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07.10.2026 | Was für das Team Velolease vor sechs Monaten in Italien begann, sollte nun auch dort, südlich der Alpen enden. So reisten wir vergangenes Wochenende in die Lombardei, nach Varese. Es stand mit dem Granfondo Tre Valli Varesine nicht nur der Saison-Abschluss an, sondern auch die UEC Granfondo Europameisterschaft - ein absolutes Highlight zum Ende der Renn-Saison. Damit nicht genug: Das Rennen galt zudem als Qualifikationslauf zur UCI-Weltmeisterschaft 2027 in Frankreich. Unser das Ziel war es, möglichst alle der sieben Velolease-Starter zu qualifizieren.
Am Samstag ging es los mit dem Einzelzeitfahren über 22 Kilometer, bei dem aus unserem Team André Reinlein, Florian Christ und Ronny Stober an den Start gingen - André auf einer Zeitfahrmaschine, Flo und Ronny auf dem Straßenrad. André fuhr um den Europameistertitel, verpasste das Podium aber denkbar knapp und musste sich mit der Holz-Medaille und Platz vier in seiner Altersklasse M35 begnügen. Eine Top-Leistung, über die er sich nach anfänglicher Enttäuschung auch freuen konnte.
Flo lieferte auf seinem Straßenrad eine mega-starke Performance und lehrte viele auf TT-Material das Fürchten. Am Ende stand, trotz einem behindernden Motorrads der 14. Rang in der Klasse M19-34 auf dem Papier - die Qualifikation für die WM in Frankreich. Ronny musste sich in der Klasse M40 den übermächtigen Zeitfahrspezialisten geschlagen geben und verpasste die WM-Quali leider, trotz ebenfalls starker Leistung.
Nach dem Zeitfahren ging es zurück in die Team-Villa, Regeneration und Carboloading für das Rennen am Sonntag standen auf dem Programm. Die Eckdaten: 126 km und 2100 Höhenmeter, knapp 5000 Starter. Das Ganze im Rahmen der UEC Europameisterschaft - es war klar, dass hier "keine Nichtschwimmer am Start sein würden" (Zitat Flo). Mit Respekt, aber ganz viel Vorfreude gingen unsere sieben Jungs dann ab neun Uhr in den verschiedenen Startblöcken auf die Reise.
Die Strecken-Charakteristik machte die Renn-Strategie einfach: Es ging von Beginn an um eine gute Positionierung, um vor den vielen kurzen, aber knackigen Anstiegen gut platziert zu sein. Bereits nach zwölf Kilometern stand mit der Alpe Tedesco der erste Scharfrichter an. Das Tempo auf diesen knapp fünf Kilometern war in allen Altersklassen mörderisch.
Während sich die Top-Favoriten absetzen konnten, kamen unsere Jungs mit gutem Pacing und Blick auf die Streckenlänge in den ersten Verfolgergruppen auf die Kuppe. So ging es in die erste sehr technische Abfahrt Richtung Luganer See. Wer dachte, dass man sich hier erholen konnte, sollte eines Besseren belehrt werden. Es blieb bei Vollgas, egal ob die Straße aufwärts oder abwärts führte.
Quirin und Flo etablierten sich in der Verfolgung der M19-Spitze, Daniel folgte knapp dahinter und Maurice kämpfte in einer weiteren Gruppe mit breitem Grinsen um jeden Platz. Das Drama, das Flo bereits am Freitag in Form eines defekten Umwerfers ereilte, sollte sich leider fortsetzen. Erst verpasste er zusammen mit Quirin die Streckenteilung und im Anschluss erwischte Flo eines der zahlreichen Schlaglöcher und musste mit gebrochenem Laufrad aufgeben. Quirin fand sich schließlich in der Gruppe mit Daniel wieder, die beiden "verwalteten" nun ihre Positionen. Am Ende konnten sie souverän die Qualifikation für die Granfondo-WM 2027 in Frankreich einfahren.
In der Gruppe M35 dasselbe Bild: Knallgas in der Alpe Tedesco, André sortierte sich direkt hinter den starken Favoriten ein. Es folgte ein Ausscheidungsfahren über 100 Kilometer, welches das Spitzenfeld in drei kleine Gruppen aufteilte. Nach vorne und hinten Luft, sammelte André seine Kräfte, um am letzten Anstieg hoch nach Varese noch genug Reserven zu haben. Das klappte, und mit einer letzten Attacke holte er sich einen starken Platz 21 - und damit souverän die Quali für die WM.
In der Gruppe M40 wurde Ronny eine nicht optimale Position an der Alpe Tedesco zum Verhängnis. Ein Rettungswagen auf der Strecke bremste einen Teil des Feldes aus und Ronny musste knapp 20 Sekunden warten, bis es weiterging. 100 Fahrer waren weg - so hieß es, das Beste daraus zu machen. In gewohnter Manier war er die Lokomotive in seiner Gruppe, doch der Kampf war leider aussichtslos und am Ende nicht von Erfolg gekrönt. So heißt es für Ronny gemeinsam mit Maurice "nachsitzen" für die WM-Quali - was die beiden aber sicher mit Bravour erledigen werden...
Stefan stand in der Altersgruppe M55 am Start, gemeinsam mit dem deutschen Granfondo-Weltmeister Michale Schäfer ging es durch die Lombardei. Ab dem ersten Meter wurde Rennen gefahren, und so fuhr man bereits am ersten Anstieg auf viele Fahrer der vorderen und deutlich jüngeren Altersklassen auf. Stefan erwischte einen guten Tag und hielt sich akribisch an seinen Rennplan.
Während sich an der Spitze etwa zehn Mann absetzen konnten, rollte er im ersten Feld zum Lago Maggiore. Dabei versuchte er, kräfteschonend seine Gruppe zu halten, was auch gelang. Am See angekommen, forcierte der Deutsche Hartwig Spors das Tempo. Es formierte sich eine gut harmonierende Gruppe, die zügig Richtung Varese fuhr.
Am letzten Anstieg hieß es dann noch einmal tief gehen und alle Kräfte mobilisieren - schließlich konnte jeder Platz entscheidend sein. So kam es am Ende noch zum Ziel-Sprint, und Stefan sicherte sich mit Platz 36 in seiner Altersklasse seine zweite WM-Qualifikation nach Glasgow 2023. Eine echte Erleichterung nach dem "DNF" (did not finish) vom Ötztaler, ws man ihm auch anmerkte.
Kurz gefaßt: Varese war eine Reise wert - ein tolles Rennen auf hohem Niveau, das man so in Deutschland nicht findet. Die Europameisterschaft trug nochmal dazu bei, und sorgte mit zahlreichen Landes-Trikots für eine großartige Atmosphäre. An dieser Stelle Genesungswünsche an Dennis Biederer vom Team Strassacker, der in einen Unfall durch ein defektes Begleitmotorrad verwickelt war – alles Gute! Mit diesen Eindrücken geht es nun in die Off Season. Man sieht sich im nächsten Jahr!
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