In Innsbruck Kapitän mit Buchmann

Schachmann: WM-Straßenrennen wohl eine Nummer zu groß

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Maximilian Schachmann | Foto: Cor Vos

21.09.2018  |  Innsbruck (dpa) - Der Weg zum WM-Titel in Innsbruck führt durch die "Höttinger Höll". Der so benannte steile Schlussanstieg bildet beim Straßenrennen am 30. September mit bis zu 28 Prozent Steigung das I-Tüpfelchen auf dem wahrscheinlich schwersten WM-Kurs seit 1980 in Sallanches.

"Die Strecke ist brutal", sagte der wohl chancenreichste deutsche Starter Maximilian Schachmann, der in Tirol drei Auftritte plant. Zum Auftakt der Titelkämpfe am Sonntag startet Schachmann mit seinem Team Quick-Step Floors im Mannschafts-Zeitfahren, danach am Mittwoch - genau wie der viermalige Champion Tony Martin - im Einzelzeitfahren sowie zum Abschluss am 30. September im Straßenrennen. Dort soll sich der Berliner die Kapitänsrolle im  sechsköpfigen deutschen Aufgebot mit seinem zukünftigen Bora-hansgrohe-Teamkollegen Emanuel Buchmann teilen.

Im Teamzeitfahren will Schachmann aufs Podium, im Einzelzeitfahren "will ich mich zeigen", sagte er bescheiden. Der 24-Jährige ist einer der Senkrechtstarter der Saison, holte zuletzt Bronze bei der Zeitfahr-EM in Glasgow und wurde Dritter der Deutschland Tour. Schachmann spekuliert aber insgeheim auch im individuellen Kampf gegen die Uhr über 52,5 Kilometer auf Edelmetall. "Giro- und Toursieger Froome und Thomas fehlen ja, die auf dem Kurs sicher gut zurecht gekommen wären", sagte er.

Seinen nach dem Wirbelbruch bei der Tour wieder genesenen Landsmann Martin schätzt er stark ein: "An guten Tagen ist ihm alles zuzutrauen." Zum Favoritenkreis zählt er in erster Linie aber Titelverteidiger Tom Dumoulin und Rohan Dennis, der beide Zeitfahren der Vuelta gewann.

Im Straßenrennen über 265 Kilometer sieht Schachmann andere Nationen klar im Vorteil: Frankreich mit Julian Alaphilippe, Italien mit Vincenzo Nibali, Spanien mit Alejandro Valverde oder Großbritannien mit Vuelta-Sieger Simon Yates.

Dabei träumt er von einem Szenario wie beim Frühjahrsklassiker Flèche Wallonne, wo er an der gefürchteten Mauer von Huy lange in Führung lag, bis er  Platz für seinen Kapitän Alaphilippe machte. "Noch einmal so ein Moment und dann durchziehen - das wäre fantastisch. Aber wahrscheinlich ist das Rennen eine Nummer zu groß", meinte der deutsche Hoffnungsträger.

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