54,526 Kilometer - Dowsetts Marke geknackt

Wiggins stellt in London einen neuen Stundenweltrekord auf


Bradley Wiggins (Sky) will am Sonntag einen neuen Stundenweltrekod aufstellen. | Foto: Cor Vos

07.06.2015  |  (rsn) – Bradley Wiggins hat in London einen neuen Stundenweltrekord aufgestellt. Der 35 Jahre alte Brite unterbot am Abend vor 6.000 begeisterten Zuschauern im Lee Valey Velopark die Bestmarke seines Landsmanns Alex Dowsett deutlich. Wiggins, der nichts dem Zufall überlassen und sich am Vorabend sogar seinen Bart abrasiert hatte, kam in 60 Minuten genau 54,526 Kilometer weit.

„Ich bin froh, dass es geschafft ist. Ich werde nie wieder so nahe daran kommen zu wissen, wie es sein mag, ein Baby zu bekommen“, kommentierte Wiggins die Tortur über eine Stunde mit der für ihn typischen Eigenwilligkeit. „Ich habe mich immer mit den ganz Großen verglichen und bin jetzt einfach nur froh, nun zu diesen Jungs dazuzugehören.“

„Ich bin total begeistert. Das ist einer der Höhepunkte meiner Karriere als Trainer. Es war nervenaufreibend und er hat gekämpft, gekämpft, gekämpft“, sagte sein  deutscher Coach Heiko Salzwedel mi Blick auf das Ergebnis, das ziemlich genau dem voher ausgearbeiteten Plan entsprach.

Dowsett hatte Anfang Mai in Manchester 52,937 Kilometer in der Stunde absolviert, Wiggins legte nun in 1.589 Meter mehr zurück. An Chris Boardmans Weltbestleistung von 56,375 Kilometern, aufgestellt am 6. September 1996 ebenfalls in Manchester, scheiterte der Tour de France-Gesamtsieger von 2012 allerdings deutlich.

Mit einer Übersetzung von 58/14 zog Wiggins vom Startschuss weg gleichmäßig seine Bahnen. Nach den ersten 30 Runden hatte er sich bereits einen Vorsprung von 20 Sekunden auf Dowsett erarbeitet, den er in der Folge sukzessive ausbaute, bis auf knapp eine Minute nach 20 Kilometern. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf einem 54-Kilometer-Kurs, nach 15 weiteren gefahrenen Kilometern lag sein Schnitt bereits bei 54,5 km/h.

Auf den letzten zehn Kilometern konnte Wiggins, der auf einer Spezialanfertigung der Marke Pinarello unterwegs war - die durch Optimierungen in der Aerodynamik weitere gut sieben Prozent Leistungsersparnis gegenüber den bereits hochgezüchteten Boliden der Edelmarke erbringen sollte - sein Tempo nicht ganz durchhalten. Doch es reichte, um die zuvor angepeilte Marke von 54,500 Kilometern sogar noch leicht zu überbieten.


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