Sprinter verfährt sich in der letzten Kurve

Boras Plan B Bennett verpasst wegen Gaviria Sieg in Frankfurt

Von Joachim Logisch aus Frankfurt

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Sam Bennett (Bora-hansgrohe)| Foto: Cor Vos

01.05.2018  |  (rsn) - Hätte, wenn und aber… Bora-hansgrohe hat beim Klassiker Eschborn – Frankfurt alles richtig gemacht – fast! Sogar Plan B zündete. Doch dann verfuhr sich Sam Bennett in der letzten Kurve vor dem Ziel und der Norweger Alexander Kristoff (UAE Emirates) triumphierte zum vierten Mal vor der Alten Oper.

„Wir waren irgendwie die Initiatoren dieses Rennens“, behauptete der Sportliche Leiter Jens Zemke gegenüber radsport-news.com, um dann zu erklären: „Wir wollten am Anfang eine starke Gruppe bilden. Das ist uns mit Saramotins auch gelungen. Dann haben wir Mühlberger nach vorne geschickt und dann Emanuel Buchmann. Damit waren wir mit zwei Fahrer in der Spitzengruppe vertreten. Doch letztendlich wollten zu viele Sprinterteams den Sprint. Und wenn viele das wollen, dann kriegen sie den auch.“

Selbst mit diesem Fall hatte Bora-hansgrohe gerechnet. „Für den Zusammenschluss hatten wir Plan B mit Sam Bennett, der kurz vor dem Giro in guter Verfassung ist“, schildert Zemke den weiteren Verlauf, um resignierend zu enden: Und dann ist er Gaviria gefolgt, der einem Motorrad hinterherfuhr, das falsch abbog.“ Damit war auch Plan B nur noch Makulatur. Zemke: „Aber das ist keine Entschuldigung. Es ging zweimal durchs Ziel, da muss man wissen, wo es lang geht.“

Zerknirscht und am Boden zerstört entschuldigte sich Sam Bennett hinterher im Mannschaftsbus bei seinen Teamkollegen für diesen Fehler. Radsport-news.com schilderte er, was in der letzten 90-Grad-Kurve passierte: „Ich war hinter Gaviria, vor ihm fuhr ein Motorrad, das 300 Meter vor dem Ziel in der letzten Kurve rechts abbog. Gaviria fuhr dahinter und folgte, ich fuhr hinter ihm und musste eine Vollbremsung hinlegen und ich dachte nur: Mist, es geht linksrum. Man hätte es wissen müssen, wir sind es zuvor zwei Mal gefahren, aber es gab so viele Kurven und wenn man am Limit ist, dann folgt man einfach dem Vordermann. Ich musste dann neu beschleunigen.“

Mit letzter Anstrengung setzte er sich sogar noch mal an die Spitze und bis er 100 Meter weiter „platzte“. Kristoff - und in seinem Gefolge fünf weitere Fahrer – rasten an Bennett vorbei, der förmlich stehen blieb. Bennett: „Es war dann einfach zu weit. Hätte ich 300 Meter vor dem Ziel normal sprinten können, dann hätte ich es gehabt. So bin ich einfach nur angepisst.“ Hätte, wenn und aber…

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