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18.10.2006 - Kopenhagen (dpa/sid/Ra) - Ivan Basso hat das dänische Team CSC ohne Angabe von Gründen verlassen. CSC-Chef Bjarne Riis nannte als Hintergründe die «Ereignisse dieses Sommers». An dem italienischen Girosieger soll auch das zweitklassige Team L.P.R. interessiert sein
Eine Woche nach der Einstellung des Dopingverfahrens gegen ihn in Italien und zwei Tage nach Bekanntwerden einer Wechsel-Offerte von Discovery Channel teilten Basso und CSC-Chef Bjarne Riis mit, man habe sich «in gegenseitigem Einvernehmen» getrennt.
Basso hatte im vergangenen Jahr bei der Tour de France für CSC den zweiten Platz geholt und galt in diesem Jahr als schärfster Rivale von Jan Ullrich. Beide wurden einen Tag vor dem Start wegen Doping-Verdachts aus dem Startfeld gestrichen. Nach der Einstellung des Verfahrens gegen den Italiener durch das Nationale Olympische Komitee in seiner Heimat hatte Riis dem Spitzenfahrer den erwünschten Start bei der Lombardei-Rundfahrt verweigert. Kurz danach bestätigte Basso ein Angebot von Discovery Channel, dem früheren Team seines Freundes Lance Armstrong.
Basso wird aber auch mit dem Schweizer Team LPR in Verbindung gebracht. Der ProContinental-Rennstall, der von einem Unternehmen der norditalienischen Stadt Piacenza gesponsert wird, soll nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA in den nächsten Tagen die legalen Aspekte eines Vertrages mit Basso überprüfen.
Riis hatte während der laufenden Dopingermittlungen stets erklärt, Basso müsse selbst seine Unschuld beweisen, ein Freispruch «mangels Beweisen» reiche CSC nicht für die Fortsetzung der Zusammenarbeit. Der Italiener weigerte sich dennoch, eine DNA-Probe entnehmen zu lassen. Zur endgültigen Trennung meinte Riis: «Nach allem, was passiert ist, besonders diesen Sommer, haben wir uns darauf geeinigt, getrennte Wege zu gehen. Ich wünsche Ivan alles Gute.»
Während der Fahrer nach der Trennung von CSC nach Südafrika reiste und sich überhaupt nicht äußerte, bestätige CSC-Sprecher Brian Nygaard, es habe «einige vertragliche Unstimmigkeiten gegeben, die zu klären waren». Beobachter in Kopenhagen hatten schon vorher von finanziellem Streit zwischen Riis und seinem Star gesprochen. Nygaard erklärte weiter, CSC würde nicht «zu weiteren Spekulationen über die Dopingaffäre beitragen».
Basso war wie Ullrich im Rahmen von Ermittlungen der spanischen Polizei bei der «Operacion Puerto» ins Fadenkreuz der Ermittler gekommen. Seine Verweigerung einer DNA-Probe begründete er damit, dass er kein Vertrauen in eine sichere Verwahrung habe.
«Basso hat nach der Einstellung des Verfahrens gegen ihn in Italien jetzt ein kleines Zeitfenster, das es erlaubt, dass er einen neuen Vertrag bekommt», meinte Hans-Michael Holczer, Manager des Teams Gerolsteiner, der als ein Tempomacher im Anti-Doping-Kampf gilt und entscheidend mit dazu beigetragen hat, dass sich alle ProTour- Chefs am Rande der WM in Salzburg auf verschärfte Richtlinien festlegten.
Laut Holczer wäre das «Zeitfenster» für Basso in dem Moment wieder geschlossen, wenn der Weltradsport-Verband UCI - wie zu erwarten ist - den internationalen Sportgerichtshof CAS im Fall Basso anruft, weil der Dachverband die Einstellung des Verfahrens wegen der erdrückenden Indizien-Lage gegen den Giro-Gewinner nicht akzeptiert.
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