LIVE Ticker
96. Giro d'Italia [weiter]
Aktuelle Nachrichten
Live-Ticker
Ergebnisse
Teams
Fahrer
TV-Termine
Giro d'Italia 2013
Tour de France 2013
Vuelta a España 2013
Archiv
Links
Lexikon
Mobil / WAP / PDA
Homepage-News
RSS-Feed
Radsport-Aktiv.de
Radsport-News.com
Mediadaten
Produktinformationen
Datenschutz
Kontakt / Impressum
10.04.2005 - Roubaix (dpa) - An Tom Boonen führte wieder kein Weg vorbei. Steffen Wesemann vom T-Mobile-Team hat in der «Hölle des Nordens» zwar verbissen gekämpft, aber am eindrucksvollen Sieg des im Moment überragenden Belgiers nichts ändern können.
Bei der 103. Auflage des Kopfsteinpflaster-Klassikers Paris - Roubaix wiederholte der 24-Jährige seinen Erfolg bei der Flandern-Rundfahrt und schaffte das begehrte Double, das bisher in der Geschichte des Radsports nur acht Fahrer schafften.
Wesemann, 2002 Zweiter auf der Radrennbahn in Roubaix, erreichte das Velodrom nach 259 Kilometern in der ersten größeren Verfolgergruppe auf Rang 15 als bester deutscher Starter dreieinhalb Minuten nach Boonen. Er hatte die entscheidende Attacke des späteren Siegers etwa 56 km vor dem Ziel verpasst. Joseph Fischer bleibt der bisher einzige deutsche Sieger des mörderischen Rennens - der Münchner gewann die Premiere 1896. Das Bonner Star-Ensemble fährt damit dem ersten Saisonsieg 2005 weiter hinterher und bleibt so erfolglos wie zuletzt 1992.
Boonen, zu Beginn seiner Profi-Karriere in Diensten von Lance Armstrong, gewann das siebte ProTour-Rennen der Saison mit 26 Kopfsteinpflaster-Passagen über insgesamt 54,7 km im Sprint einer dreiköpfigen Spitzengruppe vor dem Armstrong-Helfer George Hincapie (USA) und dem Spanier Juan Antonio Flecha. Nach diesem Triumph nach 6:27:31 Stunden Schwerstarbeit schob sich der neue belgische Superstar an die Spitze der Jahreswertung, die die 27 wichtigsten Rennen umfasst.
«Zabel hatte im ungünstigsten Moment, als Boonen angriff, einen Reifenschaden und fiel zurück. Wesemann reagierte auch nicht, weil er zu weit hinten fuhr und den Antritt Boonens offensichtlich nicht rechtzeitig mitbekam. Wir hoffen jetzt auf die restlichen Frühjahrs- Klassiker», sagte T-Mobile-Manager Walter Godefroot. «Ich war an jedem Pflasterstück in vorderer Position. Ausgerechnet als Boonen attackierte, lag ich an etwa 25. Stelle und konnte nicht schnell genug reagieren», erklärte Wesemann.
Obwohl der prognostizierte Regen größtenteils ausblieb, waren Stürze auch diesmal an der Tagesordnung. Besonders heftig hatte es zunächst den Mitfavoriten Peter van Petegem erwischt. Der Belgier kämpfte sich bei Rennhälfte wieder an die erweiterte Spitze heran, stieg 100 km vor dem Ziel aber doch vom Rad. Verletzungen an Hand und Ellenbogen stoppten den Roubaix-Sieger von 2003.
Auch die Teamleiter blieben vor unliebsamen Zwischenfällen auf dem Jahrhunderte alten Kopfsteinpflaster nicht gefeit: In entscheidender Phase hatte der T-Mobile-Begleitwagen mit Mario Kummer am Steuer einen platten Reifen. Fast zum gleichen Zeitpunkt hatte Boonen 56 km vor dem Ziel attackiert und Wesemann sowie Vize-Weltmeister Zabel, dessen Rad nach einem Defekt ersetzt werden musste, abgehängt. 20 Km später stürzte der Berliner, verletzte sich an der Hüfte und am Arm, beendete das Rennen aber noch.
Um Boonen hatte sich eine prominent besetzte Spitzengruppe mit Hincapie, Vorjahressieger Magnus Backstedt (Schweden) und Flecha gebildet. In deren Rücken hatte Wesemann die Verfolgung an der Spitze einer siebenköpfigen Gruppe organisiert. Aber der Anschluss war nicht mehr zu schaffen und am 61. belgischen Erfolg nichts mehr zu ändern.
Vor dem Start in Compiegne nördlich von Paris hatten Dopingfahnder des Weltverbandes UCI Blutkontrollen bei 31 Fahrern vorgenommen, betroffen war auch das T-Mobile-Team. Bei keinem Fahrer wurden auffällige Befunde festgestellt.