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28.08.2022 | (rsn) - Auf der Schlussetappe der von Adam Yates (Ineos Grenadiers) gewonnenen Deutschland Tour gab es für die deutschen Kontinental-Teams und die Nationalmannschaft nur wenig zu bestellen. Dennoch waren sowohl Lotto - Kern Haus, Dauner Akkon und Saris Rouvy Sauerland als auch die Leitung der Nationalauswahl mit der fünftägigen Rundfahrt mehr als nur zufrieden.
Zählbares nahm beim Heimspiel Lotto - Kern Haus mit nach Hause. Auch wenn Jakob Geßner auf der schweren Schlussetappe, die über 187 Kilometer von Schiltach nach Stuttgart führte, keine weiteren Bergpunkte sammeln konnte, gewann er letztlich ungefährdet das Blaue Trikot des besten Kletterers.
"Absolut klasse, dass wir das Bergtrikot mit nach Hause nehmen. Das ist nicht üblich bei einer so stark besetzten Rundfahrt. Wir haben heute als komplettes Team noch mal dafür gefightet, das war echt der Hammer. Wir sind sehr glücklich, werden den Erfolg genießen und werden mit der Mannschaft in Stuttgart noch schön Essen gehen", sagte Teamchef Florian Monreal zu radsport-news.com.
Saris Rouvy Sauerland: Adamietz begeistert nicht nur die Teamleitung
Wie schon am Vortag bei der Bergankunft am Schauinsland war zum Abschluss in Stuttgart Johannes Adamietz (Saris Rouvy Sauerland) bester deutscher Kontinental-Fahrer. 1:55 Minuten hinter Etappengewinner Pello Bilbao (Bahrain Victorious) erreichte der Ulmer auf Rang 25 das Ziel und verbesserte sich dadurch in der Gesamtwertung noch auf Platz 22 und landete damit so weit vorn wie kein anderer heimischer Kontinental-Fahrer.
Mischte bei der D-Tour bei den Großen mit: Johannes Adamietz. Foto: Cor Vos
"Wir sind von Johannes total begeistert. Er entwickelt sich immer besser und hat ein sehr hohes Niveau bekommen", schwärmte Teamchef Jörg Scherf im Gespräch mit radsport-news.com über den Kletterspezialisten.
Adamietz zeigte sich ebenfalls zufrieden mit seinem Abschneiden. "Ich bin erstmal grundsätzlich happy mit meiner Leistung. Ich meine, das Feld hier ist Weltklasse, also für eine Pro-Rundfahrt ist das schon sehr gut besetzt. Ich denke darauf kann man aufbauen", sagte er nach dem Rennen zu radsport-news.com.
Schon im hektischen Beginn, als die großen Namen in die Offensive gingen, zeigte sich Adamietz hellwach und war einer von zwei Kontinental-Fahrern, die den Sprung in einer äußerst prominent besetzte Spitzengruppe um Nils Politt (Bora - hansgrohe) schaffte. Auch auf den drei schweren Zielrunden von Stuttgart zeigte er sich lange von seiner besten Seite. Erst bei der dritten Überuqerung des Herdwegs musste er abreißen lassen. "Da es es sich vielleicht gerächt, dass ich am Anfang in der Gruppe war", so Adamietz.
Nationalteam: Geschke gestürzt, Peter äußerst aktiv
Eine starke Leistung zeigte zum Abschluss auch Jannis Peter von der Deutschen Nationalmannschaft. Der Deutsche U23-Meister war wie Adamietz in der stark besetzten frühen Ausreißergruppe und schloss die Etappe auf Rang 32 knapp hinter Bauke Mollema (Trek - Segafredo) ab. In der Gesamtwertung verbesserte sich Peter auf Rang 30, nur drei Positionen hinter seinem Kapitän Simon Geschke.
"Wir wollten uns heute noch mal zeigen und in die Gruppen gehen. Gleich von Anfang an ging es hinauf zur Bergwertung der 1. Kategorie, wo das Feld schon in viele Teile auseinanderflog. Da waren wir erst mit Simon und Jannis in der ersten Gruppe und daraus bildete sich dann eine zwölfköpfige Spitzengruppe mit Jannis. Die war auch eine ganze Weile unterwegs. Da sind wir sehr aktiv gefahren", befand der Sportliche Leiter Frank Augustin gegenüber radsport-news.com.
Die Deutsche Nationalmannschaft bei der Deutschland Tour. Foto: Deutsche Nationalmannschaft.
Im Finale konnte sich die BDR-Auswahl dann nicht mehr in Szene setzen, auch weil Geschke gestürzt war und erst den Anschluss nach vorne wieder herstellen musste. "So konnten wir für das Tagesergebnis keine entscheidende Rolle mehr spielen. Aber insgesamt haben die Jungs unseren Plan für heute gut umgesetzt, somit war es aus unserer Sicht ein würdiger Abschluss von der Deutschland Tour und wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren", schloss Augustin.
Dauner: Hoffnung auf das Bergtrikot erledigte sich am Schlusstag schnell
Nicht viel lief bei den Fahrern von Dauner Akkon zusammen, die allesamt im Grupetto mit knapp zwölf Minuten Rückstand ins Ziel kamen. "Wir wollten heute Roman Duckert in die Gruppe schicken, so dass er noch ein paar Bergpunkte hätte sammeln können, und wenn es ganz perfekt gelaufen wäre, sogar das Bergtrikot hätte noch gewinnen können. Das sah am Anfang noch gut aus, aber meine Vermutung war schon am Morgen gewesen, dass die ganzen großen Teams heute richtig Radrennen fahren werden. Deshalb hatte sich das Thema nach ein paar Kilometern im ersten Anstieg erledigt mit unseren Plänen", so Teamchef Philipp Mamos zu radsport-news.com.
Dauner Akkon bei der Deutschland Tour. Foto: Cor Vos.
Da sich die Kölner Equipe aber an den drei Tagen zuvor jeweils in der Ausreißergruppe gezeigt hatte, zog Mamos ein positives Fazit. "Wir haben uns bestmöglich in Szene gesetzt, Aufmerksamkeit auf uns gelenkt und unsere Sponsoren präsentieren", sagte der Teamchef, dessen Schützling Duckert in der Bergwertung den dritten Platz belegte.
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