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12.01.2009 | (rsn) – Nach acht Gerolsteiner-Jahren beginnt für Ronny Scholz bei Team Milram ein neuer Abschnitt seiner Profikarriere. Der 30-jährige Allrounder war zusammen mit Sprinter Robert Förster Ende Oktober der letzte von insgesamt acht Gerolsteiner-Fahrern, die nach der angekündigten Auflösung der Eifel-Equipe zum nationalen Konkurrenten wechselten.
Ebenso wie Förster hat Scholz bei Milram nur einen Einjahresvertrag bekommen, was den Herrenberger aber angesichts der kritischen Situation des deutschen Radsports nicht weiter verwundert. „Ich plane nicht mehr langfristig, aber da bin ich nicht allein“, sagte Scholz am vergangenen Mittwoch am Rande der Milram-Teampräsentation zu Radsport News. „Wenn man sich ansieht, was derzeit in der Wirtschaft passiert, trifft mich das ja nicht allein. Es ist derzeit ja kaum noch etwas vorhersehbar.“
Im Verlauf der vergangenen Saison erhöhte sich für Scholz der Druck mit jedem Tag, der verstrich, ohne dass Teamchef Hans-Michael Holzcer einen Nachfolger für den zum Jahresende ausscheidenden Sponsor Gerolsteiner fand. „Das war für mich ein völlig neues Gefühl. Ich musste bisher ja nie wirklich um einen Vertrag fahren, auch deshalb, weil mein Schwiegervater der Teamchef war“, gestand der zweifache Familienvater, der mit Holczers Tochter Vansessa verheiratet ist.
Scholz’ Ziele sind auch im neuen Team unverändert. Der gebürtige Lausitzer wird in erster Linie für seine Kapitäne Linus Gerdemann und Gerald Ciolek arbeiten, geht aber davon aus, dass nicht alles auf die neue Doppelspitze ausgerichtet sein wird. „Über eine ganze Saison hin kommen auch die anderen zum Zuge. Ich bin etwa in der Lage, eine kleinere Rundfahrt zu gewinnen. Man soll seine Ziele nicht zu hoch stecken, aber auch nicht vergessen, was man kann“, so der Routinier, der bei der australischen Tour Down Under schon Ende Januar in die Saison einsteigen wird: “Auch das ist neu für mich, so früh im Jahr bin ich noch nie Rennen gefahren. Die Umstellung wird schon groß sein, wir fahren dort ja, wenn in Deutschland noch tiefe Nacht ist. Aber ich freue mich schon darauf, auch weil das Rennen durch den ProTour-Status aufgewertet wurde und an Spannung gewonnen hat.“
Im Februar startet Scholz bei einigen Rennen der fünfteiligen Mallorca-Challenge, bevor es zur wieder belebten Sardinien-Rundfahrt geht. Im Mai steht der Giro d’Italia im Rennkalender, und auch die Tour de France ist ein großes Ziel: „Ich verkrafte auch zwei große Rundfahrten. Ich werde meine Arbeit für’s Team verrichten, aber auch meine Freiheiten bekommen. Mein großes Ziel ist nach wie vor ein Etappensieg bei einer großen Rundfahrt.“
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