Profi-Radsport

"Voller Wut ein Meisterwerk vollbracht"

Italienische Medien himmeln Bettini an

01.10.2007 - (dpa/sid/Ra) - In Italien überschlugen sich die Medien fast mit emotionalen Meldungen über den neuen und alten Weltmeister Paolo Bettini. Der «Corriere dello Sport» brachte die Gefühlslage der Südeuropäer auf den Punkt: «König Bettini. Er gewinnt die Rad-WM der tausend Provokationen.» "Bettini ist fähig, Leid in Triumph umzuwandeln, Leid ist sein wahres Dopingmittel", rühmt Corriere dello Sport den Weltmeister, der die "Ehrenerklärung gegen Doping" nicht unterschrieben hatte. "Nicht alles ist morsch. Bettinis Wut ist die einer Welt, die noch Vertrauen verlangt."

Die «La Gazzetta dello Sport» schrieb: «Ein wütender Bettini ist Mister WM. Und die Deutschen werden sich mächtig ärgern.»Bettini selbst wies im Gazzetta-Interview die Verdächtigungen erneut scharf zurück: "Ich bin sehr wütend. Man hat versucht, mich zu verleumden, es ist ihnen nicht gelungen. Ich werde mein Ansehen schützen. Wir Italiener sind sehr stolz. Wir sind fähig, Druck in Wut umzuwandeln. Wenn wir unter Druck sind, kommt unser Potenzial zum Vorschein. Es ist der Stolz, Italiener zu sein." Für Tuttosport ist der 33-Jährige zur "Legende des Radsports" geworden, nachdem er "voller Wut ein Meisterwerk vollbracht" habe.

In Italien sehen sie Bettini ohnehin als Opfer einer deutschen Hexenjagd. Egel ob die nicht unterschriebene UCI-Ehrenerklärung oder die angeblichen Doping-Beschuldigungen von Patrik Sinkewitz - für die Italiener ist Bettini ein würdiger Weltmeister. Es passte ins Bild, dass sich «die Grille» - so Bettinis Spitzname - ungeniert beim Doping-verdächtigen Giro-Sieger Danilo di Luca bedankte. «Er hat uns sehr den Rücken gestärkt», lobte er seinen Landsmann, gegen den das Nationale Olympischen Komitees Italiens (CONI) eine Sperre von vier Monaten beantragte. ProTour-Spitzenreiter di Luca blieb im Teamhotel in Stuttgart, obwohl ihn sein Verband von der WM zurückgezogen hatte.

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