T-Mobile-Sprinter will sich empfehlen

Greipel: Über die Vuelta zum neuen Vertrag?

Von Christoph Adamietz

14.08.2006  |  Während für viele Fahrer die Saison langsam ausklingt, hat Profi André Greipel (T-Mobile) noch ein stolzes Restprogramm vor der Brust. Seinen Start bei der Regio Tour sieht der 24-jährige Rostocker dabei als Vorbereitung auf die Vuelta. Greipel wird in Spanien erstmals in seiner noch jungen Karriere an einer dreiwöchigen Rundfahrt teilnehmen.

,,Das wird ein Erlebnis. Ich bin schon sehr gespannt“, so freut sich Greipel. ,,Kollegen haben mir erzählt, dass man ein ganz anderer Rennfahrer ist, wenn man eine dreiwöchige Landesrundfahrt durchsteht.“

Der Ex-Wiesenhof Fahrer will aber mehr als nur Erfahrungen sammeln. ,,In den Sprintankünften möchte ich zeigen, dass ich vorne reinhalten kann“, lautet das sportliche Ziel des Blondschopfs.

Mit guten Leistungen in Spanien könnte sich der in Fahrerkreisen „Gringo“ genannte Greipel auch für einen neuen Vertrag bei T-Mobile empfehlen. ,,Ich befinde mich aber in guten Gesprächen mit der Teamleitung. Ich hoffe, dass ich beim Team bleiben kann. Mit anderen Teams habe ich deshalb auch noch keinen Kontakt aufgenommen."

Mit seinen Leistungen in den ersten Monaten im Magenta Trikot ist Greipel einverstanden. ,,So wie es gelaufen ist, bin ich eigentlich recht zufrieden. Ich hatte zwischendurch einen kleinen Hänger, aber seit der Deutschland-Tour läuft es bei mir wieder besser.“

Besonders gut lief es für die deutsche Sprinterhoffnung bei der Rheinland-Pfalz Rundfahrt, wo zwei Etappensiege heraus sprangen. Highlights gab es noch andere. Greipel: ,,Ich habe in diesem Jahr sehr viele positive Erfahrungen gemacht, nicht nur bei der Rheinland-Pfalz Rundfahrt oder bei der Deutschland Tour. Meine Starts bei der Flandern Rundfahrt und Paris-Roubaix waren etwas ganz Besonderes für mich. Das war einfach toll.“

Für den zu Jahresbeginn zum Bonner Rennstall gewechselten Sprinter war die Umstellung gewaltig. ,,Bei T-Mobile hat man immer Leistungsdruck, da fast nur große Rennen gefahren werden.“ In der neuen Saison möchte Greipel vor allem an seiner Endschnelligkeit arbeiten.“

Dann wird er mit Gerald Ciolek wohl starke Konkurrenz im eigenen Lager bekommen – was Greipel aber gelassen sieht. ,,Noch steht der Wechsel von Gerald gar nicht fest. Das wird nur von den Medien behauptet. Sollte Gerald wirklich zu uns kommen, werden wir uns sicher nicht in die Quere kommen.“

Greipel will in Zukunft aber nicht nur in den Massensprints glänzen. ,,Rennen wie Paris-Roubaix oder Gent-Wevelgem liegen mir schon sehr. Ich werde mich aber auch weiterhin auf den Sprintbereich konzentrieren.“ Und vielleicht gelingt „Gringo“ schon in diesem Jahr bei der Vuelta der erste ganz große Wurf.

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