Verwirrung um den Zweiten von Montilla

Coquard will weiter bei der Vuelta punkten

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Coquard will weiter bei der Vuelta punkten"
Sagt Bryan Coquard (Cofidis) der Vuelta “adieu“? | Foto: Cor Vos

02.09.2022  |  (rsn) – Bleibt Bryan Coquard (Cofidis) in der Vuelta a Espana oder verlässt er sie? Während sein Teamkollege Davide Cimolai dem italienischen Radsportportal bici.pro erzählt hatte, dass Coquard nach der 13. Etappe die Rundfahrt verließe, um bei kleinen Rennen wichtige Punkte im Abstiegskampf zu sammeln, meinte der Sprinter nach seinem zweiten Platz in Montilla, dass er in Spanien weitermache.

Ein freiwilliger Ausstieg aus einer Rundfahrt, um bei anderen Rennen Punkte zu gewinnen, ist ungewöhnlich und auch nicht im Sinne des Reglements. Darum brauchen Coquard und sein Team für diesen Schritt eine Erlaubnis der Vuelta-Rennleitung, ohne die der Franzose für die Dauer der Vuelta nicht an anderen Rennen teilnehmen darf. Da der Teamsponsor Cofidis auch ein Co-Sponsor der Vuelta ist, sollte dies kein Problem sein. Allerdings machte Coquard nach der Etappe deutlich, dass er keinen vorzeitigen Ausstieg plane.

“Das wissen wir noch nicht. Ein Etappensieg bei der Vuelta bringt weniger Punkte als kleine Rennen; in Frankreich zum Beispiel. Ich habe in Bessèges und der Provence gewonnen – damit holt man mehr Punkte, als wenn man zum Beispiel Zweiter einer Etappe in der Tour de Suisse wird“, rechnete er vor. In Frankreich steht am Sonntag die Tour du Doubs (1.1) an, am 11. September - dem Schlusstag der Spanien-Rundfahrt - findet der GP de Fourmies (1.Pro) statt.

Für Cofidis sind bei diesen Rennen für den Abstiegskampf wichtige Punkte zu holen. Bei der Vuelta gibt es nur noch zwei realistische Chancen auf Top- Platzierungen für Coquard. “Wir haben darüber diskutiert, aber eine Entscheidung haben wir noch nicht getroffen. Erstmal werde ich mich heute Abend einem Covid-Test unterziehen und morgen und Sonntag auch“, blickte der  30-Jährige voraus, ehe er ankündigte: “Dienstag gibt es noch eine Sprintetappe, deswegen bleibe ich vorerst in der Vuelta.“

Punkten bei der Vuelta - oder bei kleineren Rennen?

Vielleicht änderte der zweite Platz hinter Tagessieger Mads Pedersen (Trek – Segafredo) seine Meinung, denn auch mit Top-Platzierungen bei der Vuelta kann Coquard für Punkte sorgen. Und obwohl der Abstand zum Dänen groß war, scheint auch ein Etappensieg möglich, denn Coquard fuhr einen starken Sprint aus schlechter Position. “Ich war zunächst sehr gut positioniert, das Team hat einen fantastischen Job gemacht. Danach stockte es aber und ich hatte das richtige Hinterrad verloren. Ich wollte Pedersens Hinterrad haben, ich wusste, dass er der Favorit ist“, sagte er.

Zu seinem Pech verschätzte sich Pascal Ackermann (UAE Team Emirates) mit seinem Sprint. “Ackermann setzte den Spurt weit vor dem Ziel an. Ich weiß nicht genau, was passiert ist und warum er so früh antrat. Das war schlecht für mich, weil ich zu weit hinten lag. Ich musste auf den letzten 300 Metern noch viele Plätze aufholen, aber Pedersen war der Stärkste“, beschrieb Coquard das Finale, in dem er nur dem Mann im Grünen Trikot den Vortritt lassen musste.

Für den Weltmeister von Harrogate 2019 hatte Coquard dann auch noch ein Sonderlob in petto: “ Alle reden von Evenepoel, aber vielleicht ist Pedersen der stärkste Fahrer der Vuelta", fügte er an.

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