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"Man muss sich für Erfolg im Radsport nicht schämen."
(Deutschland Tour-Gewinner Linus Gerdemann)
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30.09.2007 - (dpa/Ra) - Es hat nicht ganz gereicht. Stefan Schumacher hat die Goldmedaille bei seiner Heim-WM in Stuttgart knapp verpasst. Im Straßenrennen musste sich der Gerolsteiner-Profi im Sprint einer Spitzengruppe dem Vorjahressieger Paolo Bettini (Italien) und Alexandr Kolobnev (Russland) geschlagen geben. Schumi sicherte sich aber nach starker Leistung noch die Bronzemedaille.
«Das Rennen war so unheimlich schwer, mehr war nicht drin und ich bin froh, eine Medaille gewonnen zu haben», sagte der Nürtinger.
Ausgerechnet der Italiener Bettini, dessen Start die Gemüter erhitzt und die Gerichte beschäftigt hatte, gewann bei der Rad-Weltmeisterschaft das Straßenrennen und wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg von Salzburg. Im Ziel verzichtete Bettini, dessen Start durch Gerichtsbeschluss verhindert werden sollte, weil er die Ehrenerklärung nicht unterschrieben hatte, auf überschwänglichen Jubel. Er zog eine Geste vor, mit der er auf imaginäre Gegner schoss. Die Siegerehrung nahm Weltverbands-Präsident Pat McQuaid vor, auch Oberbürgermeister Wolfgang Schuster gratulierte einem zunächst finster drein blickenden Bettini. Kurz darauf aber sang "Il Grillo" mit Begeisterung die italienische Nationalhymne mit, feixte und strahlte über das ganze Gesicht. Vereinzelte Pfiffe und Buhrufe störten ihn nicht.
Trotz der Querelen der vergangenen Tage standen mehrere Hunderttausend Zuschauer an der 19,1 Kilometer langen WM-Runde. Die Zuschauer der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender schauten allerdings in die Röhre. Entgegen seiner Ankündigung übertrug das ZDF doch nicht live von der Schlussphase aus Stuttgart, sondern lieferte nur eine kurze WM-Zusammenfassung nach. Als das WM-Finale entschieden wurde, lief ein Fernseh-Krimi.
Erik Zabel, der mit dem Ausgang des Rennens nicht zu tun hatte, freute sich über die Leistung von Schumacher. «Unsere Taktik ist aufgegangen. Wegmann und Schumacher haben ihre Sache gut gemacht. Ich hatte mich hinten bereit gehalten, falls es zum Sprint gekommen wäre», sagte der zweifache Vize-Weltmeister Erik Zabel, um dessen Start es ebenfalls Unstimmigkeiten, sogar im eigenen Team, gegeben hatte. Als die fünf Fahrer auf den letzten fünf Kilometern attackierten, konnte er nicht folgen.
Bei den zweiten Rad-Weltmeisterschaften in Stuttgart nach 1991 hatte sich auf dem anspruchsvollen Kurs in der achten von 14 Runden eine 24 Fahrer starke Spitzengruppe gebildet. In ihr fuhren aus dem neunköpfigen deutschen Team Jens Voigt und Marcus Burghardt. Aber bereits in der 11. Runde hatte das Feld 65 Kilometer vor dem Ziel aufgeschlossen. Die heißeste Phase des Rennens lag noch vor den mittlerweile nur noch 170 von 198 gestarteten Fahrern.
45 Kilometer vor dem Ziel hatte sich eine etwa 65 Fahrer starke Spitzengruppe gebildet, aus der der spätere Sieger kam. Der Russe Kolobnew und Davide Rebellin (Italien) vom Team Gerolsteiner fuhren als erste mit einem 18 Sekunden-Vorsprung auf die letzte Runde. Zu diesem Zeitpunkt waren David Kopp, der U23-Weltmeister von 2006, Gerald Ciolek und Jens Voigt bereits ausgestiegen. Die nächste Attacke lancierte Rebellins Team-Kollege Fabian Wegmann. Das war die Vorentscheidung - 15 Fahrer folgten ihm. Fünf Fahrer, unter ihnen Schumacher, bogen auf die letzten fünf Kilometer und ließen sich nicht mehr einholen.
Die sportliche Bilanz des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) bei der chaotischen Heim-WM fiel mit Bronze und Gold eher bescheiden aus. Hanka Kupfernagel war im Zeitfahren der Frauen die einzige Siegerin. Allerdings feierte die 33-jährige, in Denzlingen lebende Thüringerin mit Gold ein glänzendes Comeback nach vierjähriger Abstinenz bei Straßen-Weltmeisterschaften. Deutschland war in der WM-Geschichte seit 1927 zum achten Mal Gastgeber. «Zwei Medaillen - das ist eine hervorragende deutsche Bilanz. Damit können wir zufrieden sein», sagte der umstrittene BDR-Vize Udo Sprenger.
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