Cross-WM in Zolder: Brandau auf Platz 15

Aufholjagd bis zum Regenbogen: De Jong Cross-Weltmeisterin

Von Felix Mattis

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Neue Cross-Weltmeisterin: Thalita De Jong | Foto: Michael Deines

30.01.2016  |  (rsn) - Am Ende strahlten zwei bis über beide Ohren und eine konnte sich die Tränen nicht verdrücken: Die Belgierin Sanne Cant, Weltcup-Gesamtsiegerin und Dauer-Gewinnerin des Winters, hat nach der knappen Niederlage gegen Pauline Ferrand-Prevot im Vorjahr erneut den WM-Titel im Cross verpasst und war ob ihres geplatzten Traumes untröstlich. Dagegen kamen die frisch gebackene Weltmeisterin Thalita De Jong aus der Niederlande und Vize-Champion Caroline Mani aus Frankreich aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.

De Jong hatte trotz einer schwachen Startphase letztlich souverän Gold gewonnen, weil ihr nach einer fulminanten Aufholjagd niemand mehr folgen konnte, als sie auf der letzten von vier matschigen Runden am Motorsport-Kurs von Zolder attackierte. "Es war ein sehr schöner Kurs für Straßenfahrerinnen wie mich - mit all den Geraden und dem Asphalt", meinte De Jong nach dem Rennen, das nach stundenlangem Regen bei nur sehr langsam abtrocknenden Bedingungen stattfand.

"Ich hatte keinen guten Start, kam aus der zweiten Reihe und habe die Gruppe verpasst. Dann habe ich eine nach der Anderen eingeholt und in der letzten Runde auch zur Spitzengruppe aufgeschlossen. Ich bin etwas am Hinterrad geblieben und dann habe ich angegriffen." De Jong zog mit gleichmäßig höher werdendem Tempo davon, und als letztes musste auch Cant abreißen lassen. "Ich sah, dass sie Probleme bekommt und habe weiter Druck gemacht", so die Siegerin.

Während der ersten drei Runden des Rennens hatten zunächst Mani, Cant, De Jongs Landsfrau Sophie De Boer und die Britin Nikki Harris das Rennen bestimmt. Vor allem Mani und Harris versuchten dabei immer wieder, das Tempo zu erhöhen, doch das Quartett bleib stets beisammen. In Runde drei dann tauchte De Jong hinter der Gruppe in Sichtweite auf, überholte ihre die ganze Zeit mit einigen Sekunden Rückstand auf Rang fünf gefahrene Teamkollegin Sabrina Stultiens und schloss dann gerade noch vor Rundenende auf.

Nachdem sich De Jong auf der Schlussrunde von ihren Kontrahentinnen abgesetzt hatte, kämpfte Cant verbissen um den Anschluss, schien aber am Ende ihrer Kräfte zu sein. In einem langen Bergaufstück, dass ab der zweiten Runde alle nur noch tragend absolvierten, marschierte Mani dann an ihr vorbei und nahm der Vorjahreszweiten auch noch Silber weg.

Eine starke Leistung zeigt in Zolder auch die Deutsche Meisterin Elisabeth Brandau. Die aus einer der hinteren Positionen gestartete einzige deutsche Vertreterin hatte in der Anfangsphase Probleme und kam als Vorletzte durch die erste enge Kurve. Dann aber arbeitete sie sich kontinuierlich weiter nach vorne und beendete das Rennen schließlich mit 2:15 Minuten Rückstand auf Rang 15.

Dabei hatte sich Brandau sogar noch etwas mehr ausgerechnet, wie sie nach dem Rennen sagte: „Wirklich zufrieden bin ich nicht, ich hätte es gern in die Top-Ten geschafft.“

Ergebnis:
1. Thalita De Jong (Niederlande)
2. Caroline Mani (Frankreich) + 0:14
3. Sanne Cant (Belgien) + 0:24
4. Sophie De Boer (Niederlande) + 0:24
5. Nikki Harris (Großbritannien) + 0:32
6. Sabrina Stultiens (Niederlande) + 0:36
7. Eva Lechner (Italien) + 0:46
8. Kaitlin Antonneau (USA) + 1:12
9. Christine Majerus (Luxemburg) + 1:25
10. Sanne Van Paassen (Niederlande) + 1:44
...
15. Elisabeth Brandau (Deutschland) + 2:15

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