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03.05.2018 | (rsn) - 21 Etappen, eine Gesamtdistanz von fast 3.600 Kilometern und rund 44.000 Höhenmeter: Das sind die Eckwerte des diesjährigen Giro d’Italia. radsport-news.com schaut genauer hin: Was verbirgt sich hinter den einzelnen Etappen der 101. Italien-Rundfahrt? Im dritten Teil beleuchten wir die Etappen zwölf bis 16. Im Mittelpunkt steht dabei die Bergankunft zum Monte Zoncolan.
12. Etappe, 17. Mai: Osimo – Imola, 214 Kilometer
Die Etappe sieht vom Profil her beinahe wie ein Strich mit dem Lineal aus. Und doch haben die Organisatoren auch an diesem Tag einen Stolperstein für die Sprinter eingebaut. Das Teilstück verläuft größtenteils an der Adriaküste entlang, biegt in der Küstenstadt Ancona ins Landesinnere ab und endet auf einem 15,3 Kilometer langen Rundkurs. Die Schlussrunde beginnt und endet auf der ehemaligen Formel-1-Rennstrecke Autodromo Enzo e Dino Ferrari, die das Fahrerfeld schließlich elf Kilometer vor dem Ziel in den besagten Stolperstein führt: den Tre Monti (4. Kategorie, maximal zehn Prozent steil). Von der Kuppe verbleiben noch rund sieben Kilometer bis ins Ziel, die überwiegend bergab auf den flachen Schlusskilometer führen. Das Etappenfinale dürfte hektisch und schwer zu kontrollieren sein – Nachteil für die Sprinterteams. Entsprechend haben auch eine Fluchtgruppe oder späte Angreifer aus dem Feld gute Chancen auf den Tagessieg. 2015 gewann Ilnur Zakarin eine zuvor deutlich bergigere Etappe in Imola.
13. Etappe, 18. Mai: Ferrara - Nervesa della Battaglia, 180 Kilometer
Das Teilstück führt nördlich entlang der Po-Ebene und ist vom Profil beinahe eine Kopie der Etappe vom Vortag. Unterwegs sind keinerlei topografische Schwierigkeiten auszumachen, ehe das Fahrerfeld die 30 Kilometer lange Schlussrunde rund um den Zielort Nervesa della Battaglia erreicht: Nach der Stadtausfahrt geht es in den Montello (4. Kategorie), der jedoch auf drei Kilometern Länge durchschnittlich nur 3,9 Steigungsprozente aufweist. Zudem liegt die Kuppe 19 Kilometer vor dem Ziel, so dass die Ankunft deutlich besser zu kontrollieren ist als am Vortag. Die letzten zwölf Kilometer verlaufen völlig flach, die letzte nennenswerte Kurve erfolgt fünf Kilometer vor dem Ziel. Ein Tag für die Sprinter? Das Profil lässt darauf schließen. Zu berücksichtigen ist jedoch, wie viele Sprinter zu diesem Zeitpunkt noch am Rennen teilnehmen. Entsprechend könnte am Ende auch ein Fahrer aus einer gut besetzten Fluchtgruppe jubeln.
14. Etappe, 19. Mai: San Vito al Tagliamento – Monte Zoncolan, 186 Kilometer
10,1 Kilometer Länge, im Schnitt 11,9 Prozent steil, maximal 22 Steigungsprozente sowie eine Passage zwischen Kilometer zwei und sechs, die durchschnittlich 15 Prozent Steigung aufweist – der Monte Zoncolan ist eine wahre Tortur. Zum sechsten Mal in der Geschichte setzen die Organisatoren den Alpenpass in die Giro-Route – zum fünften Mal wählen sie dabei die schwerere Anfahrt aus Richtung Ovaro. So wie 2010, als Chris Froome bei seiner bislang letzten Teilnahme 22 Minuten hinter Sieger Ivan Basso das Ziel am Zoncolan erreichte. Rückblickend bemerkte er einst: "Ich verspüre keine große Lust, diesen Anstieg noch einmal zu fahren." Möchte der Brite diesen Giro jedoch gewinnen, muss er sich dort schadlos halten. Gerade die Kletterer unter den Klassementfahrern werden diesen Anstieg nutzen wollen, um zeitfahraffine Konkurrenten wie Froome oder Tom Dumoulin zu distanzieren. Spektakel ist garantiert. Die letzte Ankunft am Monte Zoncolan gewann Michael Rogers im Jahr 2014 aus einer Fluchtgruppe. Die Etappe hat jedoch weitaus mehr zu bieten als nur den Schlussanstieg: Auf dem Weg zum Zoncolan liegen vier weitere Anstiege der 3. und 2. Kategorie. Bei dieser Etappe darf sich kein Klassementfahrer einen schlechten Tag erlauben.
15. Etappe, 20. Mai: Tolmezzo – Sappada, 176 Kilometer
Es geht bergig weiter, allerdings ohne die ganz großen Schwergewichte im Etappenprofil. Die drei entscheidenden Hürden des Tages heißen Passo Tre Croci (8,1 Kilometer, 7,1 Prozent Steigung), Passo di Sant’Antonio (8,3 Kilometer, 7,5 Prozent Steigung) sowie Costalissoio (2,5 Kilometer, 10,6 Prozent) und tauchen als Anstiege der 2. Kategorie innerhalb der letzten 70 Kilometer auf. Auf jede Abfahrt folgt in dieser Phase sofort der nächste Anstieg – für die Fahrer gibt es keine Verschnaufpausen. Der Costalissoio gibt dabei seine Premiere beim Giro. Von seiner Kuppe geht es zunächst 7,5 Kilometer bergab, bevor das Terrain anschließend noch einmal neun Kilometer ansteigend verläuft. Der letzte Hügel ist jedoch nicht als Bergwertung kategorisiert, die Steigungswerte liegen im Schnitt bei 3,5 Prozent. Eine Fluchtgruppe dürfte auf dieser Etappe gute Chancen auf einen Etappenerfolg haben.
Ruhetag, 21. Mai: Trento
16. Etappe (EZF), 22. Mai: Trento – Rovereto, 34,2 Kilometer
Ein Zeitfahrkurs nach dem Geschmack der Spezialisten: wenige technische Passagen, viele Geraden und kaum topografische Schwierigkeiten. Einzig fünf Kilometer vor dem Ziel muss ein kurzer Hügel mit bis zu fünf Prozent Steigung bezwungen werden. Nach dem Start in Trento führt der Parcours zunächst über Kopfsteinpflaster und um einige Verkehrsinseln, ehe es über weite Straßen durch die Trentino-Region in Richtung Rovereto geht. Erst im Finale mehren sich einige knifflige Kurvenpassagen. Kandidaten wie Chris Froome und Tom Dumoulin sind deutlich im Vorteil gegenüber der weniger zeitfahraffinen Konkurrenz im Klassement. Auf 34,2 Kilometern müssen Fahrer wie Fabio Aru um schmerzhafte Zeitverluste bangen.
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