Profi-Radsport

Astana-Chef Bruyneel zuversichtlich

"Bei der Tour startet ein anderer Armstrong"

01.06.2009 - Rom (dpa/rsn) - Am Anfang stand ein Amerikaner im Rampenlicht, am Ende triumphierte beim 100. Giro-Geburtstag aber ein Russe. Vor dem Kolosseum in Rom streifte sich Denis Mentschow zum letzten Mal nach 3456 Kilometern das Rosa Trikot über. Lance Armstrong (Astana), der von den Organisatoren Anfang Mai noch auf einen überdimensionierten Thron gehoben wurde, spielte bei der Vergabe von Trikots und Siegprämien keine Rolle. Auch nicht im Finale, dem Zeitfahren über 14,4 Kilometer, das Armstrong auf regennasser Piste in eher gemächlichem Tempo auf Platz 53.

Der 37-jährige Texaner, zu seiner Hochzeit siebenmal Sieger der Tour de France, drehte auf seinen von Graffiti-Künstlern veredelten Rennmaschinen ein paar gut bezahlte Runden. Er ließ sich mit Krebsüberlebenden fotografieren und er sputete sich nach dem Finale, ein Flugzeug nach Colorado zu erwischen, wo in wenigen Tagen sein viertes Kind das Licht der Welt erblicken wird. In der Endabrechnung belegte er bei seiner Giro-Premiere Rang zwölf mit 15:59 Minuten Rückstand auf Mentschow.

Nach den Worten seines Teamchefs Johan Bruyneel liegt Armstrong, der dreieinhalb Jahre Wettkampfpause aufholen muss und durch eine wenige Wochen zurückliegende Schlüsselbein-OP gehandicapt war, aber gut im Trainingsplan. „Wir haben fünf Wochen Zeit bis Tour-Beginn. Das reicht, damit in Frankreich an ganz anderer Armstrong am Start steht“, sagte der Belgier der Deutschen Presse-Agentur dpa.

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