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06.04.2005 - (sid/ra) - Radsprinter Danilo Hondo vom Team Gerolsteiner ist weltweit der erst fünfte Sportler, bei dem die Dopingsubstanz Carphedon festgestellt wurde. Laut Prof. Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie in Köln, soll das verbotene Aufputschmittel die "physische Leistungsfähigkeit verbessern und auch die Toleranzschwelle gegen Kälte anheben".
Schänzer spricht von einer "Designer-Stimulanz mit verkappter Amphetamin-Struktur", die wie Bromantan in den neunziger Jahren in Russland "wohl für das Militär, aber auch für den Sport entwickelt wurde", also nicht medizinischen Zwecken dienen sollte. Bromantan hatte bei den Olympischen Spielen 1996 für Schlagzeilen gesorgt, als es vier russischen Athleten nachgewiesen wurde.
Negatives Ergebnis von Hondos B-Probe auszuschließen
Carphedon war bei Hondo Anfang März in zwei A-Proben von der Murcia-Rundfahrt entdeckt worden. Inzwischen hat der 31-Jährige die Öffnung der B-Proben beantragt. Die Gegenkontrollen werden ebenfalls im IOC-Labor in Madrid vorgenommen, der Termin steht noch nicht fest. Weil es sich um zwei deckungsgleiche A-Ergebnisse handelt, halten Experten ein negatives Resultat der B-Proben für nahezu ausgeschlossen.
Hondos Chancen auf einen Freispruch sind auch deshalb minimal, weil zusätzliche Untersuchungen im Kölner IOC-Labor keine Entlastung gebracht haben. Weder Hondos Nahrungsergänzungsmittel noch ein bei der Murcia-Tour verabreichtes Medikament wiesen Spuren der Stimulanz auf. Schänzer glaubt auch nicht, dass die Substanz über Tierfutter in die menschliche Nahrungskette gelangt sein könnte: "Zumindest ist uns so etwas bislang nicht bekannt."
Carphedon im Internet als bloße Substanz bestellbar
Carphedon steht seit 1998 auf der IOC-Verbotsliste. Es ist offensichtlich in keinem am Markt verfügbaren Medikament enthalten, allerdings auf einschlägigen Internetseiten als bloße Substanz bestellbar. Schänzer: "Es wurde weltweit bisher nur in vier Fällen nachgewiesen, in Köln überhaupt noch nicht. Man kann also von einem seltenen Gebrauch ausgehen."
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