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12.06.2025 | (rsn) – Die Tour de Suisse Women (2.WWT) geht ab Donnerstag in ihre fünfte Auflage und wird in diesem Jahr erstmals seit 2021 wieder vor dem Rennen der Männer ausgetragen. Am Sonntag übergeben die Frauen in Küssnacht den Staffelstab an die Männer – die Schlussetappe der einen und die Auftaktetappe der anderen wird identisch sein. Und auch wenn das viertägige Frauenrennen in diesem Jahr weder ein Zeitfahren noch eine schwere Bergankunft beinhaltet, warten vier schwere Renntage auf das Women's WorldTour-Peloton.
Dass Etappen mit kürzeren Anstiegen sogar mehr Spannung erzeugen können, als die großen Alpenriesen, hat die Schweiz-Rundfahrt in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen – vor allem 2024, als die Etappen 3 und 4 im Jura für ein echtes Spektakel sorgten, nachdem die Etappen 1 und 2 in Villars-sur-Ollon eher eintönig verliefen.
Auch der Blick aufs Starterfeld legt Spannung nahe: Die bei Basel lebende Titelverteidigerin Demi Vollering (FDJ – Suez) wird auf den "schönsten Straßen der Welt", wie sie selbst im Vorfeld auf ihrem Instagram-Profil über ihre Wahlheimats-Rundfahrt schrieb, auf Tour-de-France-Siegerin Katarzyna Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) und die in diesem Jahr extrem kletterstarke Marlen Reusser (Movistar) treffen.
Während Vollering im Mai sowohl die Vuelta a Espana (2.WWT) als auch die Itzulia Women im Baskenland (2.WWT) sowie am vergangenen Wochenende die Katalonien-Rundfahrt (2.1) allesamt für sich entschied und Reusser als Vuelta-Zweite und Siegerin der Burgos-Rundfahrt (2.WWT) im Mai so stark geklettert ist, wie wohl noch nie in ihrer Karriere, fehlte bei Niewiadoma zuletzt noch etwas zur Top-Form.
Mit Neve Bradbury und der sich nach ihrer langen Verletzungspause weiter in Form fahrenden Ricarda Bauernfeind sowie Justyna Czapla, Rosa Klöser und Agnieszka Skalniak-Sojka hat die Polin ein starkes Team an ihrer Seite. Besonders in der Breite stark ist aber auch Lidl – Trek mit Niamh Fisher-Black, Riejanne Markus, Gaia Realini und Amanda Spratt sowie Emma Norsgaard und Elisa Balsamo, der wohl stärksten Sprinterin im Rennen.
Neben Balsamo gehören Sara Fiorin (Ceratizit), Mischa Bredewold und Marta Lach (beide SD Worx – Protime) sowie Mia Griffin (Roland) und Skalniak-Sojka zu den endschnellsten Frauen im Feld – die aber mit Blick auf die schwere Strecke wohl nur wenig zu melden haben werden. Allein die 3. Etappe könnte etwas für die Sprinterinnen sein.
Insgesamt aber stehen die Allrounderinnen im Fokus: Da es kein Zeitfahren und keine lange Bergankunft gibt, sind angesichts der zahlreichen kürzeren Anstiege zwar trotzdem Klettererinnen im Vorteil, sie müssen aber auch die Power haben, über einen Anstieg hinweg bis ins flache Ziel weiter durchziehen zu können, um dort dann aus einer kleineren Gruppe heraus eventuell auch um Bonifikationen sprinten zu können – wenn sie nicht allein ankommen.
Gerade das öffnet auch die Favoritinnenliste etwas. Die Etappenfinals könnten sehr taktisch werden und das öffnet die Favoritinnenliste über Vollering, Reusser, Niewiadoma, Bradbury, Realini, Fisher-Black, Markus und Spratt hinaus doch deutlich. Der Schweizerin Elise Chabbey könnte beispielsweise als Ass im Ärmel an Vollerings Seite eine wichtige Rolle zukommen und Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly) dürfte sich auf die Abfahrten von den letzten Anstiegen hinunter in Richtung Zielorte freuen.
Außerdem muss die Konkurrenz auch Kerbaols US-amerikanische Teamkollegin Kristen Faulkner am Berg erstmal abhängen, um von ihr anschließend im Flachen nicht geschlagen zu werden. Zum erweiterten Kreis der Top-5-Anwärterinnen gehören aber auch Nienke Vinke (Picnic – PostNL), Yara Kastelijn (Fenix – Deceuninck), Mavi Garcia und ihre Teamkollegin Monica Trinca Colonel (Liv – AlUla – Jayco) sowie das zuletzt in Katalonien sehr starke Visma-Duo Femke De Vries und Marion Bunel.
Spannend zu beobachten wird gerade für die Schweizer Fans sein, wie sich Elena Hartmann als Leaderin bei Ceratizit schlägt, was die Kletter-Spezialistin Petra Stiasny (Roland) oder Mountainbikerin Steffi Häberlin (SD Worx – Protime) ausrichten können und wie gut Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) nach ihrem Schlüsselbeinbruch vom Flèche Wallonne am 23. April schon wieder drauf ist. Die 24-Jährige, die im Januar die Tour Down Under gewonnen hatte und im März bei Mailand-Sanremo auf dem Podium stand, bestreitet ihr erstes Rennen nach der Verletzungspause.
Neben den sechs Schweizer WorldTour-Profis steht auch das einheimische Kontinental-Team Nexetis mit sechs Schweizer Nachwuchsfahrerinnen am Start. Aus Deutschland sind neben dem Canyon-Trio Bauernfeind, Czapla und Klöser auch Linda Riedmann (Visma – Lease a Bike) in der Schweiz dabei. Die österreichischen Farben vertritt einzig Carina Schrempf (Fenix – Deceuninck).
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