Jasch verteidigt Langkawi-Führung mit Bein und Hirn

Relaxter Pickrell schlägt Malucelli bei “komplizierter Etappe“

Von Kevin Kempf

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Riley Pickrell (Modern Adventure) gewinnt die 6. Etappe der Tour de Langkawi (2.Pro). | Foto: Cor Vos

02.10.2026  |  (rsn) – Nach zwei zweiten Plätzen hatte Riley Pickrell (Modern Adventure) auf der 6. Etappe der Tour de Langkawi (2.Pro) bei der dritten Sprintchance den Spieß umgedreht. Nach 121 Kilometern von Pandan Indah nach Rembau schlug er im Massensprint den doppelten Tagessieger Matteo Malucelli (XDS – Astana). Dritter wurde Devo-Fahrer Seppe van den Boer (Tudor) vor Rory Townsend (Unibet – Rose Rockets) und Christian Rees (Picnic – PostNL), einem weiteren Fahrer aus dem Devo-Team, der in Malaysia eine Chance bekommt. Lennart Jasch (Tudor) verteidigte die Gesamtführung.

“Die letzten beiden Sprints wurde deutlich, dass Malucelli und ich sehr dicht zusammen liegen“, erzählte Pickrell im Ziel-Interview. Darum waren die Mannschaft der Sprinter von besonderer Bedeutung. Den ersten Streich hatte Modern Adventure deswegen schon früh gesetzt. “Kieran (Haug) war in der Gruppe des Tages, dadurch musste das XDS-Team von Kilometer 10 an absolut Vollgas fahren. Währenddessen konnten meine Teamkollegen und ich in Peloton relaxen.“

So gingen der Kanadier und seine Mannschaftsgefährten ausgeruht ins Finale. “Ich wollte von meinen Jungs heute nur, dass die mich in eine bessere Position bringen als die Jungs von Malucelli ihn. Das ist die Natur des Radsports, aber ich kann ihnen nicht genug danken“, so Pickrell, der seinem Anfahrer Scott McGill noch ein besonderes Lob aussprach. “Er sollte mich vor der Kurve absetzen, aber er hatte sehr gute Beine und hat mich sogar bis hinter sie gebracht und mich so klasse lanciert.“

Jasch hat Spaß

All das sah Jasch nur aus der Ferne. Er beendete das Rennen als 29. und hatte den schwersten Teil seiner Arbeit schon deutlich früher verrichtet. “Es war vielleicht die komplizierteste Etappe, aber es hat auch richtig Spaß gemacht. Anfangs war es so offen und man musste sehr konzentriert sein, um alle Nummern von denen, die angreifen, gut mitzubekommen und dann zu entscheiden, wen man fahren lassen kann und wen nicht. Man braucht nicht nur die Beine so wie gestern am Berg, man braucht auch ein wenig Hirn“, blickte er zurück.

Das Streckenprofil der 6. Etappe der Tour de Langkawi | Foto: Veranstalter

Im Hirn hatte er aber vor allem Zahlen statt der für ihn offenbar unbekannten Namen gespeichert. Auf die Frage, was in ihm vorging, als die beiden Klassementfahrer Mathis Le Berre (TotalEnergies) und Mathias Bregnhoj (Terengganu) davongeeilt waren, antwortete der Tudor-Profi mit einer Gegenfrage: “Was sind ihre Rückennummern?“

Als die Identität der beiden Ausreißer im Ziel-Interview zweifelsfrei geklärt war, konnte Jasch eine Antwort liefern. “Wenn ein Duo geht, ist das nicht so ein Problem. Denn wenn zwei Fahrer allein so weit fahren müssen, macht mir das keine Sorgen. Aber als vier andere den Sprung probierten…puh. Da habe ich sie gejagt“, sagte er.

Und das mit Erfolg, denn im Klassement liegt der 25-Jährige, der auch Bergbester ist, zwei Tage vor Schluss der Rundfahrt weiter 26 Sekunden vor Abel Balderstone (Caja Rural – Seguros – RGA) und derer 42 vor dessen Teamkollegen Jan Castellan. Das Punktetrikot verteidigte Malucelli.

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