Kostenerstattung an UCI - Beweise der Fuentes-Kontakte

CAS rügt Ullrichs "Unwillen" im Verfahren

Foto zu dem Text "CAS rügt Ullrichs

Jan Ullrich hat eine bewegte Karriere hinter sich. Foto: Gero Breloer

09.02.2012  |  (rsn) - Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat sich in seinem 24-seitigen schriftlichen Urteil explizit zu Jan Ullrichs Verfahrensführung geäußert, und dessen "Unwillen" gerügt, sich "substanziell zur Sache einzulassen". Sein Schweigen sei "bemerkenswert und überraschend" gewesen. Der Beklagte habe nie den Wahrheitsgehalt der vom Radsportweltverband UCI vorgelegten Beweise (in erster Linie aus dem spanischen Fuentes-Verfahren) in Frage gestellt, "noch irgendeinen anderen substanziellen Aspekt dieses Falls".

Zudem habe Ullrich kein einziges eigenes Beweismittel zu seiner Entlastung vorgelegt, so der CAS weiter. Seine Anwälte hätten stets nur formale Einsprüche hinsichtlich des Verfahrens und der anwendbaren Rechtsgrundlagen vorgebracht. Das habe auch zu der langen Verfahrensdauer und den mehrmaligen Urteilsverschiebungen geführt.

Ullrichs Verhalten im Prozeß habe nicht "seinen Verpflichtungen als Sportler" entsprochen. Daher ordnete das Gericht an, dass der Beklagte 10.000 Franken an die UCI zu zahlen hat, als "Beteiligung an deren Prozeßkosten", die durch die Verfahrens-Tricks unnötig hoch gewesen seien.

Dass Ullrich Kunde bei Fuentes war, ist laut CAS durch mehrere Beweise festgestellt, die von der UCI vorgelegt wurden und denen Ullrich nicht widersprochen hat:

- Ullrich reiste mehrfach nach Madrid, und zumindest in die Nähe von Fuentes‘ Praxis.
- Bei Fuentes von der spanischen Guardia Civil gefundenes Beweismaterial (u.a. Kalender) deutet darauf hin, dass Ullrich persönlichen Kontakt zu dem Doping-Arzt hatte.
- Ullrich zahlte 2004 und 2006 insgesamt mehr als 80.000 Euro auf ein Fuentes-Konto.
- Bei Fuentes gelagerte Blutbeutel konnten mittels DNS-Analysen eindeutig Ullrich zugeordnet werden.

Jan Ullrich kündigte für heute abend eine Erklärung an. Nach dem Urteil werde er noch einmal Stellung nehmen, so Ullrich gestern auf einer Veranstaltung eines Sponsors: "Und dann hak' ich das Thema ein für allemal ab." Es habe Fehler in der Vergangenheit gegeben. "Mit Fehler meine ich, dass ich vielleicht früher hätte etwas sagen müssen. Aber das wird sich alles aufklären."

Wir sind gespannt...

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