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07.05.2008 | (rsn) - Ab Samstag wird Paul Martens (Rabobank) mit dem Giro d`Italia seine erste große Landesrundfahrt bestreiten. Im Interview mir Radsport news sprach der 24-jährige Rostocker über seine unerwartete Teilnahme, seine Zielen und Aufgaben für die kommenden drei Wochen.
Ab Samstag nimmst du am Giro d`Italia deiner ersten dreiwöchigen Landesrundfahrt teil. Wie ist deine Gefühlslage?
Martens: Nach den Ardennenklassikern sollte der erste Teil der Saison eigentlich abgeschlossen sein. Relativ unerwartet kam dann der Giro „hinzu“. Aus diesem Grund hatte ich nicht viel Zeit, mich vorzubereiten, mental wie auch physisch! Vielleicht fühle ich dadurch ein wenig Nervosität, aber ich denke, dass das vor einer neuen Aufgabe nur von Nutzen sein kann. Ich freue mich auf jeden Fall darauf.....
Hast du dich bei Teamkollegen informiert, worauf man bei einer dreiwöchigen Landesrundfahrt besonders achten muss?
Martens: Wir haben einen teameigenen Trainer, der mir geraten hat, die letzte Woche vor dem Giro nicht mehr zuviel zu trainieren. Ich muss vollständig erholt am Start stehen, auch wenn das bedeutet, die ersten Tage nicht super fit zu sein. Außerdem wurde mir geraten, im Finale lieber mal „reißen“zu lassen, um Kräfte für die folgenden Tage zu sparen.
Wie ist deine Form und was hast du dir für den Giro vorgenommen?
Martens: Meine Form ist gut. Ich bin durch das Rennprogramm nur stärker geworden. Das Hauptziel wird sein, den Giro zu beenden. Inwiefern ich persönliche Ziele anpeilen kann hängt davon ab, wieviele Freiheiten ich von der Teamleitung bekommen werde.
Was werden deine Aufgaben im Rabobank-Team sein?
Martens: Wir treten mit Dennis Mentschow an, der die Gesamtwertung anvisiert. Es wird darum gehen, ihn zu unterstützen. Außerdem haben wir mit Graeme Brown auch noch einen Sprinter dabei, so dass Gruppen zurückgeholt werden müssen. Es gibt also genug zu tun.
Was könnt ihr als Mannschaft erreichen?
Martens: Ich denke, dass Dennis unter die ersten Fünf fahren kann und Graeme ist auch ein Etappensieg zuzutrauen.
Was sagst du zum Profil?
Martens: Die Etappen scheinen sehr hart zu sein. Es gibt kaum Tage, an denen man sich vollständig erholen kann. Aufgefallen ist mir auch, dass die Etappen teilweise übertrieben lang sind, wohingegen die Zeitfahren relativ kurz sind. Das finde ich schade.
Bist du mit deiner bisherigen Saison zufrieden?
Martens: Zu meinem bisherigen Abschneiden habe ich eine geteilte Meinung. Auf der einen Seite konnte ich die mir aufgetragenden Aufgaben stets erfüllen und die Teamleitung war immer zufrieden. Auf der anderen Seite habe ich den eigenen Anspruch, bei bestimmten Rennen im Finale mitzumischen und gute Ergebnisse bzw. Siege einzufahren. Ich bin mir sicher, dass ich mich so entwickeln kann, dass ich diese Möglichkeiten bekomme.
Mit Paul Martens sprach Christoph Adamietz