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31.10.2006 - (Ra) - Seit Monaten bestimmt der spanische Blutdopingskandal die Meldungen über den Radsport. Straf- und sportrechtlich gesehen scheint die ganze Affäre allerdings im Sande zu verlaufen. Immerhin scheinen die Teams mit verschärften Dopingbestimmungen die Konsequenzen aus der Operation Puerto ziehen zu wollen. Mit ihrem Vorhaben stoßen sie aber nicht bei allen Fahrern auf Zustimmung.
Weltmeister Paolo Bettini etwa sieht die vorgesehenen DNA-Tests als unzulässigen Eingriff in seine Privatsphäre. „Unsere persönliche Freiheit ist bedroht“, beklagte sich Bettini gegenüber der Gazzetta dello Sport. „Ein DNA-Test ist unakzeptabel. Er verletzt unsere individuelles Recht auf Datenschutz. Wer auch immer auf die Idee eines DNA-Tests gekommen sein mag – er hat wohl zuviel Fernsehen geschaut.“
Auch Oscar Pereiro äußerte sich zum Thema Doping. In einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Pais, deren Berichterstattung maßgeblich dazu beitrug, dass viele Fahrer von ihren Teams wegen Dopingverdachts suspendiert wurden, sagte der Tour-Zweite: „Wir müssen gemeinsam und ohne Hast gegen die Doper im Rahmen der Gesetze kämpfen. Viele Fahrer verlieren möglicherweise ihren Job in Folge der Operation Puerto. Ich weiß nicht, wie viele dann aber vor Gericht tatsächlich schuldig gesprochen werden – wahrscheinlich nicht viele. Das ist für mich ungerecht. Natürlich muss jeder Fahrer, der in den Fall verwickelt ist, bestraft werden. Aber darüber muss eben ein Richter entscheiden, nicht sonstwer.“ Nach Pereiros Meinung hätten die undichten Stellen, durch die Informationen an die Medien durchgedrungen seien, viel Schaden angerichtet.
Ein weiterer spanischer Spitzenfahrer, Samuel Sanchez, sprach öffentlich über die Konsequenzen der Operation Puerto. „Nur im Radsport sind so viele Leute vorverurteilt worden“, sagte der ProTour-Gesamtzweite. „Ein Fußballspieler wie Carlos Gurpegui (Athletic de Bilbao), der wegen Nandrolon-Dopings bestraft worden ist, hatte die Möglichkeit sich zu verteidigen, bevor er suspendiert wurde.“ Sanchez zeigte sich überzeugt, dass viele Radprofis nichts mit Doping zu tun hätten. Radsport sei die Sportart, in der am häufigsten getestet würde. „All die Ereignisse der letzten Zeit sollten uns darüber nachdenken lassen, ob wir den Kontrollen überhaupt trauen können. Es werden viele Fehler gemacht und es gibt viele falsche positive Tests.“
Quelle: cyclingnews.com
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