Nationalcoach Cassani dennoch zuversichtlich

Nach Vuelta-Sturz: Nibali muss auf die WM verzichten


Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) muss auf die WM verzichten. | Foto: Cor Vos

12.09.2017  |  (rsn) - Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) wird nach seinem Sturz auf der vorletzten Etappe der Vuelta a Espana am 24. September im norwegischen Bergen nicht im WM-Straßenrennen antreten können. Das bestätigte Nationalcoach Davide Cassani gegenüber der Gazetta dello Sport.

“Ich habe mit Vincenzo und seinem Coach Paolo Slongo gesprochen. Unglücklicherweise hat der Crash zu dieser Entscheidung geführt. Er hat Mühe zu atmen und muss für mehrere Tage pausieren“, sagte der Italiener, der sich dennoch zuversichtlich zeigte, eine schlagkräftige Mannschaft an den Start zu schicken. Nach der Absage des Vuelta-Zweiten umfasst das vorläufige italienische Aufgebot 16 Fahrer, darunter der viermalige Vuelta-Etappengewinner Matteo Trentin (Quick-Step Floors), Sprinter Elia Viviani (Sky), Diego Ulissi (UAE Team Emirates) - Gewinner des GP de Montréal - und Routinier Daniele Bennati (Movistar), der als „Road Captain“ vorgesehen ist.

Die Liste wird auf elf Fahrer reduziert: neun Starter für das Straßenrennen und zwei für das Zeitfahren. “Das ist das stärkste Team, das ich je betreut habe, auch wenn andere Fahrer die Favoriten sein mögen“, sagte der 56-Jährige. "Ich spreche von Sagan, Van Avermaet und Boasson Hagen. Mit Ausnahme von vielleicht Vermote können alle belgischen Fahrer gewinnen. Es wird für uns nicht einfach, aber ich bin glücklich. Meine Fahrer sind stark und intelligent. Sie wissen, dass ihre Einigkeit ihre Stärke ist, und dass sie ein Resultat erreichen können, dass allein nicht möglich ist. Ich sehe keinerlei Spannungen zwischen ihnen“, so Cassani, der vor allem Trentin und Viviani Top-Form attestierte.

Das italienische Team zählt zu den erfolgreichsten in der Geschichte der Straßen-Weltmeisterschaften. Der letzte Titelgewinn liegt allerdings bereits neun Jahre zurück: 2008 feierte Alessandro Ballan vor den Tifosi in Varese einen Heimsieg. Zuvor triumphierte Paolo Bettini (2006, 2007) zweimal in Folge. In den folgenden Jahren gingen die Fahrer in den azurblauen Trikots bei der Medaillenvergabe allerdings leer aus.

Für das beste Ergebnis sorgte noch Nibali 2013 mit Rang vier in Florenz, im vergangenen Jahr wurde Giacomo Nizzolo Fünfter in Doha. Für den 32-jährigen Nibali hat Cassani bereits ein neues Ziel ausgemacht, und zwar die WM 2018 in Österreich, die auf einem extrem schweren Kurs ausgetragen wird. "Der liegt ihm viel mehr“, sagte der Nationalcoach zuversichtlich.

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