90. Giro d’Italia: Di Luca verteidigt rosa Trikot

Diesmal kommt Förster an Petacchi vorbei

17.05.2007  |  Frascati (dpa/sid/Ra) - Robert Förster sorgt beim Giro weiter für Furore: Der Gerolsteiner-Profi aus Markleeberg feierte im Ziel der 5. Etappe des 90. Giro d`Italia seinen zweiten Etappensieg nach 2006, als er die damalige Giro-Abschlussetappe in Mailand für sich entscheiden konnte.

Bereits auf der 3. Etappe hatte er mit seinem zweiten Rang hinter Milram-Star Alessandro Petacchi deutlich gemacht, dass mit ihm in diesem Jahr zu rechnen sein würde. Nach 173 Kilometern von Teano nach Frascati verwies Förster auf der leicht ansteigenden Zielgeraden in der für ihren Weißwein bekannten Stadt Frascati den Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole) auf den zweiten Rang. Dritter wurde Petacchi.

"Das hat Robert unheimlich geschickt gemacht. In dem kurvigen Finale hat er genau das richtige Timing gehabt", sagte Gerolsteiners sportlicher Leiter Christian Henn. "Bei meinem zweiten Platz auf der dritten Etappe hinter Petacchi habe ich schon gemerkt, dass ich die richtige Form mit zum Giro gebracht habe. Dieser Sieg bestätigt mich", erklärte Förster. «Das war ein Sprint mit hohem Risiko. Zum Glück hat sich der Einsatz gelohnt. Die letzten zwei Kilometer bergab waren so schnell - ich wusste nicht, wer vor, neben oder hinter mir ist. Meine Team-Kollegen habe mich im Finale perfekt unterstützt», freute sich der Sachse, der jetzt auch ein Gerolsteiner-Kandidat für die Tour de France sein könnte. Für den Rennstall aus der Eifel war es der erste Sieg beim diesjährigen Giro und der achte in dieser Saison.

Im verwinkelten und am Ende leicht ansteigenden Finale hatte Förster taktisch geschickt agiert und im richtigen Moment eine Lücke zum entscheidenden Antritt genutzt, den weder Weltmeister Paolo Bettini noch Robbie McEwen und auch nicht Petacchi kontern konnten. "Ich habe den ganzen Sprint im Wind gefahren. Dann bin ich auch noch eingeklemmt wurden ", lamentierte der Milram-Kapitän. ". Heute dachte ich, noch einmal gewinnen zu können. Das Wichtigste aber war, dass ich mich gut fühle." Petacchi konnte sich damit trösten, das „Maglia Ciclamino“ von Robbie McEwen zurück zu holen. Am Vortag hatte der Australier die Führung in der Wertung des besten Sprinters übernommen. Nun führt sein italienischer Konkurrent 57 Punkte) mit drei Punkten vor dem kleinen Australier und neun Punkte auf Förster (45 Punkte).

Die Führung in der Gesamtwertung behauptete der Italiener Danilo Di Luca (Liquigas), der wie alle Favoriten zeitgleich mit dem Hauptfeld ins Ziel kam. Der Pro-Tour-Sieger von 2005 liegt weiterhin 26 Sekunden vor seinem Teamkollegen Franco Pellizotti.

Besonders aktiv zeigte sich wieder das durch eine Wildcard ins Rennen gekommene Zweitliga-Team Tinkoff, bis zu dessen Suspendierung auch Arbeitgeber des Ansbachers Jörg Jaksche. Der russsische Bahn-Olympiasieger und Tinkoff-Neuzugang Michail Ignaziew attackierte erneut früh, fuhr lange zusammen mit dem Franzosen Mickael Buffaz (COF) (Cofidis) an der Spitze, wurde aber vom Feld vor dem letzten Anstieg 16 Kilometer vor dem Ziel gestellt.

Veränderungen im Gesamtklassement könnte es auf der sechsten Etappe am Freitag wieder geben, wenn nach etwa der Hälfte des 177km langen Teilstücks von Tivoli nach Spoleto die erste Bergwertung der ersten Kategorie auf dem Programm steht. Auf dem Weg ins Ziel folgen dann noch ein Anstieg der dritten sowie einer der zweiten Kategorie.

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