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30.06.2026 | (rsn) – Obwohl die Tour de France seit 1933 neben dem Gesamtsieger auch den Bergkönig ermittelt, gibt es das Gepunktete Trikot, offiziell maillot à pois rouges, das “Trikot mit roten Erbsen“, erst seit 1975. Das ikonische Design soll auf den französischen Schokoladenhersteller “Chocolat Poulain“ zurückgehen, der seine Produkte in weißes Papier mit roten Punkten wickelte und das Bergtrikot in den Anfangsjahren sponserte.
Rekordsieger ist der Franzose Richard Virenque, der insgesamt siebenmal Bergkönig der Tour wurde. Je einmal weniger waren der Spanier Federico Bahamontes und der Belgier Lucien Van Impe erfolgreich. Ein deutscher Fahrer konnte das Gepunktete Trikot noch nie gewinnen.
Im Jahr 2022 war Simon Geschke nah dran, als er es neun Tage lang tragen durfte – das gelang vor oder nach ihm keinem anderen Deutschen. Erst am Schlussanstieg der letzten Bergetappe musste Geschke es an den damaligen Tages- und Gesamtsieger Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) abgeben.
Besser schien es 2008 Bernhard Kohl zu ergehen. Der Österreicher wurde auf den Champs-Élysées in Paris als Bergkönig auf dem Podium ausgezeichnet. Doch der damalige Gerolsteiner-Profi wurde des Dopings überführt und bekam so den Sieg in der Bergwertung wieder aberkannt. Somit bleibt der Schweizer Tony Rominger 1993 der letzte deutschsprachige Gewinner des Gepunkteten Trikots.
Vergangenes Jahr war Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) der erfolgreichste Punktesammler. Nach 2020 und 2021 holte er sich bereits das dritte Mal das Gepunktete Trikot. Von den Teilnehmern an der diesjährigen Grande Boucle konnten außerdem Warren Barguil (Picnic – PostNL / 2017), Julian Alaphilippe (Tudor / 2018), Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / 2022) und Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / 2024) das maillot à pois rouges mit nach Hause nehmen.
An insgesamt 70 Anstiegen werden bei dieser Tour de France Punkte für das Bergtrikot vergeben. Die Gipfel sind dabei in fünf Kategorien eingeteilt, wobei mit HC (Hors Categorie) die anspruchsvollsten Berge ausgezeichnet werden. Zu dieser Kategorie gehören 2026 sechs Berge; letztes Jahr waren es noch neun gewesen.
Bei Gleichstand im Klassement entscheidet, wer die meisten Anstiege der höchsten Kategorie als Erster absolviert hat. Danach werden die jeweils nächsthöchsten Klassen herangezogen. Ist auch nach der niedrigsten Kategorie kein Unterschied auszumachen, ist die Position in der Gesamtwertung ausschlaggebend.
Hors Categorie (HC / 6 Berge: 20, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2 Punkte für die Top 8
1. Kategorie (10 Berge): 10, 8, 6, 4, 2, 1 Punkte für die Top 6
2. Kategorie (11 Berge): 5, 3, 2, 1 Punkte für die Top 4
3. Kategorie (18 Berge): 2, 1 Punkte für die Top 2
4. Kategorie (27 Berge): 1 Punkt für den Ersten
Zum Auftakt der Tour de France entscheidet der Tagessieg am Montjuïc über den ersten Träger des Bergtrikots. Tags drauf steht bereits der erste Anstieg der 2. Kategorie auf dem Programm. Der erste echte Test für die Kandidaten für das Gepunktete Trikot wartet auf der 6. Etappe, dann wird mit dem Tourmalet der erste Berg der höchsten Kategorie überfahren.
Höchster Punkt der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt ist der 2.642 Meter hohe Col du Galibier, wo auch das Souvenir Henri Desgrange vergeben wird.
Hors Categorie:
Col du Tourmalet (6. Etappe)
Plateau de Solaison (15.Etappe)
Alpe d’Huez (19. Etappe)
Col de la Croix de Fer (20.Etappe)
Col du Galibier (20.Etappe)
Col de Sarenne (20.Etappe)
Viermal in den letzten sechs Jahren gewann der Toursieger auch das Bergklassement. Insofern ist klar, dass Top-Favorit Pogacar auch diesmal der Hauptanwärter auf das Gepunktete Trikot ist. Natürlich muss auch wieder Vingegaard in Betracht gezogen werden. Fahrer, die das Gepunktete Trikot einmal gewonnen haben, wagen gern einen zweiten Versuch. In diesem Fall ist das aber unwahrscheinlich. Carapaz wird wohl versuchen, aufs Klassement zu fahren. Erst wenn das aussichtslos sein sollte, könnte das Bergtrikot in den Fokus des Ecuadorianers rücken. Alaphilippe und Barguil haben wohl nicht mehr die Klasse, um ernsthaft mitkämpfen zu können.
Doch die Franzosen haben ein anderes ganz heißes Eisen im Feuer: Etwas überraschend hat Lenny Martinez (Bahrain Victorious) angekündigt, die Gesamtwertung links liegen lassen zu wollen und sich stattdessen auf Tageserfolge und die Bergwertung zu konzentrieren. Wenn er diese Ziele ernsthaft verfolgt, könnte ein Kletterer seiner Klasse den fast schon unvermeidlichen Durchmarsch Pogacars in dieser Sonderwertung verhindern.
1933 Vicente Trueba (ESP)
1934 René Vietto (FRA)
1935 Félicien Vervaecke (BEL)
1936 Julian Berrendero (ESP)
1937 Félicien Vervaecke (BEL)
1938 Gino Bartali (ITA)
1939 Sylvère Maes (BEL)
1940 – keine Austragung
1941 – keine Austragung
1942 – keine Austragung
1943 – keine Austragung
1944 – keine Austragung
1945 – keine Austragung
1946 – keine Austragung
1947 Pierre Brambilla (ITA)
1948 Gino Bartali (ITA)
1949 Fausto Coppi (ITA)
1950 Louison Bobet (FRA)
1951 Raphaël Géminiani (FRA)
1952 Fausto Coppi (ITA)
1953 Jesús Lorono (ESP)
1954 Federico Bahamontes (ESP)
1955 Charly Gaul (LUX)
1956 Charly Gaul (LUX)
1957 Gastone Nencini (ITA)
1958 Federico Bahamontes (ESP)
1959 Federico Bahamontes (ESP)
1960 Imerio Massignan (ITA)
1961 Imerio Massignan (ITA)
1962 Federico Bahamontes (ESP)
1963 Federico Bahamontes (ESP)
1964 Federico Bahamontes (ESP)
1965 Julio Jimenez (ESP)
1966 Julio Jimenez (ESP)
1967 Julio Jimenez (ESP)
1968 Aurelio Gonzalez (ESP)
1969 Eddy Merckx (BEL)
1970 Luis Ocana (ESP)
1971 Lucien Van Impe (BEL)
1972 Lucien Van Impe (BEL)
1973 Pedro Torres (ESP)
1974 Domingo Perurena (ESP)
1975 Lucien Van Impe (BEL)
1976 Lucien Van Impe (BEL)
1977 Lucien Van Impe (BEL)
1978 Mariano Martínez (FRA)
1979 Giovanni Battaglin (ITA)
1980 Raymond Martin (FRA)
1981 Lucien Van Impe (BEL)
1982 Bernard Vallet (FRA)
1983 Robert Millar (GBR)
1984 Luis Herrera (COL)
1985 Robert Millar (GBR)
1986 Bernard Hinault (FRA)
1987 Luis Herrera (COL)
1988 Steven Rooks (NED)
1989 Gert-Jan Theunisse (NED)
1990 Thierry Claveyrolat (FRA)
1991 Claudio Chiappucci (ITA)
1992 Claudio Chiappucci (ITA)
1993 Tony Rominger (SUI)
1994 Richard Virenque (FRA)
1995 Richard Virenque (FRA)
1996 Richard Virenque (FRA)
1997 Richard Virenque (FRA)
1998 Christophe Rinero (FRA)
1999 Richard Virenque (FRA)
2000 Richard Virenque (FRA)
2001 Laurent Jalabert (FRA)
2002 Laurent Jalabert (FRA)
2003 Richard Virenque (FRA)
2004 Richard Virenque (FRA)
2005 Michael Rasmussen (DEN)
2006 Michael Rasmussen (DEN)
2007 Mauricio Soler (COL)
2008 Carlos Sastre (ESP)
2009 Egoi Martinez (ESP)
2010 Anthony Charteau (FRA)
2011 Samuel Sanchez (ESP)
2012 Thomas Voeckler (FRA)
2013 Nairo Quintana (COL)
2014 Rafal Majka (POL)
2015 Chris Froome (GBR)
2016 Rafal Majka (POL)
2017 Warren Barguil (FRA)
2018 Julian Alaphilippe (FRA)
2019 Romain Bardet (FRA)
2020 Tadej Pogacar (SLO)
2021 Tadej Pogacar (SLO)
2022 Jonas Vingegaard (DEN)
2023 Giulio Ciccone (ITA)
2024 Richard Carapaz (ECU)
2025 Tadej Pogacar (SLO)
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