Profi-Radsport

Giro d´Italia: Di Luca weiter in "Rosa"

Garzelli fängt Simoni noch ab

26.05.2007 - Bergamo (dpa/Ra/sid) – Der Italiener Stefano Garzelli hat die 14. Etappe des Giro d`Italia gewonnen. Der 33-jährige Kapitän des Zweitdivisionärs Acqua Sapone überspurtete in der Altstadt von Bergamo auf den letzten Metern noch seinen Landsmann Gilberto Simoni (Saunier Duval).

Simoni war allerdings sauer, weil Garzelli den Windschatten von zwei Motorrädern des italienischen Fernsehens zur Aufholjagd nutzte. "Bravo, das habt ihr gut gemacht", schimpfte der Italiener. Er hatte vier Kilometer vor dem Ziel beim letzten kleinen Anstieg eine Attacke gestartet und eine sieben Fahrer starke Spitzengruppe gesprengt. Dritter auf dem 192 Kilometer langen Tagesabschnitt von Cantu nach Bergamo wurde mit Weltmeister Paolo Bettini (Quick Step)ein weiterer Italiener.

In der Gesamtwertung gab es bei dieser von zahlreichen Ausreißversuchen gekennzeichneten Etappe keine Veränderungen. Danilo di Luca (Liquigas), am Vortag Dritter des Zeitfahrens, kam als Achter mit 38 Sekunden Rückstand ins Ziel und behauptete die Spitzenposition vor seinem Landsmann und Zeitfahrsieger Marzio Bruseghin (Lampre)sowie dem Luxemburger Andy Schleck (CSC). Simoni verbesserte sich um drei Positionen auf den fünften Platz.

Die sieben Fahrer starke Spitzengruppe, die das Ende unter sich ausmachte, hatte zunächst einer Kopfgruppe von 16 Fahrern angehört, die sich 54 Kilometer vor dem Ziel gebildet hatte, kurz danach am Berg wieder auseinander gefallen war. Ausgangspunkt für diesen Ausreißversuch war Sven Kraus (Gerolsteiner), der nach 80km attackiert hatte, aber dem Tempo bald Tribut zollen musste.

Weiter konstante Leistungen zeigt der Gerolsteiner-Youngster Matthias Ruß. Der 23-jährige Bergspezialist kam auf Platz 32 ins Ziel und kletterte im Gesamtklassement auf Rang 26. "Matthias ist wieder im Bereich seiner Möglichkeiten gefahren. Er hat die Konstanz, immer vorne dabei zu sein", sagte Gerolsteiners Sportlicher Leiter Christian Wegmann. "Er muss zwar ans Limit gehen. Aber er überzieht nicht. Die Erfahrung, die er im vergangenen Jahr beim Giro gesammelt hat, zahlt sich aus." Zur morgigen Etappe wird Gerolsteiner allerdings nur noch mit vier Fahrern antreten. Der Schweizer Neuzugang Oliver Zaugg musste wegen anhaltender Sitzbesachwerden aufgeben.

Am Sonntag steht die 184km lange Königsetappe mit der Bergankunft im 2320m hoch gelegenen Tre Cime di Lavaredo auf dem Programm. Zuvor müssen die Fahrer allerdings noch über den Passo San Pellegrino (1918m) und den Passo Giau (2236m) klettern.

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