Profi-Radsport

BDR-Chef stellt sich vor Sprenger

Scharping will sich mit Innenminister Schäuble treffen

27.06.2007 - Berlin (dpa) - Präsident Rudolf Scharping vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) will sich mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble treffen. Dies betätigte Scharping am 27. Juni.

Über einen Termin habe man sich noch nicht geeinigt, sagte der ehemalige Verteidigungsminister, der «zu Spekulationen» über den Inhalt dieses Treffens keine Stellungnahme abgeben wollte. Der Sportausschuss-Vorsitzende im Bundestag, Peter Danckert, hatte erklärt, dass er eine finanzielle Unterstützung des Profi-Radsports in Deutschland für nicht mehr vertretbar hält.

Über öffentliche Fördermittel machte sich auch Michael Vesper, der Generalsekretär des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB, öffentlich Gedanken. «Der DOSB hat immer deutlich gemacht, dass eine öffentliche Förderung nur möglich ist, wenn ein glaubwürdiger Anti- Doping-Kampf gemacht wird. Natürlich sind wir über die immer neuen Vorwürfe besorgt», erklärte er der «Netzeitung».

Scharping stellte sich noch ein Mal schützend vor seinen Vize-Präsidenten Udo Sprenger, dem in der ARD-Sendung «Report Mainz» von einer im Bild unkenntlich gemachten Person schwere Doping-Vorwürfe gemacht worden waren. Der ehemalige Kriminal-Kommissar Sprenger, Mord-Dezernat und Drogen-Kriminalität, hat inzwischen Anzeige gegen unbekannt wegen falscher Eidesstattlicher Erklärung erstattet. «Ein anonymer Feigling hat einen unbescholtenen Kriminalbeamten beschuldigt. Gut, dass das jetzt in Händen der Staatsanwaltschaft liegt», sagte Scharping der Deutsche Presse-Agentur dpa.

Laut «Berliner Zeitung» bekommt der BDR 2007 rund 1,6 Millionen Euro aus Fördermitteln für Lehrgänge der Athleten und Trainingslager. Etwa 700 000 Euro seien für das Personal vorgesehen, das im Leistungssport arbeitet. Dazu zählen auch Ärzte, die in zwei Fällen in «Report Mainz» auch mit Doping in Verbindung gebracht worden waren.

In dem Blatt forderte Scharping-Vorgängerin Sylvia Schenk, die BDR-Sportdirektor Burkhard Bremer beschuldigte, 2004 auffällige Blutwerte des Bahnfahrers Christian Lademann verheimlicht zu haben, ein radikales Umdenken. «Man muss die alte Denke aus dem Verband heraus bekommen. Das geht nur über eine unabhängige Institution, durch Kontrolle von außen. Wenn im BDR einer den anderen kontrolliert, bleibt alles wie es ist», sagte sie.

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