Nach langem Krankenhausaufenthalt

Raymond Poulidor im Alter von 83 Jahren verstorben

Foto zu dem Text "Raymond Poulidor im Alter von 83 Jahren verstorben"
Raymond Poulidor (15. April 1936 - 13. November 2019) | Foto: Cor Vos

13.11.2019  |  (rsn) - Am Mittwochmorgen ist in einem Krankenhaus in der Nähe von Limoges die französische Radsportlegende Raymond Poulidor verstorben. Der als "Poupou" bekannte und in seiner Heimat äußerst beliebte Großvater von Cross-Weltmeister Mathieu van der Poel wurde 83 Jahre alt.

Obwohl er in seiner langen Karriere niemals die Tour de France gewinnen konnte, war Poulidor der wohl populärste französische Radsportler des vergangenen Jahrhunderts. Noch in diesem Sommer war er als Botschafter für den Sponsor des Gelben Trikots, der Bank Crédit Lyonnais, bei der Tour de France im Einsatz. Bereits unmittelbar nach dem Rennen litt er allerdings an Erschöpfungssymptomen und musste schließlich im September in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Zwei Wochen später hatte sich Gisele Poulidor sehr besorgt über den Gesundheitszustand ihres Mannes geäußert.

In seiner 18-jährigen Karriere feierte Poulidor 195 Siege, nie jedoch gewann er das Gelbe Trikot der Frankreich-Rundfahrt, die er zwischen 1962 und 1976 acht Mal auf dem Podium beendete. Dass es nie zum Tour-Sieg langte, lag vor allem an seinen großen Konkurrenten Jacques Anquetil und später Eddy Merckx, die jeweils fünf Mal die Gesatwertung der größten Rundfahrt der Welt für sich entscheiden konnten.

"Die Radsportwelt verliert ein Denkmal, eine Ikone", kommentierte Merckx gegenüber Het Nieuwsblad den Tod seines früheren Konkurrenten. "Man kann sich kaum vorstellen, wie sehr ‘Poupou‘ in Frankreich geliebt wurde - das habe ich jedes Jahr bei der Tour gesehen. Frankreich hat seinen Charme geliebt.“

Am nächsten dran am ganz großen Triumph war Poulidor, der zudem niemals das Gelbe Trikot tragen konnte, im Jahr 1964, als er sich Anquetil in einem knappen Duell nur um 55 Sekunden geschlagen geben musste. In derselben Saison gewann er allerdings die Vuelta a Espana, es blieb sein einziger GrandTour-Gesamtsieg. Auch bei Weltmeisterschaften reichte es nie zum Regenbogentrikot. Sein bestes Ergebnis blieb ein zweiter Platz 1974 in Montreal hinter Eddy Merckx.

Zu seinen größten Erfolgen gehörten neben dem Vuelta-Sieg Triumphe bei Mailand-Sanremo 1961 und Fleche Wallonne 1963. Dazu kamen von 1962 bis 1974 insgesamt sieben Tour-Etappensiege sowie jeweils zwei Gesamterfolge bei Paris-Nizza (1973/73) und dem Critérium du Dauphniné (1966, 1969). 1974 wählte ihn die französische Sportzeitung L’Équipe zu Frankreichs Sportler des Jahres

Nachdem er im Jahr zuvor im Alter von 40 Jahren noch einmal Dritter der Tour de France geworden war, beendete Poulidor 1977 seine Laufbahn.

Weitere Radsportnachrichten

26.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht

25.09.2026Deutschlands Jüngste glänzen in Montreal: 16-Jährige Bieberle WM-6.

(rsn) – Die deutschen Juniorinnen haben im Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften von Montreal in Kanada zwar keine Medaille gewonnen, mit ihrem Abschneiden aber trotzdem überzeugt. Die Plät

25.09.2026Deutsche U23 selbstkritisch: “Weit unter unseren Möglichkeiten“

(rsn) – Die Enttäuschung war den drei bestplatzierten deutschen Fahrern im U23-Straßenrennen der Männer bei den Weltmeisterschaften von Montreal anzumerken. Moritz Mauss, Paul Fietzke und Max Boc

25.09.2026Neira besorgt Spanien den nächsten U19-Titel, Grossmann holt Bronze

(rsn) – Alejandra Neira hat die spanische Siegesserie bei U19-Weltmeisterschaften fortgesetzt. Ein Jahr nach dem Triumph von Paula Ostiz bei den Juniorinnen in Kigali sowie einen Tag nach dem Sieg v

25.09.2026Barry fährt am Geburtstag in der Gruppe des Tages zum Titel

(rsn) – Noch bevor bei der Podiumszeremonie “The Star-Spangled Banner“ erklang, stimmte das Publikum “Happy Birthday to you“ an. Denn an seinem 19. Geburtstag hat sich Ashlin Barry den Tit

25.09.2026WM-Raser kommt nicht ungestraft davon

(rsn) – Der spanische Teammanager, der beim WM-Juniorenrennen der Männer mit dem Teamauto über die Strecke gerast ist, kommt nicht ungestraft davon. Eleuterio Anguita wird vom Rest der Straßen-We

25.09.2026Martinez profitiert beim CRO Race von De Gendts Pech

(rsn) – Nach zweieinhalb Jahren ohne Sieg hat Daniel Felipe Martínez (Red Bull – Bora – hansgrohe) die 4. Etappe des CRO Race (2.Pro) für sich entschieden. Der Kolumbianer war der Schnellste i

25.09.2026Walscheid beendet seine Karriere

(rsn) - Nach elf Jahren als Berufsradfahrer wird Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) seine Karriere am Ende der Saison beenden und in eine neue Rolle in Lidls Leistungszentrum in Bad Wimpfen an der S

25.09.2026Cobo schafft den Sprung in die WorldTour

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

25.09.2026Wer kann Vallieres den Titel beim Heimspiel entreißen?

(rsn) – Am Samstag möchte Magdeleine Vallieres in Montreal, 130 Kilometer von ihrer Geburtsstadt Sherbrook entfernt, ihren in Kigali errungenen Sensationstitel verteidigen. Einfach wird das Heimspi

25.09.2026Winter wollte schlau fahren, hatte aber “fast keine Ahnung, wie´s geht“

(rsn) - Obwohl sie im Straßenrennen nur knapp eine Medaille verpasste, stellte sich Mara Winter nach dem harten Rennen der U23-Fahrerinnen, das sie über zehn Runden auf dem schweren Straßenkurs in

25.09.2026WM-Fünfter Hettegger: “Musste was machen mit meinen Haxn“

(rsn) – Zum zweiten Mal seit dem Gewinn des Weltmeistertitels durch Felix Gall 2015 in Richmond in den USA hat es am Donnerstag ein Österreicher in die Top 5 der Junioren-WM geschafft: Nach Platz f

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Grand Prix Cerami (1.2, BEL)