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10.04.2009 - (sid/dpa) - Dem siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong (Astana) droht der Ausschluss von der Tour de France 2009. "Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie mir verbieten werden, die Tour zu fahren", sagte der 37-Jährige in einem Video, das auf der Homepage seiner Stiftung gegen Krebs veröffentlicht wurde.
Dem US-Amerikaner, der nach dreijähriger Pause im Juli wieder bei der Frankreich-Rundfahrt starten wollte, könnte ein verzögerter Dopingtest zum Verhängnis werden. Dieser ist nach Angaben der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD offiziell als Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln eingestuft worden. Armstrong fürchtet nun den Ausschluss von der Großen Schleife, die er von 1999 bis 2005 sieben Mal in Serie gewann.
Um nicht noch Öl ins Feuer zu gießen, hält sich das Armstrong-Team mit Stellungnahmen zurück. "Sie haben das Recht zu ermitteln, auch wenn es keinen Grund gibt. Wir warten die AFLD-Entscheidung ab", sagte Astana-Sprecher Philippe Maertens der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Der bereits seit Montag bekannte Vorfall hatte sich bei einer unangemeldeten Kontrolle in Südfrankreich ereignet. Dabei habe Armstrong die Regel nicht respektiert, wonach er bei einem Test unter direkter und ständiger Überwachung durch den Kontrolleur stehen müsse, teilte die AFLD mit.
Bei der Kontrolle am 17. März in Saint-Jean-Cap-Ferrat wurden Armstrong Urin-, Blut- und Haarproben entnommen. Dabei wurden keine verbotenen Substanzen gefunden. Allerdings war es zu einer 20-minütigen Verzögerung gekommen, weil Armstrong zunächst duschen gegangen war. Währenddessen ermittelte sein Astana-Teamchef Johan Bruyneel die offizielle Befugnis des unbekannten Kontrolleurs. Erst danach stellte sich Armstrong der Kontrolle. Die AFLD hatte daraufhin Beschwerde beim Radsport-Weltverband UCI sowie bei der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eingelegt.
Den Vorfall beschrieb Lance Armstrong aus seiner Sicht als Sicherheitsmaßnahme: "Ich kam von einem langen Trainingstag in Südfrankreich zurück und fand einen Mann, der mich vor dem Haus verfolgte. Er hielt mich an und sagte mir, dass er von einem französischen Labor käme, um mich zu testen." Armstrong erklärte, vorher nie von einem solchen Vorgehen der französischen Behörden gehört zu haben.
Bruyneel ergänzte: "Ich habe den Kontrolleur gebeten, kurz zu warten. Vor ein paar Tagen hingen diverse Gestalten vor unserem Haus herum, deshalb habe ich Anne Gripper als Anti-Doping-Beauftragte der UCI angerufen. Sie versicherte mir, dass alles in Ordnung sei, und wir ließen die Leute herein."