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10.07.2018 | (rsn) – Im Sprint einer 41-köpfigen Gruppe setzte sich der Italiener Giovanni Visconti (Bahrain-Merida) auf der 4. Etappe von Kitzbühel nach Prägraten durch. Er wies den Belgier Wout van Aert (Willem’s Verandas) und seinen Landsmann Michael Bresciani (CSF Bardiani in die Schranken. Das Rote Trikot des Gesamtführenden verteidigte Ben Hermans (Israel Cycling Academy).
"Ich genieße dieses Rennen wirklich. Alles läuft perfekt für uns. Die Tour ist fantastisch. Ich mag die Leute, die Straßen, die Landschaften und auch unser Team arbeitet super. Drei Etappensiege sind wirklich eindrucksvoll", erklärte der Tagessieger Visconti, der seinem Sieg in Fulpmes nun einen weiteren in Osttirol hinzufügte.
143 Kilometer lang führte der vierte Abschnitt von Kitzbühel nach Prägraten am Fuße des Großvenedigers. Gleich zu Beginn warteten mit dem Pass Thurn und dem Felbertauern zwei Anstiege auf den ersten 40 Kilometern. Doch ein extrem hohes Tempo im Feld ließ keine Fluchtgruppe erfolgreich sein, obwohl es unzählige Versuche gab. Vor allem der Slowenische Meister Matej Mohoric (Bahrain-Merida) zeigte sich extrem aktiv. Er gewann auch die beiden Sprintwertungen in Jochberg und Mittersill und sicherte sich den Bergpreis der 1. Kategorie am Felbertauern.
In der Abfahrt löste sich dann eine Sechsergruppe mit Mohoric, Stephen Cummings, Jan van Zyl (beide Dimension Data), Georg Zimmermann (Tirol Cycling), Simone Sterbini (CSF Bardiani) und Nikolay Mihaylov (Delko-Marseille). Sie bauten einen Vorsprung von über eine Minute auf das Feld auf. Sterbini und Mihaylov mussten allerdings abreißen lassen und so blieb nur mehr ein Quartett übrig, das aber gut harmonierte auf dem flachen Abschnitt nach Lienz. Der knappe Vorsprung blieb aber unverändert bei knapp einer Minute.
20 Kilometer vor dem Ziel setzte dann Cummings zu einer Attacke an. Vom Quartett konnte ihm lediglich Zimmermann folgen, der aber danach auf einem etwas steileren Abschnitt in Richtung Etappenziel nach Prägraten auch zurückfiel. Dahinter zog Gazprom-RusVelo das Peloton in die Länge und es bildeten sich mehrere Gruppen. Cummings hielt aber seinen Vorsprung konstant, während es dahinter immer hektischer wurde. Zuerst attackierte der Angel Madrazo (Delko-Marseille), der aber seinen Versuch nach einem Defekt einstellen musste.
Wenige Momente später stand auch Cummings am Straßenrad. Völlig entnervt warf er sein Rad gegen die Straßenbegrenzung. Ein Schaltungsproblem beendete seinen Versuch, einen Etappensieg zu erringen. "Das war ganz bitter. Ich hätte das Ding sicherlich durchgezogen", erzählte der Brite. Die Unruhe nutzte dann Antonio Nibali (Bahrain-Merida) zur Flucht. Er folgte damit den Spuren seines älteren Bruders, der vor zwölf Jahren einen ähnlichen Versuch auf der fast identen Etappe von Kitzbühel nach Prägraten startete. Der momentan bei der Tour de France fahrende Vincenzo wurde dort nämlich Etappendritter.
Doch auch Nibali wurde wieder gestellt und so kam es zum Finalsprint einer 41-köpfigen Gruppe. Und der im Punktetrikot fahrende Giovanni Visconti (Bahrain-Merida) feierte seinen zweiten Sieg bei der aktuellen Tour. Souverän setzte er sich gegen den dreimaligen Crossweltmeister Wout van Aert und Bresciani durch. Bester Österreicher wurde Daniel Geismayr (Vorarlberg-Santic) als Zehnter.
Der traurige Held des Tages kam ebenfalls aus der Alpenrepublik. Ein einsames Rennen vor dem Besenwagen fuhr der 23-jährige Daniel Auer. Der Sprintspezialist aus dem Team der WSA-Pushbikers musste schon am Felbertauern abreißen lassen. Über 100 Kilometer quälte er sich, um es noch innerhalb der Karenzzeit ins Ziel zu schaffen. Auf den letzten zehn Kilometern musste er seinen Versuch abbrechen, nachdem es aussichtlos wurde, das Ziel rechtzeitig zu schaffen. "Das waren einfach zu viele Höhenmeter zu früh im Rennen", sagte Auer.
In der Gesamtwertung der Rundfahrt blieb alles unverändert. Zur Halbzeit der 70. Österreich Rundfahrt führt weiterhin Hermans vor Hermann Pernsteiner (Bahrain-Merida) und Dario Cataldo (Astana).
Ergebnis 4. Etappe:
1. Giovanni Visconti (Bahrain-Merida) 3:14:28
2. Wout Van Aert (Veranda’s Willems) s.t.
3. Michael Bresciani (Bardiani CSF) s.t.
4. Mark Padun (Bahrain-Merida) s.t.
5. Nick Van der Lijke (Roompot) s.t.
Gesamtwertung (nach 4 von 8 Etappen):
1. Ben Hermans (Israel Cycling Academy) 14:41:01
2. Hermann Pernsteiner (Bahrain-Merida) + 0:18
3. Dario Cataldo (Astana) + 0:26
4. Patrick Schelling (Vorarlberg-Santic) + 0:40
5. Matteo Badilatti (Vorarlberg-Santic) + 0:40
Sprintwertung:
1. Giovanni Visconti (Bahrain-Merida) 46 Punkte
Bergwertung:
1. Aaron Gate (Aqua Blue Sport) 47 Punkte
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