Vorschau Cross-WM

Deutsche dürfen auf zwei Titel hoffen


Hanka Kupfernagel

Foto: ROTH

31.01.2009  |  (sid) - Seriensiegerin Hanka Kupfernagel und Shootingstar Philip Walsleben haben ein gemeinsames Ziel. Wenn bei den Crossweltmeisterschaften im niederländischen Hoogerheide ab Samstag die Medaillen verteilt werden, zählt für die beiden deutschen Trümpfe nur der Titel. "Als Titelverteidigerin und Weltcupsiegerin kann nur Platz eins mein Ziel sein", sagt Kupfernagel, die sich am Sonntag zum fünften Mal nach 2000, 2001, 2005 und 2008 das Regenbogentrikot überstreifen will.

Die 34-Jährige war auch in diesem Jahr wieder die Beständigkeit in Person. Kupfernagel sicherte sich Platz eins bei EM, DM und im Gesamtweltcup. In allen acht Rennen fuhr die gebürtige Thüringerin dabei auf das Podium, allerdings musste sie sich in den letzten fünf Rennen jeweils mit Platz zwei begnügen. "Das genügt nun wirklich. Jetzt will ich wieder einen Platz weiter vorn sein", betont Kupfernagel.

Insbesondere die Amerikanerin Katherine Compton ist in dieser Saison zur großen Gegenspielerin von Kupfernagel aufgestiegen. Beim Rennen in Roubaix ist die US-Meisterin der deutschen Favoritin nahezu mühelos davongefahren. Aber auch die beiden Niederländerinnen Daphny van den Brand und Marianne Vos sind vor heimischer Kulisse hoch einzuschätzen.

Das trifft auch auf Walsleben zu, der als klarer Favorit bei den U23-Männern an den Start geht. Der 21-Jährige aus Kleinmachnow gewann in dieser Saison nahezu alles, was es in seiner Klasse zu gewinnen gab. Sowohl bei der EM als auch im Gesamtweltcup lag er mit vier souveränen Siegen vorn. Bei der DM in Strullendorf versuchte er sich bereits bei den Männern und gewann. "Alle wichtigen Rennen habe ich gewonnen. Gemäß der Papierform müsste ich Weltmeister werden. Aber Meisterschaften haben ihre eigenen Gesetze. Und in einem Crossrennen, auch wenn es nur 50 Minuten dauert, kann viel passieren", sagt der in Belgien lebende Walsleben, zu dessen schärfsten Konkurrenten die Franzosen Aurelien Duval und Arnaud Jouffroy sowie das fünf Fahrer starke belgische Team zählen.

In dem jungen Brandenburger hat der deutsche Crosssport wieder einen echten Hoffnungsträger, der auch in Zukunft in der Männerklasse ein gewichtiges Wörtchen mitreden kann. "In der U23-Klasse sind wir so gut wie noch nie aufgestellt", analysiert Bundestrainer Patrick Moster. Damit darf Deutschland erstmals seit 21 Jahren wieder auf zwei Goldmedaillen bei der WM hoffen. 1987 holten in Mlada Boleslav Klaus-Peter Thaler (Gevelsberg) bei den Profis und Mike Kluge (Berlin) bei den Amateuren den Titel.

Auf einen Triumph im Profirennen muss Deutschland aber noch ein wenig warten. Lokalmatador und Titelverteidiger Lars Boom sowie die belgischen Stars um Weltcupsieger Sven Nys, Ex-Champion Erwin Vervecken und Bart Wellens dürften den Sieg unter sich ausmachen.

Das WM-Aufgebot des Bundes deutscher Radfahrer (BDR):

Männer: Rene Birkenfeld (Dresden), Paul Voß (Bielefeld)
Frauen: Hanka Kupfernagel (Denzlingen), Sabrina Schweizer (Wangen), Gesa Brüchmann (Nordheide)
U23: Philipp Walsleben (Kleinmachnow), Sascha Weber (St. Wendel), Christoph Pfingsten (Stahnsdorf), Marcel Meisen (Stolberg), Ole Quast (Hamburg) Junioren: Michael Schweizer (Wangen), Yannick Mayer (Heilbronn), Enno Quast, Jannick Geisler (beide Hamburg), Toni Bretschneider (Zwickau)

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