stolz auf meine Leistung. Das Rennen endet in Nizza und ich muss ehrlich sein, ich will gar nicht über den Parcours dort nachdenken.“
Liane Lippert (Movistar / 56. / ARD): “Es war ganz angenehm. Ich hatte eine nette Gruppe – auch wieder mit Franzi Koch. Es war sehr windig auf jeden Fall. Franzi und ich hatten den gleichen Job, bis zur letzten Kurve vor dem Anstieg sind wir gegeneinander gefahren. Aber danach zusammen entspannt mit dem Gruppetto hoch. Die Beine waren gut. Ich denke, dass das ganze Team gut drauf ist. Wir haben den Leadout in einem harten Moment sehr gut gemeistert, als andere Teams nur noch ein paar Fahrerinnen übrig hatten.“
Rosa Maria Klöser (Canyon – SRAM / 78. / RSN): “Wir sind natürlich unfassbar stolz. Queen K hat heute richtig gezeigt. Kasia ist eine extrem explosive Fahrerin und gerade auf den steilen Stücken ist sie extrem stark. Ich glaube, wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben diese Tour gezeigt, dass wir immer echt gut repräsentiert waren und aggressiv fahren – und genau das hat Kasia umgesetzt. Wir werden auf jeden Fall versuchen, dieses Gelbe Trikot mit nach Hause zu nehmen. Das ist die ganz klare Ansage. So werden wir auch fahren.“
Sebastian Unzue (Sportdirektor Movistar / RSN): “Es war heute sehr klar, dass jemand stärker war. Wir gratulieren Kasia zu einer unglaublichen Leistung. Dort zu attackieren und es bis nach oben zur Ziellinie durchzuziehen, ist unglaublich. Von unserer Seite aus müssen wir zufrieden und stolz sein. Ich bin stolz auf Marlen, wie sie den Tag gemeistert hat, aber auch jede einzelne Etappe bei dieser Tour. Wir haben gekämpft, um das Gelbe Trikot zu verteidigen, sie hat alles versucht, aber wenn jemand besser ist, kann man nicht mehr machen.“
Lars Boom (Sportdirektor FDJ United – Suez / Sporza): “Haben Marlen und Demi etwa Poker gespielt? Ich glaube, beide waren am Ende ihrer Kräfte. Demi hatte lange zu kämpfen, obwohl sie auf dem letzten Kilometer eine gute Aufholjagd startete. Sie hätte sich vielleicht bessere Beine gewünscht. Aber es hatte keinen Sinn, früher anzugreifen, da der Anstieg nicht steil genug war und der Wind es schwierig machte. Wir geben niemals auf. Morgen erwartet uns ein weiterer sehr harter Tag, vielleicht liegt Demi der ja besser als heute.“
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