Erfurter ist in den Sprints der Top-Favorit

Kittel beim Giro ähnlich erfolgreich wie bei der Tour?


Auch beim Giro der Sträkste? Marcel Kittel (Goiant-Shimano) nach seinem Sieg beim Scheldepreis 2014 | Foto: Cor Vos

07.05.2014  |  Belfast (dpa/rsn) – „Il Kaiser“ nannte die italienische Presse Jan Ullrich bei dessen Giro-Auftritten. Die Gastgeber des 97. Giro d`Italia können nach einem neuen Spitznamen für einen anderen deutschen Radprofi suchen.

Marcel Kittel (Giant-Shimano) hat ab Freitag zunächst in Nordirland und dann in Italien auch das Potenzial zum Star. Der 25-Jährige kommt mit der Empfehlung von vier Etappensiege der Tour de France 2013.

„Ich weiß, es gibt eine Menge Möglichkeiten für mich. Ich werde jetzt aber keine Zahl von Siegen nennen - da kann man nur enttäuscht werden“, sagte der Erfurter der Nachrichtenagentur dpa vor seinem Abflug auf die britische Insel. Sollte ihm auch beim Giro ein Tagessieg gelingen. Wäre er bei allen drei großen Rundfahrten erfolgreich.

„Marcel kann eine Menge Etappen gewinnen. Er scheint hier mit Abstand der stärkste Sprinter zu sein“, meinte Routinier Danilo Hondo, beim Trek-Team Anfahrer für Giacomo Nizzolo.

Der schnelle Italiener gehört zur überschaubaren Sprinter-Konkurrenz, ebenso wie der bereits 40-jährige Alessandro Petacchi (Omega Pharma-Quick Step) und Elia Viviani (Cannondale) sowie Nacer Bouhanni (FDJ.fr) aus Frankreich. Mark Cavendish (Omega Pharma-Quick Step) verzichtet dagegen ebenso wie André Greipel (Lotto Belisol), der nach seiner Schulter-Operation noch nicht in Top-Form ist.

Kittel, der auf drei Helfer aus dem Tour-Team 2013 zurückgreifen kann, hofft auf eine „stressfreiere Zeit als bei der Tour“. Ansonsten ist er vor seiner Premiere auf Hörensagen angewiesen. „Kollegen haben mir berichtet, der Giro ist irgendwie anders als die Tour. Nicht so viel Stress, sehr emotional, typisch italienisch eben.“

Nach dem Mannschaftszeitfahren zum Auftakt ist schon die 2. Etappe für den Top-Sprinter maßgeschneidert. Auch der folgende Abschnitt nach Dublin dürfte ihm liegen.

Doch selbst wenn es optimal losgehen sollte, „das Sprintertrikot ist kein Thema“, meinte Kittel. Er will mit seinen Kräften haushalten, denn „mein Highlight bleibt die Tour.“

Die Erholungszeit vom Giro-Ende am 1. Juni bis zum Tourstart am 5. Juli dürfte reichen. Wahrscheinlich wird sie Kittel noch verlängern und sich die letzte Giro-Woche in den Dolomiten schenken. „Wenn ich merke, dass ich müde werde, fälle ich eine vernünftige Entscheidung“, umschrieb der große Blonde diplomatisch, die Möglichkeit eines Ausstiegs.

Den radsportverrückten Tifosi gab er im Scherz schon einmal den Tipp für einen womöglich passenden Kosenamen: „Vielleicht `Der Dicke`.“

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