Giro und Bell mit Helm im Helm

Zweite Zündstufe des MIPS-Systems

21.08.2025  |  Ein Sicherheits-Feature, das sich aus modernen Radhelmen nicht mehr wegdenken lässt, ist MIPS – kurz für Multi-Directional Impact Protection System. Die Funktionsweise ist schnell erklärt: Um zu verhindern, dass beim Aufprall des Helms auf den Asphalt eine ruckartige Rotationsbewegung vom Helm auf den Kopf übertragen wird, ist eine dünne, bewegliche Schale ins Innere des Helms integriert. Diese ermöglicht eine gleitende Bewegung zwischen Helm und Kopf und bietet dadurch besseren Schutz vor bestimmten Verletzungen.

Im Rennsport setzen die besten Fahrerinnen und Fahrer auf Helme mit MIPS Spherical. | Foto: Thomas Maheux

In enger Zusammenarbeit mit MIPS haben die Helmhersteller Giro und Bell das System nun weiterentwickelt und entscheidend verbessert: Der „Spherical“ genannte Nachfolger stellt sozusagen einen Helm im Helm dar, bestehend aus zwei getrennten Schalen aus EPS-Schaum, beide mit einer harten Außenschicht bedeckt. Diese sind durch kleine Gummibrücken im Inneren sowie durch die Gurte des Helms verbunden und funktionieren wie ein Kugelgelenk, wobei sich die innere Schale um gut einen Zentimeter in jede Richtung bewegen lässt. Wenn die äußere Schale beim Aufprall am rauen Asphalt hängenbleibt, dreht sich die innere weiter und verhindert ein ruckartiges Abstoppen.

Die integrierte EPS-Schale des Giro Aries Spherical ist praktisch nicht sichtbar.

Im Vergleich zum bekannten MIPS-System bietet Spherical diverse Vorteile: Die neue Technologie lässt sich besser in den Helm integrieren, sodass beispielsweise Kompromisse bei der Belüftung oder beim Gewicht überflüssig werden. Das sieht man etwa an Giros Topmodell Aries Spherical, der auf der Redaktionswaage sogar minimal unter der offiziellen Gewichtsangabe von 265 Gramm in Größe M bleibt. Mit seinen großen, in Längsrichtung verlaufenden Belüftungsöffnungen ist er außerdem auf maximale Ventilation abgestimmt und damit im Profisport die Wahl vieler Athletinnen und Athleten.

Verschiebt man die beiden „Sphären“ gegeneinander, kommt die innere Schale zum Vorschein.

Der Bell XR Spherical wiederum überträgt die neue Technologie auf den Offroad-Bereich, wo Belüftung und Gewicht etwas hinter möglichst großflächigen Schutz zurücktreten. Der Kopfschutz für Gravel-Rider und Mountainbiker bietet zusätzlichen Schutz im Bereich von Schläfen und Hinterkopf; die stärker geschlossene Außenschale schützt bei Steinschlag und beim Aufprall auf unebene Oberflächen. Mit 325 Gramm in Größe L ist dies immer noch ein leichter Helm, der mit Höhenverstellung und magnetischem Einhand-Verschluss von Fidlock interessante Funktionsmerkmale bietet.

Beim Bell XR Spherical steht großflächige Schutzwirkung im Fokus.

MIPS Spherical wird von Giro und Bell exklusiv verwendet; die einzigartige Funktionalität des Systems ist dabei mit keinem deutlichen Preisaufschlag verbunden, vergleicht man etwa den Giro Aries Spherical mit den Topmodellen der Wettbewerber. Gute Nachrichten für alle, die maximale Sicherheit ohne Kompromisse wünschen!

Die Kombination aus hoher Sicherheit, optimaler Belüftung und geringem Gewicht ist im Wettkampf ein echter Vorteil. | Foto: Thomas Maheux



Preise Giro Aries Spherical 320 Euro, Bell XR Spherical 230 Euro
Gewichte Giro Aries Spherical ca. 265 Gramm (Gr. M), Bell XR Spherical ca. 325 Gramm (Gr. L)

Link zu  Giro Aries Spherical und Bell XR Spherical

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine