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06.01.2026 | (rsn) – Erst 2024 gegründet, steigt EF Education - Oatly schon im dritten Jahr die WorldTour auf. Zwar gab es von 2005 bis 2023 mit EF Education - Tibco SVB bereits ein amerikanisches Frauen-Team, das zuletzt eng mit der Männer-Mannschaft von Jonathan Vaughters zusammenarbeitete. Bis auf vier Fahrerinnen hat das Schwesterteam von EF Education - EasyPost jedoch keinen direkten Bezug zu diesem Vorgänger.
Die junge Mannschaft fuhr auch mit relativ jungen Profis die Highlights der vergangenen Saison ein, wobei vor allem ein Trio aus 24-Jährigen herausstach. Gleich beim ersten Rennen, der Women`s Tour Down Under, gewann die 24 Jahre alte Noemi Rüegg eine Etappe und die Gesamtwertung. Beim Abschluss der australischen Rennen stand die Schweizerin mit Rang drei beim Cadel Evans Great Ocean Race Women erneut auf dem Podium.
___STEADY_PAYWALL___Das Frühjahr verlief für die Equipe in Rosa weiter solide. Rüegg wurde bei Mailand-Sanremo Dritte. Bei Paris–Roubaix belegte Letizia Borghesi Rang zwei, Alison Jackson wurde Fünfte. Mit dem Saisonende verließen Jackson und Borghesi das Team, wodurch insbesondere bei flachen Klassikern eine personelle Lücke entsteht.
Cédrine Kerbaol verpasste bei Liège-Bastogne-Liège Femmes knapp das Podium. | Foto: Cor Vos
Nach Platz sechs bei der Flandern-Rundfahrt durch Borghesi und Rang vier bei Liège–Bastogne–Liège Femmes von der ebenfalls 24-jährigen Cédrine Kerbaol wurde es ruhiger um die Fahrerinnen. Podestplätze wurden seltener, ein Sieg auf WorldTour-Niveau gelang der Mannschaft im weiteren Verlauf des Jahres nicht mehr.
Die Zugpferde blieben über das Jahr Rüegg und Kerbaol. Letztere bewies erneut ihre Klasse bei den großen Rundfahrten und belegte im Gesamtklassement der Vuelta Ciclista Femenina Rang vier sowie bei der Tour de France Femmes einen achten Platz. Im Herbst zeigte sich aber ein drittes 24-jähriges Ass. Magdeleine Vallieres gewann die Weltmeisterschaft in Kigali und dürfte im kommenden Jahr eine zentrale Rolle im Aufgebot der Mannschaft spielen.
Dem aktuellen Rezept folgend, verjüngt sich die Auswahl weiter. Neben der Doppelolympiasiegerin Kristen Faulkner und der ab 2026 neu dazugekommenen Kriteriumsspezialistin Alexis Magner ist keine Fahrerin älter als 24. Eine Pressemitteilung zu Jahresbeginn skizzierte einen ersten Ausblick auf 2026.
Rüegg soll erneut in Australien eine tragende Rolle spielen und den Gesamtsieg bei der Tour Down Under verteidigen. Einen weiteren Fokus setzt der Rennstall auf die Ardennen-Klassiker, für die er mit Vallieres, Faulkner, Rüegg und Kerbaol stark aufgestellt ist. Für die großen Rundfahrten sind die Rollen ebenfalls schon benannt. Kerbaol wird erneut bei der Tour de France Femmes an den Start gehen und dort aufs Gesamtklassement fahren. Vallieres ist für den Giro vorgesehen ist, wo sie erstmals ihre Fähigkeiten als Rundfahrerin testen wird.
Nach einem Jahr mit eher geringer Siegausbeute hofft die Teamchefin Esra Tromp, dass das Regenbogentrikot ihre Fahrerinnen 2026 beflügeln wird. "Für die anderen Fahrerinnen ist es ein Signal, das Trikot im Alltag zu sehen. Es zeigt, dass wir die Weltmeisterin haben – und motiviert sie, das in den Rennen zu zeigen.“
Bei der Suche nach mehr Siegen dürfte ein Neuzugang vielversprechend sein. Auke De Buysser fuhr 2025 sieben Siege ein. Zwar gab es für keines dieser Rennen UCI-Punkte, die erst 18-Jährige zeigt aber, dass sie weiß, wie man Rennen gewinnt. Bisher war die amtierende belgische Juniorenmeisterin auf der Straße nur in niedrigen Kategorien erfolgreich, bei den Nachwuchsausgaben der Flandern-Rundfahrt und von Gent–Wevelgem belegte sie jedoch ebenfalls die respektablen Ränge sechs und acht.
Die 18-Jährige Auke de Buysser startet 2026 in ihre ersten Profisaison. | Foto: Cor Vos
Neben der Straße ist De Buysser auch auf der Bahn aktiv und durchaus erfolgreich. Aktuell ist sie belgische Juniorenmeisterin im Omnium, im Ausscheidungsfahren, im Punktefahren, im Madison sowie über 1000 Meter. Zudem gewann sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften Silber im Scratch.
Nach Angaben ihres Teams sieht sie sich derzeit als Sprinterin, erkennt aber ebenso ihr Potenzial als Klassikerfahrerin. Geplant seien vor allem UCI-1.1-Rennen, um sich weiterzuentwickeln und den Sprint zu testen. Als Neuverpflichtung könnte sie damit einen Teil der Lücke schließen, die durch den Abgang von Jackson und Borghesi entstanden ist, auch wenn das große Fußstapfen sind.
Die Kanadierin ist zwar kein Neuzugang, dürfte in der kommenden Saison jedoch eine neue Rolle einnehmen. Bisher war sie primär als Helferin unterwegs, als Weltmeisterin wird sie jedoch deutlich häufiger auf eigene Rechnung fahren. Die Erwartungen an den Giro, wo sie als Kapitänin an den Start geht, hält sie selbst aber noch bewusst zurück: "Ich denke, in meiner aktuellen Entwicklung bin ich dafür noch nicht so weit“, erzählte sie im Podcast von Domestique.
Die Weltmeisterin übernimmt 2026 erstmals die Rolle der Leaderin im Team. | Foto: Cor Vos
Gänzlich ohne Selbstvertrauen geht Vallieres dennoch nicht ins neue Jahr und nennt die Frühjahrsklassiker als eines ihrer Ziele. "Ich möchte eines der Ardennenrennen gewinnen. Das ist einer meiner Träume.“ Dabei geht sie offenbar davon aus, von ihren Kolleginnen die nötige Unterstützung zu bekommen. Nach ihrem WM-Triumph verlängerte Vallieres ihren Vertrag bei EF Education - Oatly bis 2028.
Das Aufgebot:
Minke Anderson (Dänemark / 21 Jahre), Nina Berton (Niederlande / 24 Jahre), Kim Cadzow (Neuseeland / 24 Jahre), Henrietta Christie (Neuseeland / 23 Jahre), Auke De Buysser (Belgien / 18 Jahre), Kristen Faulkner (USA / 33 Jahre), Stina Kagevi (Schweden / 20 Jahre), Cédrine Kerbaol (Frankreich / 24 Jahre), Mirre Knaven (Niederlande / 21 Jahre), Alexis Magner (USA / 31 Jahre), Caoimhe O’Brien (Irland / 23 Jahre), Noemi Rüegg (Schweiz / 24 Jahre), Alice Towers (England / 23 Jahre), Magdeleine Vallieres (Kanada / 24 Jahre), Babette van der Wolf (Niederlande / 21 Jahre), Alexandra Volstad (Kanada / 20 Jahre)
Davon Neuzugänge:
Minke Anderson (Uno-X Mobility), Auke De Buysser (NXTG Racing U19 Development Team), Stina Kagevi (Team Coop – Repsol), Alexis Magner (Cynisca Cycling), Caoimhe O’Brien (Cynisca Cycling), Alice Towers (Canyon - SRAM - zondacrypto)
Teamleitung:
Managerin: Esra Tromp
Sportdirektorin: Carmen Small
Sportliche Leiter: Daniel Holm Foder, Emma Trott
Material:
Rahmenhersteller: Cannondale
Gruppe: SRAM
Laufräder: Vision
Reifen: Vittoria
Trikot: Assos
Helm: POC