Zweiter Triumph bei Drentse 8 van Westerveld

Überlegener Sprintsieg: Hosking schlägt eindrucksvoll zurück

Von Felix Mattis aus Dwingeloo

Foto zu dem Text "Überlegener Sprintsieg: Hosking schlägt eindrucksvoll zurück"
Chloe Hosking (Ale Cipollini) hat zum zweiten Mal die Drentse 8 gewonnen. | Foto: Cor Vos

12.03.2017  |  (rsn) - Fünf Jahre nachdem sie in Dwingeloo zum ersten Mal triumphierte und einen Tag nach einem enttäuschenden Ausgang des Women's WorldTour-Events Ronde van Drenthe, hat Chloe Hosking (Ale Cipollini) in der Niederlande erneut ihre starke Frühform unter Beweis gestellt. Die Australierin sicherte sich im Sprint einer rund 30 Fahrerinnen großen Gruppe mit deutlichem Vorsprung vor Lotte Kopecky (Lotto-Soudal) aus Belgien und der am Vortag erfolgreichen Weltmeisterin Amalie Dideriksen (Boels-Dolmans) aus Dänemark den Sieg bei der Drentse 8 van Westerveld.

"Ich war freudig überrascht", sagte die 26-Jährige ob ihres Vorsprungs von drei Radlängen, der ihr erst beim Blick aufs Siegerfoto bewusst wurde. "Ich habe meinen Sprint sehr früh gestartet und befürchtete, dass sie vielleicht herankommen würden. Aber etwa 75 Meter vor dem Ziel habe ich nach unten geschaut und konnte keine Räder näherkommen sehen." Im Gegenteil: Hosking fuhr bis 25 Meter vor der Linie immer weiter von ihren Kontrahentinnen weg und konnte sich dann bereits vor der Linie zum Jubeln aufrichten.

"Es war kein reiner Massensprint, denn wir waren nur etwa 25 oder 30 Fahrerinnen in der Gruppe", erklärte sie am Ende des harten und mit 143 Kilometern für ein Frauenrennen auch sehr langen Rennens - Rennen über mehr als 140 Kilometer sind laut UCI-Reglement erst seit dieser Saison erlaubt. "Die Länge hat vielen die Kraft aus den Beinen gezogen, denke ich. Aber mir gefällt das so!"

Für Hosking war der Erfolg in Dwingeloo die erhoffte Wiedergutmachung, nachdem sie am Vortag zwar in der 14-köpfigen Spitzengruppe auf die letzten 15 Kilometer der Ronde van Drenthe ging, dort aber den entscheidenden Vorstoß des letztlich erfolgreichen Quartetts um Dideriksen verpasste. "Gestern war mein erstes großes Saisonziel und ich habe mich wirklich gut gefühlt, war am Ende aber zahlenmäßig unterlegen", so Hosking. "Ich war natürlich etwas enttäuscht, aber ich bin froh, wie wir heute zurückgeschlagen haben."

Das "Wir" benutzte die Australierin ganz bewusst, weil sie wusste, dass sie den Sieg auch der Arbeit ihrer Teamkolleginnen um Romy Kasper - die als beste Deutsche auf Rang 15 fuhr - zu verdanken hatte.

"Wiedergutmachung" konnte man auch über das Rennen der Zweitplatzierten Kopecky schreiben. Die Belgierin nämlich saß wie Hosking am Vortag ebenfalls in der Spitzengruppe, als sie knapp 20 Kilometer vor dem Ziel in einer Kurve wegrutschte und stürzte. Rang zwei in Dwingeloo ließ daher auch sie nun wieder strahlen.

Ein starkes Rennen fuhren auch die Deutschen Trixi Worrack, Lisa Brennauer und Mieke Kröger (alle Canyon-SRAM) sowie Lisa Klein (Cervelo-Bigla), die sich allesamt lange im ersten Feld aufhielten und für ihre Sprinterinnen Barbara Guarischi (Canyon-SRAM), die die Sprintwertung gewann und am Ende Siebte wurde, beziehungsweise Lotta Lepistö (Cervelo-Bigla / Platz 5) arbeiteten. Anna Knauer (Parkhotel-Destil) und Stephanie Pohl (Cervelo-Bigla) kamen in einer abgehängten Gruppe 3:40 Minuten nach Hosking als 74. und 75. ins Ziel, während Corinna Lechner (BTC City Ljubljana) und Kathrin Hammes (Tibco-SVB) aufgeben mussten.

Wie schon am Samstag bei der Ronde van Drenthe zeigte sich die Niederlande auch für die Drentse 8, die Ina Yoko Teutenberg von 2008 bis 2010 drei Mal in Folge gewann, ehe sie dort 2013 ihren schweren Sturz erlitt, der letztlich zum Karriereende führte, von ihrer schönsten Frühjahrs-Seite: strahlend blauer Himmel, angenehme Temperaturen und nicht allzu viel Wind. Trotzdem zerlegte sich das Peloton bereits während der ersten 50 Kilometer auf den weiten Feldern mehrmals in seine Einzelteile, um dann aber in der zweiten Rennhälfte nach zwei Passagen des bereits am Samstag angesteuerten VAM-Bergs größtenteils zusammen zu bleiben.

Auf den drei jeweils 5,5 Kilometer langen Schlussrunden um Dwingeloo hagelte es zwar noch einmal Attacken, doch bis auf Roxane Knetemann (FDJ Nouvelle Aquitaine Futuroscope) konnte sich niemand richtig absetzen, und dauch die Französin wurde eingangs der Schlussrunde wieder gestellt, so dass es zur Sprintankunft des dezimierten Pelotons kommen konnte.

Ergebnis:
1. Chloe Hosking (Ale Cipollini) 3:32:31 Stunden
2. Lotte Kopecky (Lotto-Soudal) s.t.
3. Amalie Dideriksen (Boels-Dolmans) s.t.
4. Coryn Rivera (Sunweb) s.t.
5. Lotta Lepistö (Cervelo-Bigla) s.t.
6. Nina Kessler (Hitec Products) s.t.
7. Barbara Guarischi (Canyon-SRAM) s.t.
8. Gracie Elvin (Orica-Scott) s.t.
9. Sheyla Gutierrez (Cylance Pro Cycling) s.t.
10. Jeanne Korevaar (WM3 Energie) s.t.

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