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18.05.2007 - (dpa/Ra/sid) – Der Italiener Marco Pinotti hat auf der 6. Etappe des Giro d’Italia das rosa Trikot erobert. Der 31-jährige T-Mobile-Profi überließ dabei nach 177km von Tivoli nach Spoleto den Sieg seinem Mitausreißer, den Kolumbianer Luis Felipe Laverde (Ceramica Panaria). Tagesdritter wurde der Franzose Christophe Kern (Credit Agricole).
Eine fünfköpfige Ausreißergruppe mit Pinotti, Laverde, dem Franzose Christophe Kern (Credit Agricole), dem Schweizer Hubert Schwab (Quick Step) und dem Italiener Daniele Contrini (Tinkoff) hatte sich bereits nach 61 Kilometern abgesetzt. Der Vorsprung des Quintetts betrug zwischenzeitlich mehr als sieben Minuten. Am Ende kamen Tagessieger Laverde und Pinotti 6:55 Minuten vor den Verfolgern ins Ziel. Auch am letzten Anstieg auf 491 Höhenmeter zum Gipfel Forca di Cerro kam das vom Liquigas-Team angeführte Feld nicht mehr an die Führenden heran. Pinotti, italienischer Zeitfahrmeister von 2005, und Laverde hatten sich bereits am vorletzten Anstieg von ihren Mitausreißern abgesetzt. Alle drei Bergwertungen hatte sich Laverde gesichert, der damit das Grüne Trikot des besten Kletterers von di Luca übernahm. Auf Platz zwei in der Gesamtwertung kämpfte sich Schwab (3:30 Minuten zurück) vor di Luca (4:12) vor.
Der neue Spitzenreiter Pinotti war vor der Saison von Saunier Duval zu T-Mobile gewechselt, nachdem er seine Profilaufbahn 1999 bei Lampre gestartet hatte. Der in Bergamo geborene Pinotti, der zum dritten Mal den Giro fährt, hatte schon im Vorjahr bei der Italien-Rundfahrt für Furore gesorgt, als er sich im großen Zeitfahren nur Jan Ullrich und Ivan Basso beugen musste, die beide in diesem Jahr wegen ihrer Doping-Verstrickungen fehlen.
Den Sprint des Feldes entschied der Milram-Kapitän Alessandro Petacchi vor dem Weißrussen Alexander Usow (AG2R) für sich. Petacchi verteidigte das Trikot des Punktbesten vor Robbie McEwen (Predictor-Lotto) und Gerolsteiner-Sprinter Robert Förster, die beide heute im Gruppetto ins Ziel kamen.
Deutsche Fahrer konnten im Hinterland von Rom nicht in den Kampf um den Tagessieg eingreifen, nachdem Förster am Vortag triumphiert hatte.Bei T-Mobile musste Thomas Ziegler aufgeben, so dass kein Deutscher mehr für die Bonner beim Giro fährt.
"Wenn man an etwas glaubt, kann man es wahr machen. Ich wette, alle Sportliche Leiter in den Fahrzeugen haben hin und her überlegt, ob man mich verfolgen soll", sagte Pinotti, der sich im Ziel als fairer Sportsmann zeigte und Laverde den Sieg überließ: "Es ist mein erstes Führungstrikot überhaupt. Im Finale war ich war mir dessen sicher. Laverde vorzulassen war die richtige Geste von mir. So hatten wir beide etwas von unserer Flucht."
"Wir haben in der Mannschaftssitzung besprochen, dass wir angreifen“, so T-Mobiles Sportlicher Leiter Valerio Piva. „Dass es schon so früh klappt, hat uns überrascht. Aber Marco hat unsere Taktik dann super umgesetzt und vollendet. Für einen Italiener ist das Rosa Trikot natürlich ein Traum. Wir sind hochzufrieden und haben einen sehr schönen Tag.“
Fortgesetzt wird die Italien-Rundfahrt am Samstag mit der siebten Etappe von Spoleto nach Scarperia, die mit 254km der längste Tagesabschnitt des diesjährigen Giro ist. Am Sonntag führt das achte Teilstück über 200km von Barberino di Mugello nach Fiorano/Modena.
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