World Bicycle Relief hilft mit Fahrrädern in in Afrika, Südostasien und Südamerika

Welttag des Fahrrads: “Ein Fahrrad kann viel bewirken!“

Von Lena Kleine-Kalmer

Foto zu dem Text "Welttag des Fahrrads: “Ein Fahrrad kann viel bewirken!“"
| Foto: worldbicyclerelief.org

03.06.2018  | 

Im April dieses Jahres hat die General-Versammlung der Vereinten Nationen per Resolution den 3. Juni zum offiziellen Welttag des Fahrrads (World Bicycle Day) ernannt. Damit erkennen die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen das Fahrrad als einfaches, erschwingliches, zuverlässiges und umweltfreundliches Transportmittel an, das die Erreichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung voranbringt:

Das Fahrrad stärkt Bildung, sorgt für bessere Gesundheit
und beugt Krankheiten vor. Es fördert Toleranz, gegenseitiges Verständnis und Respekt, unterstützt soziale Inklusion und eine Kultur des Friedens.

Dazu Dave Neiswander, Geschäftsführer der internationalen Hilfs-Organisation World Bicycle Relief: „Mobilität ist ein wichtiger Baustein für Entwicklung. Vor allem im ländlichen Afrika haben die meisten Menschen oft nur die eigenen Füße, um die Entfernungen zu überwinden, die zwischen ihnen und Bildungsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung und besserem Einkommen liegen.

Ein einfaches Fahrrad kann hier viel bewirken:
Kinder und Jugendliche kommen schneller zur Schule, Pflegekräfte erreichen mehr Menschen mit Behandlung und Prävention, Kleinbauern haben besseren Zugang zu Märkten, um ihre Produkte zu verkaufen.”

Mit dem Beschluss zum Weltfahrradtag fordern die Vereinten Nationen ihre Mitgliedstaaten zudem auf, dem Fahrrad in ihren Entwicklungs-Strategien besondere Aufmerksamkeit zu widmen und es in politische Entscheidungen und Programme einzubeziehen - von der internationalen bis zur lokalen Ebene.

Kristina Jasiunaite, Europa-Direktorin von World Bicycle Relief,
meint dazu: „Fahrräder sind im besten Sinne ein Vehikel für die globalen Nachhaltigkeitsziele, werden aber bei Planung von Entwicklungs-Projekten häufig nicht mitgedacht. Der Weltfahrradtag wird dabei helfen, das Bewusstsein für die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung von Mobilität in Entwicklungsländern zu schärfen und dazu beitragen, dass niemand zurückgelassen wird, nur weil sie oder er weit entfernt von Schule, Krankenstation oder Arbeitsmarkt lebt.”

Über das eigene Schulprogramm BEEP (Bicycles for Educational Empowerment) gibt World Bicycle Relief Fahrräder an Schülerinnen und Schüler, die einen besonders weiten Schulweg haben. Auf diese Weise konnten in ländlichen Gegenden Subsahara-Afrikas die Anwesenheitsraten von Schulkindern um 28 Prozent gesteigert werden. Die schulischen Leistungen verbesserten sich um bis zu 59 Prozent.

Rund 70 Prozent der Fahrräder im Rahmen dieser Schul-Programme
gehen an Mädchen, da sie in der Regel größere kulturelle und soziale Hürden zu überwinden haben, um am Unterricht teilzunehmen als Jungen. Durch die Fahrrad-Programme gehen die Schulabbruchraten von Mädchen deutlich zurück.

World Bicycle Relief arbeitet zudem mit Kleinbauern und Gesundheitsfachkräften im ländlichen Afrika zusammen, für die Mobilität eine tägliche Herausforderung ist, um Märkte und Patienten zu erreichen. Mit einem Fahrrad können Pflegekräfte dort 45 Prozent mehr Patienten pro Tag besuchen als zu Fuß. Milchbauern in Sambia konnten mithilfe von Fahrrädern ihre Produktion um 25 Prozent und ihr Einkommen um 23 Prozent steigern.

Über World Bicycle Relief
Die internationale Nichtregierungs-Organisation World Bicycle Relief produziert robuste, speziell für die Nutzung in ländlichen Regionen entwickelte Fahrräder. Diese „Buffalo-Bikes” werden vor Ort montiert, eigens hierfür ausgebildete, lokale Fahrradmechaniker übernehmen die Wartung.
Bis heute hat World Bicycle Relief mehr als 400 000 Fahrräder ausgeliefert und über 1900 Mechaniker ausgebildet – in Afrika, Südostasien und Südamerika. Programm-Büros und Montage-Stätten gibt es in Kenia, Sambia, Simbabwe und Malawi.

Lena Kleine-Kalmer ist Pressesprecherin von World Bicycle Relief Deutschland.

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